Handl und Gruber legen Nightliner-Konzept vor

SP-Jungpolitiker: „Alles weitere liegt nicht in unserer Hand“. 

Die SP-Jungpolitiker Christina Gruber und Christopher Handl.
Die SP-Jungpolitiker Christina Gruber und Christopher Handl.

Christopher Handl ist der Bezirksvorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ Osttirol, Christina Gruber sitzt seit Jahren als Vertreterin der SP-Jugend im Lienzer Gemeinderat. Gemeinsam legten die Jungpolitiker am Samstag, 18. Oktober ein Konzept für den „Nightliner“ vor.

Diese Buslinie, die nächtens die Hotspots der Osttiroler Disco- und Partyszene verbinden soll, zählt trotz relativ geringer Kosten seit Jahren zu den politischen Zankäpfeln zwischen SPÖ und ÖVP, vor allem in der Stadt Lienz. Während die Schwarzen den Jugendlichen das Taxifahren ans Herz legen, setzt Rot auf den „Nightliner“. Bisher führte die Ideologisierung des Themas in eine politische Sackgasse.

2013 wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die Anfang 2014 zu den Bürgermeistern betroffener Gemeinden Kontakt aufnahm. Jetzt wollen die SP-Jungpolitiker Gruber und Handl mit einem detaillierten Konzept sichtbar machen, wie die nächtliche Heimreise aus Mausefalle & Co. für die Jugend des Bezirkes sicher organisiert und finanziert werden könnte.

„Unter Berücksichtigung möglichst aller Anliegen haben wir von der Firma Alpenland-Reisen eine neue Route ausarbeiten lassen und gingen mit diesem neuen Konzept zu den einzelnen Bürgermeistern, von denen wir nur positive Rückmeldungen bekommen haben“, erzählt Christopher Handl. Unter anderem habe man vom VVT (Verkehrsverbund Tirol) eine Fixzusage für eine 30-prozentige Förderung, die fast 10.000 Euro ausmache.

Gruber: „Wir sind erst spät darüber informiert worden, dass die Firma Alpenland die vereinbarten Haltestellen laut Postbus GmbH nicht anfahren darf. Also haben wir im Sommer 2014 ein weiteres Konzept ausgearbeitet, das die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in der nächsten ÖPNV-Sitzung Ende Oktober dem Gremium vorstellen wird.“ Weil der Nightliner finanziell gefördert werden soll, muss eine Fahrt mit dem Nachtbus bezahlt werden, wobei das SchulPlus- und LehrPlus-Ticket ausgenommen wären. Handl: „Die Preise orientieren sich an den tagesüblichen Tarifen.“

Im unten zum Download angehängten Tarif- und Fahrplankonzept würde ein Ticket von Lienz nach Nußdorf-Debant 2,80 Euro kosten, die Fahrt von Nußdorf-Debant nach Matrei beispielsweise 7,20 Euro. Auch der mögliche Fahrplan steht, der Bus verkehrt zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens, steuert zwischen Nußdorf-Debant und Matrei alle relevanten Haltestellen an und fährt nicht ins Oberland.

Zustimmung aller Gremien vorausgesetzt, könnte der Nachtbus laut VVT in den Semesterferien 2015 starten. „Somit können wir sagen, dass unsere Arbeit getan ist, da wir sämtliche Unterlagen fristgerecht ausgearbeitet und eingereicht haben. Was weiter passiert, geschieht außerhalb unseres Einwirkens“, erklärt Handl.

Die Stadt Lienz müsste zu diesem Jugendservice rund 11.000 Euro pro Jahr beisteuern, Matrei 4.350 Euro, Nußdorf-Debant rund 3.000 Euro. Ein Sponsorbeitrag der Discothek „Mausefalle“ von 1.800 Euro ist bereits einkalkuliert, weitere Sponsoren könnten den öffentlichen Kostenaufwand weiter reduzieren. Unten finden Dolomitenstadt-Leser alle Infos zum Download und eine Abstimmung. Discobus Ja oder Nein?

Informationen-Nightliner Osttirol

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5 Postings bisher
Churchill vor 3 Jahren

Ha! Warum soll Lienz mit rund 11.000 € mehr als 50% der für die Gemeinden anfallenden Kosten tragen, obwohl kaum Lienzer Jugendliche den Bus nutzen werden. Außerdem: Das Moarfeld oder Dölsach beispielsweise werden gar nicht angesteuert. Das war von Anfang an eine ideologische Kopfgeburt, die zum Scheitern verurteilt war. Ich kann nicht verstehen, wie man sich so zwanghaft an diese Idee klammern kann.

Wäre m.E. wesentlich sinnvoller veranschlagten Jahreskosten von rund 32.600€ in Form vom Taxigutscheinen in den Lokalen auszugeben - mit Bedacht darauf, dass Fahrgemeinschaften gebildet werden.

Ich finde es gut und wichtig, die Jugend zu fördern, aber das ist der Holzweg.

Bessawissa vor 3 Jahren

Die vor Kurzem in den Medien erschienenen Berichte, wonach in Österreich eine größere Anzahl von Schülern ohne ausreichende Kenntnisse in Rechnen, Schreiben und Lesen die Schule verlassen, hat mich erschüttert. Ein jahrelang tätiger Lehrherr bestätigte diese ernüchternde Aussage. Warum ich das schreibe? Weil es aus meiner Sicht notwendiger wäre, die von der öffentlchen Hand, sprich Gemeinden, geforderte Teilfinanzierung des "NL" - N-icht-L-leistbaren - Nigthliners, für die Ausbildung/Nachschulung dieser Schüler und Jugendlichen zu verwenden. Eine Jugend ohne heute erforderliche schulische Kenntnisse mit Abschluss, hat wenig Zukunft. Schade um diese jungen Leute. Vielleicht denkt jemand darüber nach, wie man hier Abhilfe schaffen kann. Jeder Euro wäre gut investiert! Wenn es klappt, kann gefeiert werden. Von mir aus jedes Wochenende bis fünf Uhr früh. Der Spruch: "Zuerst die Arbeit (Lernen!), dann das Vergnügen", hat in unseren Tagen nicht seine Berechtigung verloren. Frau Gruber und Herr Handl: Bitte um eure Vorschläge.

le corbusier vor 3 Jahren

wenn sich 4 leute zusammenreden fahrn sie billiger mit dem taxi und das direkt vor die haustür.

Macki vor 3 Jahren

Des is holt des Thema des ihr die Blanik zuageteilt hot. Brauchen tuama den Bus nit und leistn sollt ma ihn uns a nit. Und bevors wieda aufkimp Frau BGM, es braucht a ka Gutachten dazua. Es gib genug junge Leit, Studenten und ehemalige Studenten wie mi, dei in allen größeren Städten in Ö Öffis verwendet habn und es abschätzn kennen, dass es des in Lienz nit brauch.

Bessawissa vor 3 Jahren

Alle Jahre wieder! Die Notwendigkeit, einen Nachtbus einzurichten, ist nichtt dringender geworden. Aus meiner Sicht sind die Eltern für den finanziellen Aufwand einer sicheren Heimfahrt zuständig. Der Allgemeinheit die anfallenden Kosten, zum Teill, aufzuhalsen, kann ich nicht unterstützen. Fünf Euro Beitrag für die Fahrt in einem größeren Taxi, zB bei größeren Events, wären verkraft- und zumutbar. (Oder, man kauft die Taxikosten gleich mit der Eintrittskarte mit). Liebe junge SPÖ-Politiker: Es ist löblich, wenn sich junge Leute f ü r junge Leute einsetzen. Nichts dagegen. Wir haben jedoch in Lienz Wichtigeres zu erledigen. I c h wüsste schon,, wo unsere Bürger der "Schuh drückt". Lasst euch was einfallen.