Die 24-Stunden-Ordination ist in Osttirol Realität

Der Bezirk hat ein österreichweit einmaliges Notarztsystem.

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Unter diesem Artikel stehen drei Handynummern und eine Webadresse. Mehr als diese Daten muss man in Osttirol nicht wissen, um an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr ärztliche Hilfe zu bekommen. Seit Jänner 2013 ist der diensthabende Notarzt im Isel-, Defereggen- und Pustertal durchgehend unter einer fixen Nummer telefonisch erreichbar. 5000 Mal riefen Hilfesuchende in diesem Zeitraum an, im Schnitt sind das rund zehn Anrufe pro Tag.

Die Palette der medizinischen Fragen und Probleme ist vielschichtig, die Reaktionen der Ärzte ebenso. Oft reicht ein Rat, manchmal muss schnell und lebensrettend eingegriffen werden. Dann wird ein Rettungseinsatz ausgelöst.

Was in Osttirol an der Tagesordnung ist, wurde in Wien und Niederösterreich soeben als innovatives „Primary Health Care Project“ präsentiert. Laut Hans Jörg Schelling, dem Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, soll dort „der Patient künftig das Gefühl haben, seine Ordination sei 24 Stunden besetzt – über das Web, das Telefon oder persönlich“.

„Bei uns ist das guter Standard“, erklären die Notärzte des Bezirkes, „und in Osttirol ist das kein Gefühl, sondern Realität: Web, Telefon und eine Praxis sind in jedem Talsprengel tatsächlich 24 Stunden besetzt – und das schon seit mehr als eineinhalb Jahren.“

In Osttirol stehen rund um die Uhr Notärzte zur Verfügung, wie Dr. Gernot Walder, Systemleiter des Dienstes im Pustertal. Fotos: Brunner Images
In Osttirol stehen rund um die Uhr Notärzte zur Verfügung, wie Dr. Gernot Walder, Systemleiter des Dienstes im Pustertal. Fotos: Brunner Images

Im Gegensatz zum Modell in Wien und Niederösterreich, bei dem Krankenpfleger als Ansprechpartner fungieren und die Patienten an eine geeignete Versorgungseinrichtung weiter verweisen, erreicht man in Osttirol stets einen Arzt, der auch über die notwendige Erfahrung und Ausrüstung verfügt, um dringliche Fälle sofort vor Ort oder in der Praxis zu behandeln.

„Damit hat der Bezirk gerade in den schwer erreichbaren Regionen ein sehr robustes Primärversorgungsnetzwerk, das sich auch unter schwierigsten Witterungsbedingungen bewährt hat“, unterstreichen Dr. Anton Huber, Systemleiter des Iseltales und Dr. Gernot Walder, Systemleiter des Pustertales: „Wenn es der Politik mit der Förderung des niedergelassenen Bereiches ernst ist, muss man genau solche Initiativen und Kooperationsmodelle der niedergelassenen Ärzte fördern, statt Parallelstrukturen aufzubauen“ unterstreichen die Mediziner. Der Osttiroler Verband könnte als Beispiel dienen.

Ständiger Ärztlicher Bereitschaftsdienst / medizinischer Rat und Hilfe:

Im Osttiroler Pustertal:  0664-155 9920
Im Iseltal: 0664-155 9971
Im Defereggental: 0664-155 9963
Im Internet:  www.notarztverband.at

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2 Postings bisher
mitleser vor 3 Jahren

Der Notruf 144 sollte IMMER bei schwerern Verletzungen/Erkrankungen etc. Gewählt werden. 1) kann es sein dass der Arzt auf der anderen Nummer gerade nicht erreichbar ist 2) weiss die Leitstelle sofort bescheid und kann alle notwendigen Einsatzmittel alarmieren 3) hat man den großen Vorteil einer telefonischen Erste Hilfe Anleitung während die Einsatzkräfte schon am Weg sind

Für Pagatelle reicht sicher die oben im Bericht genannte Nummer, für alles andere sollte immer die 144 gelten

tmilk vor 3 Jahren

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang dann der Notruf 144?