Die Geschichte von Aguntum – neu erzählt

Kernvision: Ein archäologischer Landschaftspark soll mehr Besucher anlocken.

Seit Jahrzehnten bemüht sich der Verein „Curatorium pro Agunto“ gemeinsam mit dem Archäologenteam der Universität Innsbruck, dem Bundesdenkmalamt und dem Land Tirol um die einzige Römerstadt auf Tiroler Boden. Nun hat der Verein gemeinsam mit Experten ein Leitbild für Aguntum erstellt. Im Rahmen einer Fachkonferenz am 23. Oktober 2014 wurde das Leitbild der Öffentlichkeit vorgestellt.

Szenenausschnitt zum Zukunftsbild in Aguntum (Visualisierung: Lukas Jungmann)
Szenenausschnitt zum Zukunftsbild in Aguntum (Visualisierung: Lukas Jungmann)

Seit gut einem Jahrhundert herrscht auf dem Areal der einst blühenden Römerstadt Aguntum wieder reges Treiben. Es wird ausgegraben, zugeschüttet, konserviert, rekonstruiert, informiert, ausgestellt, gefeiert. Aguntum gleicht einer Spielwiese, auf der viele ihre Zeugnisse und Spuren hinterlassen haben, auf der ein „roter Faden“ und eine klare Vision für die langfristige wissenschaftliche und touristische Positionierung aber bislang fehlte.

Das erarbeitete Leitbild soll diese Lücke schließen. Es umreißt die Vision eines „archäologischen Landschaftsparks Aguntum“, der alle gleichermaßen in seinen Bann ziehen möchte: Archäologen, Denkmalschützer, Schulen, Touristen und nicht zuletzt die einheimische Bevölkerung. Wie die räumliche Umsetzung der vorgeschlagenen Grundstruktur und Gestaltungsprinzipien aussehen könnte, zeigen erste Skizzen und Visualisierungen. Das angestrebte Ziel ist durchaus ambitioniert: Aguntum möchte der touristische Anziehungspunkt im Lienzer Talboden und darüber hinaus werden.

Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Macellum - Foto: Revital
Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Macellum – Foto: Revital
 Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Forum - Foto: Revital
Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Forum – Foto: Revital
Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Forum - Foto: Revital
Im Sommer 2014 umgesetzte Probefläche im Bereich Forum – Foto: Revital

Die Erstellung des Leitbildes erfolgte in einem mehrstufigen integrativen Prozess. Prozessbeteiligte waren neben Obmann und Vorstand des Vereins Curatorium pro Agunto, auch die Mitarbeiter von Aguntum, Vertreter des Bundesdenkmalamtes, Vertreter des Grabungsteams bzw. des Instituts für Archäologien der Universität Innsbruck, das Restauratoren‐Team und die in Aguntum tätigen Architekten. Die Moderation und Prozessbegleitung sowie die Erarbeitung und Darstellung der zusammenfassenden Ergebnisse lag in den Händen von Klaus Michor und Mitarbeitern des Osttiroler Planungsbüros Revital.

Leitbild AGUNTUM – Der erzählerische Kern:

Aguntum florens – ein blühender Archäologiepark in den Alpen

Schon die alten Römer schätzten das besondere Klima und Flair des Lienzer Talbodens. Hier an der Südseite der Alpen gründeten sie vor rund 2000 Jahren die Stadt AGUNTUM. Heute präsentiert sich die historische Stätte als ein 5 Hektar großer außergewöhnlicher archäologischer Erlebnisraum. Besucher betreten eine arkadisch anmutende Landschaft, eingebettet zwischen den schneebedeckten Bergen des Nationalparks Hohe Tauern und den schroffen Felsen der Lienzer Dolomiten. Zwischen den Ruinen der Römerstadt eröffnet sich ein blühender achäologischer Park. An historischen Wegen laden Nischen und Plätze zum Verweilen ein. Die teils üppige teils karge Vegetation steht sinnbildlich für das einstige Leben in den Vierteln der Stadt. Die Vielfalt und Magie des Ortes verändert sich im Kreislauf der Jahreszeiten, aber auch durch laufende archäologische Grabungen, die Besucher hautnah erleben können. So vermischen sich die Spuren der Römer mit den Spuren unserer Zeit ‐ im blühenden AGUNTUM.

Räumliches Grundkonzept: Revital
Räumliches Grundkonzept: Revital

Auszug aus dem Leitbild zum räumlichen Grundkonzept – Grundstruktur und Wege: Die Struktur des archäologischen Landschaftsparks orientiert sich am historischen Bestand, die Stadtmauer bildet die Orientierungs- und Begrenzungsachse, historische Wege bilden das Grundgerüst. 

Räumliches Grundkonzept: Revital
Räumliches Grundkonzept: Revital

Auszug aus dem Leitbild zum räumlichen Grundkonzept – Stadtviertel als Erlebnisräume: Pflanzen prägen ganze Stadtviertel und erzählen Geschichte einmal anders. Durch „gärtnerische“ und landschaftsökologische Gestaltungsansätze werden die Stadtviertel „unterscheidbar“ und greifen das thematische Geschehen auf.

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