Kals in der „Champions-League“ der Dörfer

Glocknerdorf beim Europ. Dorferneuerungspreis 2014 in höchster Kategorie.

Die ungarische Plattensee-Gemeinde Tihany gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014. Unter den mehr als 1.000 Dorferneuerungs-Akteuren aus ganz Europa, die an der stimmungsvollen Preisverleihung in der Graubündner Gemeinde Vals, Schweiz, waren auch elf Kalserinnen und Kalser. Die Glocknergemeinde war nämlich im August 2013 von der Tiroler Dorferneuerung für den alle zwei Jahre stattfindenden Bewerb als Tiroler Kandidat nominiert worden.

Zwischen Dezember 2013 und Jänner 2014 stellten die Kalser ihre Bewerbungsunterlagen zusammen, am 4. Juni 2014 fand dann die Jury-Bereisung statt. „Schon zu diesem Zeitpunkt hatten wir ein gutes Gefühl und Anfang Juli erreichte uns die erfreuliche Nachricht, in der ersten Kategorie ausgezeichnet worden zu sein“, erinnert sich Bürgermeister Klaus Unterweger. Damit spielt Kals am Großglockner europaweit in der „obersten“ Liga der nachhaltigsten Dörfer und Regionen mit.

Ausgezeichnet! stolz hält Bürgermeister Kals Unterweger (2.v.links) die Urkunde in der Hand, dass Kals in der obersten Liga der europäischen Dörfer spielt.
Ausgezeichnet! Stolz hält Bürgermeister Kals Unterweger (2.v.links) die Urkunde in der Hand, dass Kals in der obersten Liga der europäischen Dörfer spielt. Foto: Odi Schmid

Der Festakt in Vals war in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet, das sich vom 11. bis 13. September über drei Tage erstreckte und bei dem sich sowohl die Gastgebergemeinde als auch die 29 Wettbewerbsteilnehmer aus zwölf Staaten präsentierten und begegneten. Das Motto lautete „besser.leben“ und sollte ein Signal sein, dass „schneller, höher, weiter“ nur selten ein Erfolgsrezept für ländliche Räume ist und weniger quantitative als qualitative Verbesserungen des Lebensalltages im Vordergrund stehen sollten.

Alle Erwartungen der Kalser Delegation wurden in Graubünden bei weitem übertroffen, erzählt Klaus Unterweger nach dem Wochenende: „Besonders die ehrliche, herzliche Gastfreundschaft der ValserInnen, die beim letzten Wettbewerb vor zwei Jahren den Sieg nach Hause holen konnten, beeindruckte uns sehr, ganz abgesehen von der überaus professionellen Abwicklung des gesamten Festes“.

Die Jury begründete ihre Entscheidung so:

Besonders hervorgehoben wurde der lange Prozess von zwanzig Jahren, in dem es gelungen ist, den verloren gegangenen baulichen Ortskern mit mutiger zeitgemäßer Architektur zu gestalten und damit ein Zentrum für ein starkes soziales Miteinander zu schaffen. Gleichzeitig hat man es geschafft, den sensiblen alpinen Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum zu erhalten und in seiner Funktion auszubauen. Besonders hervorzuheben sind dabei neben der mutigen zeitgemäßen baulichen Gestaltung mit Rücksicht auf die noch vorhandene schützenswerte Bausubstanz auch die damit verbundene Belebung der Gebäude mit höchst wichtigen Funktionen für das kulturelle und identitätsstiftende Vereinsleben. Die erfolgreiche Bewusstseinsbildung und die daraus resultierende Inwertsetzung von Landschaft und Landschaftshaushalt im Einklang mit einer nationalparkgerechten alpinen Landwirtschaft sind vorbildhaft. Der schließlich dennoch erreichte wirtschaftliche Erfolg im Tourismus bedeutet hohe Wertschöpfung für Dorf und Dorfbewohner“.

Die Delegation der Kalser in Graubünden.
Die Delegation der Kalser in Graubünden.
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