Bücherflohmarkt für eine Schule in Uganda

Stadtbücherei unterstützt Pepi Gasteigers ambitioniertes Schulprojekt in Afrika.

Nelson Mandela sagte einmal: „Bildung ist die mächtigste Waffe die du verwenden kannst um die Welt zu verändern.“ Der gebürtige Osttiroler Pepi Gasteiger gründete das Projekt „Kinderhilfe Uganda“ mit dem er Kinder einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglicht. Der Bücherflohmarkt in der Lienzer Stadtbücherei Lienz widmet alle Erlöse im November 2014 diesem Schulprojekt.

Das Schulsystem Ugandas hat seine Wurzeln noch in der britischen Kolonialzeit. Das Tragen einer Schuluniform ist Pflicht, wobei jede Schule selbst eine solche designen darf. Es gibt, wie auch im Commonwealth üblich, Ganztagsunterricht und alle Kinder bis 15 Jahre sind schulpflichtig. So die Theorie. In der Praxis sieht es in Uganda leider immer noch vielfach so aus, dass die Kinder in den Familien zum Erwerb des täglichen Lebensunterhalts beitragen müssen, am Feld arbeiten, Holz sammeln, Wasser holen oder die kleinen Geschwister hüten und so einfach deshalb nicht in die Schule können, weil sie arbeiten.

Der Schulbesuch in der Grundschule ist in Uganda zwar grundsätzlich kostenfrei, aber auch wenn der Staat jeden Grundschüler mit 9000 ugandischen Schilling pro Jahr unterstützt (etwa 5 Euro) so reicht das dennoch hinten und vorne nicht dafür, dauerhaft den Unterricht besuchen zu können. Die Schulen erheben daher auch häufig Nebengebühren für jedes Kind, das am Unterricht teilnehmen möchte.

Ein Lehrer verdient in Uganda 120.000 Schilling/Monat, das sind etwa 60 Euro, dem zugrunde liegt eine staatliche Regelung zu Lehrergehältern. Viele städtische Schulen legen noch einmal etwa 200.000 Schilling drauf. Daher haben sie es leichter, ausgebildete und motivierte Lehrer zu finden. Was im Umkehrschluss natürlich bedeutet, dass gerade in ohnehin schon armen Gegenden auch niemand unterrichten will. In vielen Schulen fehlt es nicht nur an Büchern und Unterrichtsmaterial sondern auch an geeigneten Klassenzimmern. In der Grundschule wird Englisch als Fremdsprache unterrichtet. In der weiterführenden Schule ist Englisch Unterrichtssprache. Für Kinder aus Dorfschulen – eine fast unüberwindbare Hürde.

Damit also ein ugandisches Kind die Schule besuchen kann, muss zuerst einmal eine Schuluniform finanziert werden, dann das Schulgeld aufgebracht werden, das möglichst für alle Kinder einer Familie, die Arbeit, die üblicherweise von den Kindern erledigt wird, muss umverteilt werden, der Schulweg muss bewältigbar sein usw. Das allergrößte Problem stellt aber die Finanzierbarkeit dar.

Das alles erfuhr Pepi Gasteiger also im Juni 2012 beim Besuch des kleinen ugandischen Dorfes. Spontan entschloss er sich, mehreren Kindern vorerst für die nächsten Monate das Schulgeld zu bezahlen. Seitdem ist er unermüdlich im Einsatz, möglichst vielen Kindern zu helfen. Pepi Gasteiger sammelt, reist auf eigene Kosten nach Uganda und stellt vor Ort sicher, dass die Spenden auch zweckmäßig verwendet werden.

Im beginnenden November unterstützt der Bücherflohmarkt Lienz dieses Projekt mit einem Aktionsmonat. Der Verein BIBLIOS, Träger des Buchflohmarktes, sammelt alte, gut erhaltene Bücher und die gute Seele des Marktes, Elvira Schwemberger, bereitet den Bestand immerfort gewissenhaft auf. Jedes verkaufte Buch, jeder damit eingenommene Euro, kommt 11 Monate im Jahr der Stadtbücherei Lienz zugute, die damit Projekte im Kinder- und Jugendbereich finanziert und neue Medien ankauft. 1 Monat pro Jahr geht der Erlös aber an einen anderen sozialen Zweck und heuer eben an das Kinderhilfsprojekt von Pepi Gasteiger.

Mit 40 Euro kann ein ugandisches Kind ein Jahr lang durchgehend die Schule besuchen. Kinder ohne Schulausbildung haben nämlich auch in Afrika keine Zukunft.

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