Lohn ohne Arbeit für Lienzer Soldaten?

Schatz und Blanik schießen scharf gegen Platter und Klug.

blanik-schatz
Elisabeth Blanik erschien im Military-Look zur Pressekonferenz, Siegfrid Schatz hingegen ließ seine Uniform in der Kaserne. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Am Freitag, 10. Oktober, luden die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und der SPÖ-Gemeinderat Siegfried Schatz zu einer Pressekonferenz. Im Mittelpunkt stand die letzte Woche von Bundesminister Gerald Klug verkündete Schließung der Franz-Joseph-Kaserne in Lienz. In diesem Zusammenhang saßen die beiden SPÖ-Politiker auch als Funktionäre des Vereins „Freunde des Jägerbataillon 24“ den Medienvertretern gegenüber. Blanik als Ehrenpräsidentin, Schatz als Obmann.

Als Halbwahrheit bezeichnete Siegfried Schatz, selbst Bundesheer-Bediensteter, die Aussagen von Oberst Michael Bauer. Bauer ist Ressortsprecher des Verteidigungsministeriums und erklärte am vergangenen Freitag gegenüber Dolomitenstadt, dass „alle Bediensteten der Franz-Joseph-Kaserne in die Haspinger-Kaserne transferiert werden und somit kein Soldat seinen Arbeitsplatz verliert.“ Laut Schatz bekommen jene 62 Berufssoldaten, die derzeit in der Franz-Josef-Kaserne untergebracht sind, zwar in der Haspinger-Kaserne einen Spint und ihren Lohn, ihre Arbeitsleistung sei allerdings nicht mehr gefragt.

„Das funktioniert gleich wie bei der Post – die müssen dann den ganzen Tag in einem Raum sitzen. Das schlägt natürlich auf die Psyche“, erklärt Blanik. Dass die jüngeren Berufssoldaten die Jobs der pensionsreifen übernehmen könnten, weist Schatz zurück: „Bis 2018 werden sich in Lienz maximal 25 Bundesheer-Bedienstete in die Pension verabschieden.“

Sozialdemokraten-Heer-4520
Siegfrid Schatz: „Oberst Michael Bauer sagt Halbwahrheiten.“

Elisabeth Blanik geht es vor allem um den Katastrophenschutz. Künftig würden in Lienz bis zu hundert Rekruten wegfallen. Außerdem werde es die Jägerkompanie, in welcher derzeit sieben Bergführer, elf Bergführer-Gehilfen, neun Hochalpinisten und vier Skilehrer beschäftigt sind, in dieser Form nicht mehr geben. Sie unterstehe in Zukunft nicht mehr den Führungskräften in Lienz, sondern dem Militärkommando. „Im Ernstfall ist es dann halt sehr schwierig, Einsatzkräfte von Kärnten oder Nordtirol in unseren Bezirk zu bringen“, so die Lienzer Bürgermeisterin.

Blanik hat auch schon einen Schuldigen für die Auflösung der Jägerkompanie gefunden: „Landeshauptmann Günther Platter wollte die Kaserne in seinem Heimatbezirk Landeck erhalten – wir Osttiroler wurden Opfer eines politischen Deals.“ Generell seien ländliche Regionen bei Entscheidungen im Bund und Land immer die Leittragenden, kritisiert Blanik auch ihre Parteikollegen in Wien.

Sozialdemokraten-Heer-4534
Weil Günther Platter die Kaserne in seinem Heimatbezirk Landeck erhalten wollte, gibt es in Lienz in Zukunft keine Jägerkompanie mehr. So sieht Elisabeth Blanik die Situation.

Um die Jägerkompanie in Osttirol aufrechtzuerhalten, wollen die Lienzer Sozialdemokraten jetzt „ordentlich Druck ausüben“, bevor Klugs Reformpaket von der Bundesregierung und im Parlament abgesegnet wird. „Uns geht es nicht um die Immobilie, uns geht es um die Einsatzkräfte vor Ort – 100 Rekruten sind ja auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt“, so Blanik abschließend.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

11 Postings bisher
Bessawissa vor 3 Jahren

Heute tritt der Nationalrat zu einer Sondersitzung über die Zukunft - und Vergangenheit - des österr. Bundesheeres zusammen. Ein harten Schlagabtausch ist vorprogrammiert. Die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte stehen jeden Tag in der Zeitung. Ich bin gespannt, was Minister Klug überhaupt machen "darf". Nicht nur das Ministerium für LV soll am Prüfstand stehen, sondern alle anderen Ministerien und öffentlichen Institutionen. Was sich da an Privilegien und Annehmlichkeiten angehäuft hat, ist sagenhaft. Jetzt schreien alle nach Abhilfe, weil kein Geld mehr da ist. Ich habe noch die NR-Sondersitzung vor der NR Wahl 2008 in Erinnerung. Von den fünf, von der SPÖ propagierten Punkten, wurden vier beschlossen. (Die Senkung der Mwst. für Lebensmittel um 5 Prozent ist GsD durchgefallen). Insgesamt handelte es sich um teure (!) Wahlzuckerln - siehe Hacklerpension!!! -, die uns teuer zu stehen kommen und die heute nicht mehr finanzierbar sind. Und nun gibt es Widerstand gegen Kasernenschließungen. Jene, die unser Geld "verzuckerlt" haben, sollen jetzt für ihre "Wahl-Wohltaten" gerade stehen. Dazu gehört auch die Partei unserer Frau Bürgermeisterin mit ihrem Herrn Schatz! Bitte das nicht zu vergessen.

j.oberhofer vor 3 Jahren

Da ist sie ja wieder, die "alte" Gegenüberstellung bei Katastropheneinsätzen von Feuerwehr vs. Bundesheer. Ich zweifle die Zahlen nicht an, nur eines sollte dann auch gesagt werden: jeder Feuerwehrmann wird nach 2 - 3 Tagen wieder an seiner Arbeitssstelle auftauchen müssen; die Freistellung der Feuerwehrmänner für Einsätze wird durch die Wirtschaft mehr und mehr hinterfragt. Wenn also nach Ablauf von 3 Tagen noch Manpower gefragt ist, dann kommt das Bundesheer zum Einsatz - und das dann aber über einen längeren Zeitraum. Dass die Zahl verfügbarer Soldaten niedrig ist, ist oft in den Einrückungsterminen begründet. Durch das 6-Monate-Modell sind halt weniger Rekruten vorhanden ... Auch den "Beamtenapparat" zu verdammen hilft hier wenig - dass der Apparat so ist, dafür ist die Politik verantwortlich. Auch für die Prädikate "veraltet" und "ineffizient" zeichnet die Politik verantwortlich, die seit Jahren (sogar Jahrzehnten) die nötigen Mittel für Ausrüstung verweigert - zum materiellen Teil. Zum personellen Teil: andere Armeen befristen die Zeit bei Kampfverbänden, weil ein 60-jähriger einfach nicht mehr die körperlichen Voraussetzungen eines 25-jährigen hat. Bei uns hat der Soldat bis zum Antritt seines Ruhestandes mit nunmehr 65 Jahren Dienst zu machen - und "verhindert" dadurch dass junge Soldaten nachrücken können. Hier ist das System verbesserungswürdig - und dafür ist die Politik verantwortlich. Wenn das System "Bundesheer" mit Vollgas an die Wand gefahren wird, dann steht eines fest: am Steuer saß KEIN Soldat ...

Churchill vor 3 Jahren

Ich zitiere: "Ach du armes Österreich, öffnet den Flüchtlingen Tür und Tor, bringt Krankheiten und Unfreiden herein, gebt den armen Flüchtlingen zu arbeiten und essen den es gibt in Österreich eh noch zu wenig Arbeitslose und Menschen die ausser Not nichts haben, und nehmet dem Österreicher noch den letzen Cent aus der Hose damit wir alle brav die Flüchtlinge unterstützen können."

Ha! Danke Schlumpfi, für die Untermauerung meiner Aussage zum Thema Chauvinismus im ÖBH. Jeder Cent des Steuergeldes, der für Ihren Sold ausgegeben wird, ist eine Zumutung.

Gut, wo fangen wir denn nun an? Zunächst möchte ich vorwegnehmen, dass Ihre Rechtschreibung grauenhaft ist, aber um den Vorwurf "wenn man keine inhaltliche Kritik anbringen kann, reitet man auf der Rechtschreibung herum" zu entkräften, komme ich nun zum inhaltlichen Teil:

Zitate von historischen Personen zu verwenden ist eine Sache, sie zu versehen eine andere. Zur Erläuterung: Mit "Wasser in das Maul rinnt" ist nicht Katastrophenhilfe, sondern militärische Bedrohung gemeint. Die Soldaten der damaligen Zeit waren allerdings Söldner, die nur für einen bestimmten Zeitraum und nur gegen Cash loyal waren. In Friedenszeiten oder wenn der Sold ausblieb, schreckten sie nicht zurück im eigenen Land zu plündern und zu brandschatzen. Und Prinz Eugen wundert sich dann, warum das "einfache Volk" nicht total begeistert davon ist, von diesen Marodeuren beraubt, vergewaltigt und ermordet zu werden. Quasi als Dank dafür, nicht von den fremden Truppen beraubt etc. zu werden. So viel dazu.

Aber nun tatsächlich zum Thema Katastrophenhilfe: Lassen wir die Polemik und die scheinbar endlose Liste rhetorischer Fragen beiseite und legen Zahlen auf den Tisch: Das "Jahrhunderthochwasser" in NÖ würde angesprochen, nach kurzer Recherche finden sich dafür folgende Zahlen: Bei dem Hochwasser 2013 waren (laut Angabe des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport) in ganz Österreich (!) insgesamt rund 800 Soldaten und 24 Hubschrauber des ÖBH im Einsatz. Dem gegenüber stehen (laut Angaben des Bundesfeuerwehrverbandes) 18900 Feuerwehrleute. Ich will damit nicht sagen, dass Hilfe des Bundesheeres nicht erwünscht ist, ganz im Gegenteil. Nur sträubt sich mir alles, wenn bei der Frage "Wofür brauchen wir in der heutigen Zeit ein Bundesheer?" immer mit unbändiger Vehemenz das Thema "Katastrophenhilfe" eingebracht wird. Bereits bei der Wehrpflichtdebatte samt Volksbefragung 2013 war die Argumentation der ÖVP und vieler Lokalpolitiker anderer Coleurs nichts als ein trauriger, populistischer Witz. Abschließend und zusammenfassend will ich festhalten, dass ich nicht die Hilfe der Soldaten schlechtreden will. Ganz im Gegenteil. Ich möchte aber aufzeigen, dass der Stellenwert des ÖBH bei der Katastrophenhilfe wesentlich geringer ist, als manche Soldaten gerne behaupten, um diesen veralteten und ineffizienten Beamtenapparat zu legitimieren. Die Kriege der heutigen Zeit werden ohnehin nicht mehr auf dem Schlachtfeld ausgetragen und falls doch (und das ist jetzt nur ein rein hypothetischer "was-wäre-wenn-Gedanke") würde das Bundesheer sowieso nicht Berufssoldaten, sondern Zivilisten, die eine unzureichende Ausbildung (hauptsächlich als "Funktionssoldaten") erhalten haben, in die erste Reihe stellen.

Quellen: Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport: http://www.bmlv.gv.at/cms/artikel.php?ID=6596+ Bundesfeuerwehrverband http://www.bundesfeuerwehrverband.at/aktuelles/details/article/18900-einsatzkraefte-der-feuerwehren-in-oesterreich-im-einsatz/

maxi vor 3 Jahren

@hanswurst: du sprichst mir aus der Seele, Lohn ohne Arbeit ist schon Alltag. Liebe Frau BM die Schließung dieser Kaserne war keine große Überraschung, nützen Sie die Chance um die Kaserne für die HS-Nord zu erwerben, anstatt immer nur über unseren Landeshauptmann zu schimpfen, Lienz benötigt sicher nicht 2 Kasernen und im Katastrophenfall kann man auch die Betten vom Ausbildungsheim am Iselsberg beanspruchen.

schlumpfi vor 3 Jahren

"Sie schreien nach uns um Hilfe, wenn ihnen das Wasser in das Maul rinnt, und wünschen uns vom Hals, kaum als einen Augenblick dasselbige verschwunden."

Prinz Eugen von Savoyen-Carignan

(1663 - 1736), österreichischer Heerführer, galt als der fähigste Feldherr seiner Zeit, was man von der jetzigen obersten Heeresführung nur bedingt sagen kann.

Ich bin auch ein Angehöriger des ÖBH und möchte dieses berühmte Zitat allen Osttirolerinnen und Osttirolern ans Herz legen!

Wo waren die Lienzer Soldaten in den Hochwasserjahren 1965/66 , wo waren die Lienzer Soldaten als im Defereggental eine Frau nach Tagelanger suche von der Bergrettung nicht gefunden werden konnte und die Lienzer Soldaten sie ausgegraben haben um Ihren Hinterbliebenen eine würdige Beerdigung zu ermöglichen, wo waren die Lienzer Soldaten im Winter 2009 und 2014 als sie bei so manchem öffentlichem und auch privatem Gebäude den Schnee abgeschaufelt haben, wo waren die Lienzer Soldaten als in Virgen die Mure abging und einige Keller voll mit Schlamm war, wo waren die Lienzer als in Nierdeösterreich die Donau nach der Jahrhundetflut wieder abgklungen ist? Genau nicht in den Kasernen, sondern dort wo man sie brauchte! Nun hört man keinen Bürgermeister (übrigens alle 33 Gemeinden haben eigentlich eine Partnerschaft mit dem Jägerbataillon 24) rufen und protestieren zum erhalt der Kaserne! Osttirol ist ein komisches Landl, das ach soooo Stiefmütterlich behandelt wird! Das beste wäre man betoniere das Loch Richtung Norden zu, dadurch spare man sich teilweise viel Steuergeld zum Bau der Strasse, stelle im Osten auch eine Parikade auf das niemand mehr aus Kärnten zu uns kommen kann und schliessen uns mit Südtirol zusammen und gründe den Staat "Südosttirol"! Nun soll die Lienzer Bürgermeisterin als Südenbock herhalten, nur wiel die den Mund aufmacht und sie gegen die schwarzen Schwestern und Brüder in der Landes- und Bundespolitik ankämpfen will.

Ach du armes Österreich, öffnet den Flüchtlingen Tür und Tor, bringt Krankheiten und Unfreiden herein, gebt den armen Flüchtlingen zu arbeiten und essen den es gibt in Österreich eh noch zu wenig Arbeitslose und Menschen die ausser Not nichts haben, und nehmet dem Österreicher noch den letzen Cent aus der Hose damit wir alle brav die Flüchtlinge unterstützen können.

Ach du armes Osttiroler Volk, die nächste Wahl kommt so sicher wie das nächste Hochwasser, Schneechaos oder gar schlimmeres und IHR Schimpfer werdet und werdet nicht gscheider!!

Churchill vor 3 Jahren

Auch wenn es hart klingen mag, aber als ehemaliger Präsenzdiener (wenn auch in der Haspinger-Kaserne und nicht in der FJK) würde es mich nur zu sehr amüsieren, wenn diese präpotenten und (was mich weniger überrascht, aber umso mehr schockiert hat) teils sehr chauvinistischen Herrschaften, die sich Offiziersstellvertreter, Vizeleutnant etc. schimpfen, auf die Straße gesetzt werden. Natürlich möchte ich nicht die verschwindend geringe Anzahl aufrichtiger Berufssoldaten in denselben Topf werfen, aber meine Präsenzdienstzeit war halt eine ziemlich interessante, jedoch weitaus irritierendere Erfahrung - inklusive allerhand verklärender Geschichtsstunden.

j.oberhofer vor 3 Jahren

Mahlzeit! Zur ÖBH-Misere möchte ich auch ein paar Worte sagen/schreiben: - Wer hat über Nacht den Grundwehrdienst auf 6 Monate reduziert (davor 8 Monate in verschiedenen Ausprägungen - 6+2, 7+1, oder 8), ohne sich der Folgen bewusst zu sein - Hintergrund war damals die bevorstehende Nationalratswahl, da musste rasch ein Wahlzuckerl her ...? - Wer hat dadurch die Rotationen der Rekruten im Jahr vermehrt, wodurch sich schwächere oder weniger Einberufungstermine ergeben (daraus resultieren halbleere / leere Kasernen)? - Wer hat durch die Reduktion des GWD auf 6 Monate der Miliz den Nährboden genommen, und sie dadurch ziemlich ausradiert? Das war unser jetziger LH Platter in seiner Zeit als Verteidigungsminister! Eigentlich sollte "politische Alzheimerei" nicht vor politischer Verantwortung schützen ... Wenn jetzt über Nacht eine in Gedanken bereits geschlossene Kaserne (Landeck) über Nacht wieder überlebt, dafür eine sanierte und belegte Kaserne geopfert wird - das trägt doch sehr die gleiche Handschrift (schön gesprochen für: "Des stinkt fei scho zum Himmi!") Ich bin selber Angehöriger des ÖBH und mache seit 1986 den scheibchenweisen Verfall des Bundesheeres mit. Einige "Reformen" wurden beschlossen, aber nie fertig umgesetzt. Dass hintennach das "dicke Ende" kommen muss, ist eine Milchmädchenrechnung. Dem großteils pragmatisierten Personal den Schwarzen Peter zuzuschieben ist Polemik - der Dienstgeber Bund hat das einseitige Recht zur Pragmatisierung. Und hier muss umgedacht werden: möchte ich junges Personal, dann darf ich nur befristete Verträge machen, muss aber im Gegenzug das Personal auch anmelden und die Lohnnebenkosten in voller Höhe tragen. Wenn hier jetzt jemand sagt, das sei selbstverständlich, muss ich sagen: NEIN!! Der Bund hat jahrelang für die damaligen "Zeitsoldaten" keine Beiträge in die Pensionsversicherung einbezahlt, weil diese aus dem Sachaufwand bezahlt wurden!! Hinterher wurde das Gesetzt "repariert", dass Zeiten als Grundwehrdiener bzw. Zeitsoldat mit insgesamt 30 Monaten gedeckelt werden. Jedem ehemaligen Zeitsoldaten, der mehr als 2 Jahre (plus GWD) im System verbracht hat, fehlen also Versicherungszeiten - im schlimmsten Fall ein Jahrzehnt. Dies soll ein Sittenbild des Arbeitgebers BUND(ESHEER) zeichnen, um auch einmal nachzudenken, ob wirklich überall das Heer schuld ist. Auch hier gilt das "Primat der Politik" (Zitat Ex-BM DARABOS) ...

gruenxi vor 3 Jahren

Ohne Geld ka Musi - dies trifft hier voll zu. Abgesehen davon finde ich es richtig, wenns in Lienz nur noch 1 Kaserne gibt. Warum soll der Steuerzahler für aus meiner Sicht nicht notwendige Gebäude und Beamte aufkommen ? Der Lienzer Gemeinderat soll sich bemühen, dass sich neben Liebherr, Durst.. weitere attraktive Betriebe ansiedeln. Ist halt wesentlich schwieriger als zu kritisieren und vorgestrige Standpunkte zu vertreten.

Tom Doelsach vor 3 Jahren

Lieber Hanswurst! Ich kann deiner Argumentation durchaus was abgewinnen, trotzdem anbei einige Fakten. Leider stimmt diese medial teilweise falsche Darstellung nicht, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen. Laut momentanem Reformpapier wird die Jägerkompanie in der Franzjosefkaserne GESTRICHEN - Entschuligung stimmt ja nicht ganz, sie wird auf den Status MILIZ gesetzt - also GESTRICHEN. Diese Kompanie hat österreichweit den höchsten qualifizierten Alpinkaderanteil(Bergführer usw). Dass die Franzjosefkaserne früher oder später fällt war eigentlich klar, aber nicht dass 70 Bedienstete gestrichen werden. Der geplante Eratzbau in der Haspingerkaserne wurde nicht finanziert. Die Unterkunftskapazität ( auch für Katastropeeinsätze) verringert sich mit dem Wegfall der Franzjosef Kaserne um ca 230 Betten, was zu Folge hat, dass im der HASPINGER die nötige Anzahl von Betten (ca.50 verbleiben) nicht zur Verfügung gestellt werden können. Wirtschaftlich bedeutet diese Maßnahme den langfristigen Verlust von 70 Vollarbeitsplätzen und einen Reduktion von ca 100 potenten Konsumenten (Grundwehrdiener) für LIENZ. So - und jetzt soll noch jemand behaupten, dass wir bei dieser Reform Glück hatten. LANZER Thomas

nanny vor 3 Jahren

Guter Kommentar, hanswurst. Nix hinzuzufügen :-)

hanswurst vor 3 Jahren

Da ich selbst als Rekr. Wurst in der Franz-Joseph-Kaserne "gedient" habe, will ich hier einen kurzen Kommentar loswerden. Nämlich, dass mir die Bundesheerbediensteten (so grob es auch klingen mag) ganz und gar nicht leid tun. Natürlich darf man nicht alle "Parasla" über einen Kamm scheren. Bin mir aber sicher, dass so mancher ehemaliger Rekrut auch die eine oder andere Geschichte erzählen kann, bzgl. was sich die Beamten des Bundesheeres so während der Dienstzeit geleistet haben. Sei´s wies sei. Nun ists halt keine Kaserne mehr, nun sind die Räumlichkeiten gemütlicher, kleiner und so mancher Vizeleutnant hat auch hier immer noch Platz, um seine ihm zugeteilten Rekruten den ganzen Tag mit Arbeit zu versorgen, damit man ja selbst nicht zu viel arbeiten muss. Ob das in der Privatwirtschaft möglich wäre? Wie gesagt, ich bin kein Freund des Bundesheeres (+KEIN Platterfreund) und dies hier ist meine subjektive Meinung. Kann Frau Blanik aber nicht verstehen, wenn sie Platter kritisiert. 1.) Die FJ-Kaserne steht ja schon lange im Zentrum der (Verkaufs-) Diskussion und weil halt LZ mal 2 Kasernen hat (im Gegensatz zu Landeck und Vomp), war diese Aktion jetzt wirklich nicht überraschend. 2.) Hier die Opferrolle einzunehmen (..."Opfer eines politischen Deals") ist wieder billiger Politpopulismus, wie man ihn schon seit langem kennt. Aber man weiß halt was gut bei den Leuten ankommt...

Sicher wurden die Pferdln verkauft, die Infrastruktur ist auch nicht mehr dieselbe, die Jägerkompanie aufgelöst - aber ob die wichtigen, guten, engagierten Soldaten (die es ja auch zu Hauf gibt), jetzt ihre Arbeit für die Zivilbevölkerung (Bsp. Katastrophenschutz) schlechter oder gar nicht mehr ausüben können, glaub´ ich ehrlich gesagt nicht.

Und was man nicht vergessen darf, Osttirol ist verdammt nochmal nicht schlecht bei diesem "politischen Deal" davongekommen. Im Bezirk, wo die Schere zwischen Einkommen und Ausgaben am größten ist, wurden keine Arbeitsplätze verloren (und niemand muss nach Spittal, o.ä. pendeln, bzw. sich von einem Rekr. dorthin kutschieren lassen).

In diesem Sinne, nicht immer zuviel jammern-der Bezirk LZ ist sicher nicht bei dieser Entscheidung am besten davongekommen, aber die, die jetzt mit Lohn und ohne Arbeit auskommen müssen, werden´s wohl auch überleben. Haben´s ja auch die restliche BH-Karriere geschafft =)