Rapid Lienz mit Pech in den Schlussminuten

1:2 Niederlage gegen Rothenthurn bei Vormittagsspiel auf eigenem Rasen.

Zum ungewohnten Vormittagstermin mussten die Rapidler diesmal gegen den SV Rothenthurn auf den Rasen des Lienzer Dolomitenstadions. Die Gäste, gewohnt um diese Zeit zu spielen, wirkten vom Start weg ausgeschlafener und gingen bereits nach zehn Minuten in Führung.

Arno Unterlercher nahm einen schönen Pass ideal mit, lief noch ein paar Meter und bezwang Rapid Keeper Christian Korunka mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 0:1. Die Hausherren brauchten einige Zeit, um den Rückstand zu verdauen und gaben erst nach zwanzig Minuten ein Lebenszeichen von sich. Daniel Steiner bediente per Kopf Markus Ebner, dessen Schuss Rothenthurn-Keeper Rene Ramschak ohne Probleme parierte. Die Dolomitenstädter hatten vor der Pause Probleme im Spielaufbau und liefen immer wieder in der gut gestaffelten Gästeabwehr fest. Einmal im Ballbesitz, spielten die Rothenthurner blitzschnell nach vorne, hatten noch in der ersten Halbzeit zwei gute Möglichkeiten und gingen verdient mit einer knappen Führung in die Kabinen.

Sven Lovric schickt einen Pass an Rothenturn-Goalie Rene Ramschak vorbei Richtung Mitte. Dort wartet Lukas Steiner, der gleich zum 1:1 einschießen wird. Fotos: Expa/Groder
Sven Lovric schickt einen Pass an Rothenturn-Goalie Rene Ramschak vorbei Richtung Mitte. Dort wartet Lukas Steiner, der gleich zum 1:1 einschießen wird. Fotos: Expa/Groder

Wie ausgewechselt präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Markus Hanser nach dem Seitenwechsel. Man störte die Rothenthurner bereits im Spielaufbau und setzte die Gäste immer mehr unter Druck. Die logische Konsequenz war in der 51. Minute der Ausgleich. Sven Lovric tankte sich im Strafraum durch, bediente den in der Mitte freistehenden Lukas Steiner ideal und der hatte wenig Mühe, den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 einzuschieben. Nur vier Minuten später konnte der Gästekeeper mit Hilfe der Torlatte einen Weitschuss von Markus Stocker abwehren. Und in der 57. Minute hätte es einen klaren Elfmeter für die Grünweißen geben müssen. Clemens Gesser wurden im Strafraum von den Beinen geholt, doch weder Schiedsrichter Moser noch dessen Assistent, der drei Meter vom Geschehen entfernt stand, entschieden auf Strafstoß.

Spiel mit dem Ball? Wohl kaum. Clemens Gessner wird niedergesäbelt, der Elferpfiff blieb aus.
Spiel mit dem Ball? Wohl kaum. Clemens Gessner wird niedergesäbelt, der Elferpfiff blieb aus.

Die Hausherren hatten jetzt zwar wesentlich mehr Spielanteile, konnten sich aber in dieser Phase keine zwingenden Chancen herausspielen. Dies sollte sich aber ab der 72. Minute mit einer Dreifachchance, gewaltig ändern. Zuerst brachte Lukas Steiner einen Stanglpass in aussichtsreicher Position etwas zu ungenau zur Mitte, dann kam der Ball zu Sven Lovric, der mit einem Schuss vom Sechzehner am gegnerischen Keeper scheiterte und auch den Nachschuss des völlig freistehenden Daniel Steiner konnte Rene Ramschak im Kasten der Rothenthurner mit Hilfe der Latte zum Eckball ablenken. Nur drei Minuten später war Ramschak bei einem schönen Drehschuss von Sven Lovric wiederum auf dem Posten und bewahrte seine Elf in dieser Phase vor dem in der Luft liegenden Gegentreffer.

In der 82.Minute schwächten sich die Rothenthurner selbst. Nach einem unnötigen Foul an der Eckfahne sah Hannes Meixner die gelb/rote Ampelkarte. Eine Minute später ging ein Schuss von Lukas Steiner knapp über das Rothenthurner Tor. Erst in der 85. Minute kamen die Gäste zu ihrem ersten (!!) Torschuss nach der Pause, der hoch über das Lienzer Tor ging.

Die Rapidler stürmten weiter und wollten unbedingt den ersten Heimsieg einfahren. Aber es war an diesem Vormittag einfach wie verhext. Zuerst setzte Daniel Steiner nach Traumpass von Philipp Steiner den Ball knapp am Tor vorbei und dann trat das ein, was viele der rund 250 Besucher im Lienzer Dolomitenstadion ob der vielen vergebenen Chancen bereits befürchtet hatten. Wie aus dem Nichts hob Jürgen Pichorner den Ball hoch auf das Lienzer Tor, Christian Korunka kam nicht mehr an das Spielgerät heran und dieses senkte sich zum 1:2 Endstand ins Tor.

Nachdenklliche Mienen bei Rapid-Trainer Markus Hanser (rechts) und Co-Trainer Markus Resinger.
Nachdenkliche Mienen bei Rapid-Trainer Markus Hanser (rechts) und Co-Trainer Markus Resinger.

Aufgrund der eklatanten Feldüberlegenheit in der zweiten Halbzeit eine sehr bittere Niederlage für die Dolomitenstädter, aber wie es im Fußball nun mal so ist, „Tore, die man nicht schießt, bekommt man.“ Leider bewahrheitete sich diese uralte Fußballer-Weisheit auch in diesem Spiel.

Erfolgreich unterwegs ist weiterhin die Reserve-Mannschaft von Rapid Lienz. Im Spitzenspiel setzten sich Hannes Brunner & Co. gegen die Rothenthurner in einem spannenden Match mit 4:3 durch. Die Treffer für die Gastgeber, die nun ungeschlagen die Tabelle anführen, erzielten Fabian Steiner (2, davon 1 FE), Mario Steiner und ein Eigentor.

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