Thema Stadtsaal Lienz wird wieder aktuell

Von einem Kauf durch die Stadt kann noch keine Rede sein, sagt Bürgermeisterin Blanik.

„Der Stadtrat hat sich einstimmig dazu durchgerungen, den Stadtsaal um 300.000 Euro zu kaufen“, so wird die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik heute wörtlich in der Kleinen Zeitung zitiert. „Stimmt so natürlich nicht“, erklärt Blanik auf Nachfrage von dolomitenstadt.at. Der Lienzer Stadtsaal befindet sich, wie mehrfach berichtet, in Privatbesitz und gehört zum Hotel Sonne. Eigentümer Günther Wimmer verhandelt schon seit Jahren erfolglos mit diversen Kaufinteressenten und hat wohl auch andere Vorstellungen über den Kaufpreis.

„Derzeit bietet Wimmer über drei Makler dieses Objekt an“, erzählt Blanik. Zu den Interessenten für Hotel und Stadtsaal gehöre auch die Wohnbaugenossenschaft Frieden, die als Bauherr für das BTV-Gebäude und die geplante Tiefgarage unter dem Südtirolerplatz Interesse an einer Gesamtlösung hat und an die Stadt herangetreten sei. „Die Frieden wollte wissen, ob wir uns für den Kauf des Stadtsaales interessieren. Deshalb haben wir dieses Interesse mit einem grundsätzlichen Beschluss im Stadtrat untermauert und eigentlich nur eine Möglichkeit ausgelotet. Wir kaufen nicht und wissen nicht, was der Wimmer macht. Außerdem gilt all das natürlich nur vorbehaltlich eines Gemeinderatsbeschlusses.“

Wenn möglich nicht mehr als 300.000 Euro möchte die Stadt für den gesamten Stadtsaal zahlen. Foto: Lugger 
Wenn möglich nicht mehr als 300.000 Euro möchte die Stadt für den gesamten Stadtsaal zahlen. Wenn der Eigentümer verkauft. Foto: Lugger

Schon lange vor dem Beginn von Blaniks Amtszeit begann rund um den Stadtsaal ein Poker der in eine fatale Pattsituation führte, die bis heute nicht aufgelöst ist. Die Stadt ist nicht Eigentümerin des größten Lienzer Veranstaltungsaales, darf aber ein bestimmtes Kontingent an Veranstaltungen dort abhalten und zahlt im Gegenzug die Betriebskosten. Den an sich gut gelegenen und auch in der Größe passenden Saal mit Steuergeld zu sanieren, kommt für die Stadtpolitiker nicht in Frage, weil die Immobilie in Privatbesitz ist.

Aus der Perspektive des Eigentümers Günther Wimmer ist eine Sanierung genauso unattraktiv, weil sie viel Geld kosten würde, das über die Vermietung an diverse Eventveranstalter nie wieder hereinkommt, zumal deren größter, eben die Stadt, ein Freikontingent hat. Also will Wimmer verkaufen und die Stadt im Prinzip auch kaufen. Allerdings klaffen die Vorstellungen über den Kaufpreis weit auseinander.

Schon länger entsteht der Eindruck, dass sowohl Wimmer als auch die Stadt zuwarten, bis der jeweils andere angesichts immer größerer Schäden die Nerven verliert und auf ein Kompromissangebot eingeht. Die jetzt genannten 300.000 Euro relativieren sich vor dem Hintergrund, dass zum Beispiel die mobile Bühne – eine doch etwas kleinere Spielstätte als der Stadtsaal – um 360.000 Euro gekauft und als besonderer Schachzug gefeiert wurde. Sie ist nur wenige Tage im Jahr im Einsatz und hat weder 600 Sitzplätze noch eine Garderobe.

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1 Posting bisher
MelissaM vor 4 Jahren

Die mobile Bühne gefällt mir persönlich nicht. Sie wirkt wie ein Fremdkörper auf dem Hauptplatz. Mit 360.000 Euro hätte man sicher etwas Sinnvolleres machen können.