AK Tirol warnt vor Betrugswelle mit SEPA-Mails

Raffinierte Täuschung durch Telefonanrufe in vertrautem Dialekt.

Obwohl Banken längst auf den europaweit einheitlichen Zahlungsverkehr umgestellt haben, nutzen Internetgauner das Thema kurz vor Ablauf der letzten Umstellungsfrist am 1. August noch skrupellos für gefährliche Phishing-Attacken auf Inhaber von Online-Banking-Accounts aus. Die AK-Tirol warnt vor den aktuellen Angriffen, denen oft psychologisch raffinierte, betrügerische Anrufe folgen, und gibt Tipps.

Foto: photocase/Susann Städter
Foto: photocase/Susann Städter

Diese Mails stammen von Betrügern, die auf die SEPA-Umstellung hinweisen und die Empfänger auffordern, einen Link anzuklicken, um anschließend Konto- oder Kreditkartendaten bekannt zu geben. In der Folge werde man dann von einem Bankmitarbeiter „zur Abklärung des Kontostatus“ kontaktiert, so die gefährliche Botschaft.

Die vermeintlichen Bank-Internetseiten schauen dabei oft täuschend echt aus. Nur an Details, wie z. B. einer ungewöhnlichen Linkadresse oder dem fehlenden https:// – also dem Zeichen für eine verschlüsselte Datenübertragung – ist zu erkennen, dass es sich um eine gefälschte Seite handelt.

„Auch die später tatsächlich erfolgende Kontaktaufnahme durch die Täter läuft mittlerweile äußerst perfekt und entsprechend perfide ab“, schreibt die AK in einer Aussendung. Konnte man früher z. B. aufgrund von schlecht gesprochenem Deutsch Verdacht schöpfen, so melden sich die angeblichen Bankmitarbeiter am Telefon mittlerweile mit österreichischem Dialekt, oft noch regional gefärbt, nennen den Namen des eigenen Bankberaters (den sie etwa durch betrügerischen Zugriff auf den Online-Account herausgefunden haben) und erzählen eine plausibel klingende „Geschichte“, warum dieser gerade verhindert sei.

Dann wird psychologisch ausgeklügelt eine Stresssituation aufgebaut, z. B. durch die Behauptung, es sei unmittelbar zuvor ein hoher Betrag vom eigenen Konto ins Ausland überwiesen worden. Die Rückbuchung wäre gerade noch möglich, aber nur wenn man eine aktuelle TAN-Nummer mitteile.

Die AK Tirol rät deshalb:

– Niemals einer Aufforderung zur Bekanntgabe persönlicher Kontozugangsdaten, wie PIN, Passwort oder TAN-Code folgen, weder per Mail, noch am Telefon. Denn Zugangsdaten fürs Onlinebanking sind höchstpersönliche sensible Daten, die an niemand anderen weitergegeben werden dürfen.

– Mails, in denen z. B. Probleme mit dem Kontozugang oder anlässlich der SEPA-Umstellung behauptet werden, sollten sofort gelöscht werden. Die Umstellung des Kontos auf SEPA erfolgt automatisch. Die meisten Banken haben längst umgestellt. Kontoinhaber müssen hierfür nichts unternehmen.

– Keinesfalls Links in solchen eMails oder Dateianhänge öffnen, diese enthalten oftmals Viren und Trojaner, welche den PC befallen und sensible Daten ausspionieren können.

– Im Zweifelsfall selbst die eigene Bank kontaktieren, und zwar direkt über die bekannten Kontaktdaten, um allfällige Missverständnisse zu klären.

– Eine Bank oder ein Kreditkarteninstitut fordern niemals per eMail oder Telefon zur Bekanntgabe von geheimen Online-Banking-Zugangsdaten auf! „Beenden Sie solche Telefongespräche sofort, und brechen sie jeglichen eMail-Kontakt ab“ rät die AK und steht unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/22 55 22/1818 helfend zur Seite.

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