10 Jahre Flüchtlingsheim Angerburg in Lienz

18 Nationen, ein Zuhause. Janette Schneider erklärt das Lienzer Flüchtlingsheim.

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Am 1. September 2004 feierte Janette Schneider ihren Einstand im Flüchtlingsheim Angerburg. Seither wohnten Menschen aus 18 Nationen in der Angerburg. Foto: Dolomitenstadt/Egger

Am 1. September 2004 feierte Janette Schneider ihren Einstand als Leiterin im Flüchtlingsheim Angerburg. Am 13. September folgten ihr dann die ersten Asylwerber in die Immobilie, die im Eigentum der Franziskaner steht. Insgesamt 58 Menschen aus Tschetschenien, Aserbaidschan, Kasachstan und Georgien waren die Bewohner der „ersten Stunde“. „Damals war der ganze Speisesaal voller Spenden – die Einheimischen stellten für die Eröffnung Spielzeug, Bettzeug, Lebensmittel, Kleidung und vieles mehr zur Verfügung“, erinnert sich die gebürtige Slowakin, die außerdem die Obfrau des Weltbüros Lienz ist, zurück. Im folgenden Audio-Interview verrät sie uns von ihren schönsten Momenten und von den größten Veränderungen der letzten zehn Jahre:

Heute leben in der Angerburg 69 Menschen, eine Frau ist schwanger. „Wir sind mit unserer Kapazität definitiv an der Grenze – würden sich hier noch mehr Bewohner den Platz teilen, wäre das Ganze nicht mehr menschenwürdig“, so Schneider. Das Haus verlassen haben bis heute exakt 360 Personen – davon leben heute noch 16 Familien, 19 Männer und eine Frau in der Dolomitenstadt. „Drei Männer und zwei Frauen schlossen sogar mit Einheimischen den Pakt der Ehe“, freut sich die Heimleiterin. Am längsten im Haus war eine armenische Familie, sie lebte sechs Jahre lang in der Angerburg.

(Über)leben müssen die Heim-Insassen von Taschengeld und Verpflegungsgeld. „Jeder Bewohner erhält 40 Euro Taschengeld – zusätzlich erhält jeder alleinstehende Erwachsene 200 Euro an Verpflegungsgeld, Familien erhalten pro erwachsenes Mitglied 160 Euro, pro Kind 90 Euro an Verpflegungsgeld“, erklärt die Heimleiterin, „davon müssen sie dann Lebensmittel, Kosmetika und Kleidung kaufen“.

39 Alleinstehende und 116 Menschen aus 23 Familien der Heimbewohner haben in Lienz bereits das geschafft, wovon viele Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, träumen: Einen positiven Status. Dazu zählt der Erhalt eines Konventionspasses, der subsidiäre Schutz oder das humanitäre Bleiberecht (Rot-Weiß-Rot – Karte).

Das Flüchtlingsheim Angerburg feiert unter dem Motto „18 Nationen – ein Zuhause“ am Freitag, 12. September ein Jubiläumsfest. Eingeladen ist jeder, für das Grillen im Garten, ab 18 Uhr, bittet Janette Schneider jedoch um Anmeldung unter der Telefonnummer 0676 91 99 390 oder per Mail.

Einen kulinarischen Vorgeschmack auf die Kochkünste der Angerburg-BewohnerInnen haben die Leser des Dolomitenstadt-Printmagazins bereits in der Frühjahrsausgabe 2014 erhalten. Hier der direkte Link und die Kulinarikstory samt Rezepten zum Durchblättern:

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