Alte Kirchenmusik in Virgen und Matrei

Abschlusskonzert eines internationalen Musikseminares  mit 115 Teilnehmern.

Ende September trafen 115 SängerInnen und Musiker aus Bayern, Südtirol, den österreichischen Bundesländern, aus allen Tiroler Landesteilen und der Schweiz in Virgen ein, um geistliche Musik des frühen 17. Jahrhunderts in ihrem damaligen Klangbild zu erarbeiten. „Von den Räumlichkeiten in der Schule, vom Entgegenkommen der einheimischen Bevölkerung sowie auch in landschaftlicher Hinsicht bot sich Virgen für die Abhaltung des Seminares ideal an“, erklärt Georg Schmid Obmann des Vereines „cantare et sonare“.

Das prachtvolle Herbstwetter trug dazu bei, den Teilnehmern nachhaltig schöne Bilder mit nach Hause zu geben. Das Ergebnis dreitägig-intensiver Seminararbeit  im Schulzentrum Virgen wurde als  Abschlusskonzert in der Pfarrkirche Matrei vorgestellt. Der Sakralraum erwies sich speziell für diese Art großer, mehrchöriger Musik als nahezu ideal, in klanglicher und architektonischer Hinsicht.

So klingt der Himmel. Insgesamt 115 Musiker und Sängerinnen konzertierten nach einem Seminar in Virgen in der Matreier Kirche.
So klingt der Himmel. Insgesamt 115 Musiker und Sängerinnen konzertierten nach einem Seminar in Virgen in der Matreier Kirche.

Schmid: „Aus Zeitgründen konnten leider die Seitenemporen nicht mit einbezogen werden, was eigentlich dem Wesen dieser Musik entspräche.“ Allein die Einbindung des gesamten vorderen Kirchenschiffes entwickelte einen Klang, versetzte den großen Kirchenraum in Schwingungen, welche eine Ahnung vermittelten von den Sphärenklängen in oberitalienischen Kathedralen und Domen.

Ein Zuhörer brachte dies so zum Ausdruck: „Heute habe ich eine Ahnung davon erhalten, wie es im Himmel klingen wird.“ Aber nicht nur klangprächtige, bis zu 16-stimmige Werke kamen zur Aufführung, sondern auch schlichte Sätze zu vier, fünf und sechs Stimmen, wie sie von engagierten Chören in unseren Landkirchen mit Instrumenten musiziert werden können und sollen.

Denn das ist die Botschaft des Seminares: Wertvolle geistliche Chor-Musik soll hinaus getragen werden in unsere Dörfer und Städte, dargeboten durch couragierte und engagierte Chöre und verantwortungsvolle Instrumentalisten. Schmid: „Erfreulich, dass unter den Teilnehmern auch viele Osttiroler zu finden waren, die sich musikalisch bewährten und im  Flair des international besetzten Seminares sichtlich wohlfühlten.“

Das Seminar "Cantare et sonare" in Virgen war nicht nur musikalisch ein besonderes Erlebnis für die Teilnehmer.
Das Seminar „Cantare et sonare“ in Virgen war nicht nur musikalisch ein besonderes Erlebnis für die Teilnehmer.

Ein Programm dieser Dimension in kurzer Zeit zu erarbeiten war nur möglich durch die Kompetenz der musikalischen Referenten, allen voran Gesamtleiter Oliver Felipa Armas, der sich in den drei Tagen die uneingeschränkte Zustimmung aller Teilnehmer sicherte.

Von einer wahrlich fürstlichen Instrumentalbesetzung wie in Virgen kann man normalerweise nur träumen. „Wer verfügt über acht hervorragende Posaunisten, junge Streicher auf Darmsaiten und historischen Bögen, Zinkenisten dieses Könnens, davon zwei aus Anras?“ schwärmt der Vereinsobmann.

Es habe sich auch bewährt, die besten Dozenten ihres Faches zu holen, Henning Wiegräbe (Posaune) und Johanna Pschorr aus Stuttgart, Arno Paduch (Zink) aus Hannover, Ursula Sandbichler und Dominik Bernhard aus Innsbruck.

Beim Abschlusskonzert verband der Matreier Pfarrer Ludwig Kleissner die musikalischen Blöcke mit wohlgesetzten Worten zu einer Einheit von Wort und Musik. Schmid: „Der heuer eher seltene Sonnenschein-Nachmittag mag einige abgehalten haben, das Konzert zu besuchen. Wer dabei war und vor allem die 115 TeilnehmerInnen des Seminares werden die Botschaft von dieser herrlichen Musik und vom wunderschönen Iseltal hinaus in ihre Städte und Dörfer tragen.“

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