Die 13 magischen Minuten der Grünweißen

SV Rapid Lienz bleibt nach 6:3 Heimsieg über Nötsch Tabellenführer.

Das Spiel am 4. Oktober gegen den Aufsteiger aus dem Gaital begann für die Lienzer denkbar ungünstig. Bereits nach drei Minuten schoss der baumlange Johannes Janschitz aus halbrechter Angriffsposition den Ball knapp neben das Lienzer Tor, zwei Minuten später schlug es im Kasten von Keeper Christian Korunka ein.

Nach einem Fehlpass der Rapidler im Spielaufbau, schalteten die Gäste blitzschnell um und spielten den Pass ideal auf den in die Gasse startenden Mario Skina. Der lief alleine auf den Rapid-Schlussmann zu und versenkte den Ball im kurzen Eck zum 0:1. Christian Korunka hatte in dieser Situation mit einem Stanglpass auf zwei in der Mitte völlig freistehende Nötscher Spieler spekuliert.

Im Gegenzug kamen die Hausherren erstmals vor das Tor des Tabellenletzten aus dem Gailtal. Ein Freistoß von Dominik Müller blieb in der Mauer hängen, den Nachschuss von Sven Lovric entschärfte Nötsch-Keeper Andreas Sternig. Auch danach taten sich die Osttiroler sehr schwer eine Lücke in der Gästeabwehr zu finden und hatten in der 24. Minute Riesenglück, nicht den zweiten Treffer hinnehmen zu müssen.

Nach einer Flanke setzte Johannes Janschitz den Ball um Milimeter am Rapid Gehäuse vorbei. Kurz darauf prüfte Daniel Steiner mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze den Keeper der Gäste, doch Andreas Sternig blieb in diesem Duell Sieger.

Nötsch präsentierte sich vor allem in der ersten halben Stunde als sehr bissige Mannschaft, die die Hausherren früh im Spielaufbau störte. Man hatte nicht das Gefühl, dass hier das Tabellenschlusslicht am Werk war.

So bedurfte es schon einer Standardsituation für die Dolomitenstädter, um den Ausgleich zu erzielen. Sven Lovric brachte in der 38. Minute einen Eckball zu dem am zweiten Pfosten lauernden Patrick Eder und der hatte wenig Mühe aus kurzer Distanz zum 1:1 einzuköpfeln.

Nach einem verhaltenen Start kamen die Dolomitenstädter immer besser in Fahrt. Hier düpiert Markus Stocker die Abwehr der Gäste. Foto: Brunner Images
Nach einem verhaltenen Start kamen die Dolomitenstädter immer besser in Fahrt. Foto: Brunner Images

Vier Minuten später tankte sich Clemens Gesser durch und konnte im Strafraum nur mehr durch ein Foul des Nötscher Torhüters gestoppt werden. Schiedsrichter Glantschnig zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt, stellte den Keeper der Gäste wegen eines klaren Torraubes aber nicht vom Platz, sondern zeigte Andreas Sternig lediglich die gelbe Karte. Christopher Korber verwandelte den Penalty zum 2:1.

Nur eine Minute später erhöhten die Hausherren auf 3:1und versetzten den Gästen gleichzeitig einen frühen Ko.-Schlag. Nach einer tollen Einzelaktion spielte Florian Neumeister von der rechten Seite den Ball zu Clemens Gesser. Dieser scheiterte vorerst an einer Abwehr des Nötscher Keepers, doch den Abpraller drückte der mitgelaufene Christopher Korber über die Linie.
Dies war zugleich auch der Pausenstand vor rund 150 Besuchern im Dolomitenstadion Lienz, wobei Rapid Trainer Markus Hanser nach dem Spiel sagte „ich wusste zur Pause eigentlich nicht, warum wir mit 3:1 in Führung lagen, denn die Gäste haben sich in den ersten 45 Minuten sehr gut verkauft und uns das Leben sehr schwer gemacht.“

Die Grünweißen setzten nach dem Seitenwechsel sofort nach und nur drei Minuten nach Wiederanpfiff gab es erneut Elfmeteralarm im Nötscher Strafraum. Sven Lovric kam in einem Zweikampf zu Fall und erneut zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Diesmal schnappte sich Dominik Müller den Ball und verwertete souverän zum 4:1.

Die Gäste Abwehr zeigte in dieser Phase in der Defensive totale Auflösungserscheinungen und musste in der 51. Minute den nächsten Gegentreffer hinnehmen. Nach einem Eckball von Sven Lovric war wiederum Patrick Eder per Kopf zur Stelle, der Tormann der Gäste konnte nur kurz abwehren und den abprallenden Ball stocherte Patrick „Doppelpack“ Eder zum 5:1 über die Linie.

Wenige Minuten später hatten Daniel Steiner und Christopher Korber den sechsten Treffer am Fuß, konnte diese große Chance aber nicht nützen.
Mit dieser klaren Führung im Rücken wurden die Hausherren in der Defensive etwas nachlässig und ermöglichten den Nötschern einige tolle Konter. Zuerst setzte Michael Sternig das runde Leder knapp über das Rapid-Gehäuse und in der 66. Minute jagte der mutterseelenallein stehende Mario Skina den Ball aus kürzester  Distanz in die Wolken. In der 74. Minute kamen die Gailtaler  dann aber zu ihrem zweiten Treffer. Rapid Kapitän Manuel Eder holte Mario Skina im Strafraum von den Beinen und Michael Sternig verwandelte den Strafstoß zum 5:2.

Dann war wieder die Rapidler am Zug und der eingewechselte Mario Steiner erhöhte zehn Minuten vor dem Abpfiff auf 6:2. Bei einem weiten Ball auf den schnellen Lienzer Stürmer kam der Nötscher Tormann aus dem Kasten und wollte das Spielgerät aus der Gefahrenzone befördern. Dieser Versuch misslang aber total und der Ball fiel direkt vor die Füße von Mario Steiner, der wenig Mühe hatte das Spielgerät ins verwaiste Tor einzuschieben.

Den Schlusspunkt an diesem „Tag der offenen Tür“ setzten dann die Nötscher. Eine schöne Angriffsaktion über mehrer Stationen schloss Mario Skina in der 85. Minute mit dem Treffer zum 6:3 Endstand ab.

Auch im Reserve Vorspiel bleiben die Dolomitenstädter erfolgreich. Die Jungs von Trainer Markus Resinger setzten sich gegen die Nötscher knapp, aber verdient mit 2:1 durch. Die Treffer der Lienzer erzielten Ayodeji Aziz und Antonel Cabraja.

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