Vorwärts-Club tourte durch Osttirol

Sepp Schett kritisiert Köll: „Man hat den Nationalpark krank geredet.“

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Seit dem Abgang von Andrea Krumschnabel ist Vorwärts Tirol im Landtag nur mehr mit drei Mandataren vertreten, v.l.: Sepp Schett, Maria Zwölfer und Hans Lindenberger. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Am Dienstag, 9. September, tourten die drei verbliebenen Landtagsabgeordneten von Vorwärts Tirol durch den Bezirk Lienz. Halt machte der Villgrater Schafbauer Sepp Schett mit Maria Zwölfer und Hans Lindenberger in Heinfels und Lienz. Die Ergebnisse ihrer Tour präsentierten Schett und Co. am Mittwoch, 10. September im Rahmen eines Pressefrühstücks im Grand Hotel der Öffentlichkeit.

Natura 2000
„Man hat mich oft gefragt, ob ich jetzt für oder gegen Natura 2000 bin – diese Frage stellt sich schon seit zehn Jahren nicht mehr“, erklärt Schett, der Chancen erkennen will und auf einen fachlich fundierten Ausweisungsvorschlag von Experten vertrauen will. „Im Büro Revital sind ja europaweit anerkannte Fachleute – wenn man die einfach unbeeinflusst beauftragen würde, hätten die jetzt einmal mein Vertrauen, dass das passt“, stärkt Schett auch dem beauftragten Osttiroler Landschaftsplanungsbüro den Rücken.

Das Problem sieht der Osttiroler Abgeordnete in der Panikmache: „Die Geschichte wiederholt sich: Man hat damals schon den Nationalpark so lange krank geredet, bis es vielen Leuten im Kopf nicht mehr möglich war, die Chancen zu nutzen, die der Nationalpark bietet. Die gleichen handelnden Personen machen dasselbe jetzt mit Natura 2000.“ Auf Nachfrage, wer die „gleichen handelnden Personen“ seien, meint Schett: „Das ist selbstverständlich Andreas Köll. Das ist kein Geheimnis“

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Sepp Schett wirft dem Matreier Bürgermeister Andreas Köll vor, er habe den Nationalpark und Natura 2000 „krank geredet“.

Tiroler Tourismusgesetz
„Wir werden die Novellierung des Tourismusgesetzes, das seit den 50er Jahren nicht mehr novelliert worden ist, im Tiroler Landtag zur Diskussion stellen – damals hat es vielleicht gepasst, heute haben wir ganz andere Strukturen und ein Tourismusgesetz, das nicht mehr zeitgemäß ist“, erklärt Schett seinen Änderungswillen. Die größten Schwierigkeiten sieht Schett in den drei Stimmgruppen: „In Osttirol passiert es, dass jemand fünf Vollmachten ausüben kann. Wenn er dann fünf Vollmachten der Stimmgruppe Eins hat, vertritt er 490 Stimmrechte. Um so einen einzigen Mann zu überstimmen, bräuchte man in der dritten Stimmgruppe 491 Leute. Hier ist die Demokratie außer Kraft gesetzt und führt zu einer Verdrossenheit der Mitbestimmung.“

Vorwärts will als Kompromiss das Kurienwahlrecht behalten, bei Personenwahlen soll allerdings in Zukunft eine Person nur eine Stimme haben und Vollmachten sollen ganz abgeschafft werden. Außerdem fordert Schett, dass über die Nächtigungsgebühren und Tourismusabgaben nur jene abstimmen, welche selbst auch Tourismusabgaben zahlen. „Die Liftbetreiber zahlen selber nichts, stimmen aber natürlich für eine Erhöhung der Nächtigungsgebühren, damit mehr im Topf ist“, erklärt der TVB-Vorstand.

„Fünf Prozent der Nächtigungen Tirols fallen auf Osttirol. Die Tirol Werbung hat ein jährliches Budget von 15 Millionen Euro – wenn wir 5 Prozent davon fix bekommen würden, wären das 750.000 Euro und wir hätten eine Planungssicherheit“, so Schett. Derzeit „erbettelt der TVBO“, laut dem Vorwärts-Abgeordneten, „jedes Jahr medienwirksam 300.000“. Damit nimmt der Villgrater Schafbauer den TVBO-Obmann Franz Theurl und den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter ins Visier. Letzteren fordert Schett außerdem auf, ein eigenes Tourismus-Ressort in der Landesregierung zu schaffen.

Mobilität
Obwohl der Obmann des „Vereins zur Förderung der Mobilität in Osttirol“, Wolfgang Mayr, neben drei Vorwärts-Abgeordneten seine Anliegen aussprach, beteuerte er, dass der Verein parteiunabhängig sei. Mayr erläuterte zwar, dass sich der Verein nicht nur um die Wiedereinführung des Direktzuges kümmere, das große Thema war allerdings trotzdem wieder die Verbindung zwischen Lienz und Innsbruck. Gemeinsam will man weiterhin für zwei direkte Zugverbindungen am Tag kämpfen.

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Wolfgang Mayr vom „Verein zur Förderung der Mobilität in Osttirol“ zählt auf Rückendeckung von Vorwärts Tirol. Allerdings sei der Verein parteiunabhängig.
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2 Postings bisher
Bert Ram vor 4 Jahren

Wenn der Nationalpark und Natura 2000 schon so super sind, warum schlägt Schett dann nicht das Villgratental dafür vor? Auch dort soll es ja massenhaft Tamarisken geben. Das wäre wohl besser, als im Iseltal gscheit sein!

spitzeFeder vor 4 Jahren

Die Meinung Schetts zu Natura 2000 und zum Büro Revital kann ich durchaus teilen.