Blanik für Heli-Training im Nationalpark

SP-Abgeordnete fordert im Landtag Novellierung des Nationalparkgesetzes.

Christophorus C7 bringt Einsatzkräfte der Bergrettung zur Unglückstelle am Fuße der Blauspitze. (Foto: EXPA/Groder)
Ein vertrautes Bild. Der Hubschrauber bringt die Einsatzkräfte der Bergrettung ins alpine Hochgebirge im Nationalpark Hohe Tauern. Foto: EXPA/Groder)

Die SP-Abgeordnete und Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik fordert per Antrag die Tiroler Landesregierung auf, eine Novelle zum Tiroler Nationalparkgesetz Hohe Tauern auszuarbeiten. Konkret fordert Blanik, dass die Vorbereitung von Rettungseinsätzen mit Hubschrauberunterstützung wieder ermöglicht wird.

„Im Vergleich zu den drei anderen Nationalparkgesetzen ist die Tiroler Regelung in Bezug auf Bergrettungsübungen schlichtweg realitätsfern. Während in Kärnten und Salzburg im Nationalpark Bergrettungsübungen mit Hubschrauberunterstützung möglich sind, ist das den Tiroler Rettungsorganisationen verwehrt“, erklärt Blanik. Sie ist überzeugt, dass es im Ernstfall von überlebenswichtiger Bedeutung sein könnte, dass die Hubschrauberbesatzungen an Ort und Stelle geübt haben und sich im Einsatzgebiet gut orientieren können: „Landungen auf den Gletschern, das Aus- und Einsteigen sowie der Abtransport von Verletzten müssen trainiert werden. Das dürfte auch der zuständigen Landesrätin Felipe einleuchten.“

Einen Widerspruch zu den Grundlagen und Zielen des Tiroler Nationalparkgesetzes Hohe Tauern sieht die Lienzer Bürgermeisterin durch ihre Forderung nicht gegeben. „Den Besuchern des Nationalparks Hohe Tauern soll ein erholsames und eindrucksvolles Naturerlebnis vermittelt werden. Dazu gehört aber auch, dass bestens geschulte Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, wenn ein alpiner Notfall eintritt“.

Der SP-Antrag zum Download: Antrag Blanik Hubschrauber

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8 Postings bisher
Ornithologe vor 3 Jahren

@Seifenstein Du Scherzkeks! Bei dir gehts wohl immer nur persönlich, auch wenns für Nicht-Bergretter durchaus lustig sein könnte. Eine sachliche Diskussion anhand vergleichbarer Fakten ist wohl nicht deins? Nimm dir doch mal ein Beispiel an Gottfried Rainer, mit seinem bemerkenswerten Kommentar in der TT vom Freitag, 30.Jänner 2015: Dieser ist nicht gerade dafür bekannt, ein Nationalpark- oder Natura 2000-Gegner zu sein. Unter dem Titel „Knistern und Grollen im Luftraum des Nationalparks,“ hat er - gerade von ihm wieder besonders glaubwürdig - vergleichend recherchiert: „Bei uns werden Trainingsflüge von Heereshubschraubern im Park gar nicht beantragt und die Bergrettung ist vom Nationalparkgesetz nicht betroffen“, wundert sich Kärntens Nationalparkchef Peter Rupitsch...“In Salzburg dürfen Soldaten u n d Bergrettungsleute mit Fluggerät im Nationalpark übe“', so Parkdirektor Wolfgang Urban. „Auch der Landesumweltanwalt ist damit einverstanden...“

Dem wäre eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer dass es - und davon könnte wieder Locationscout Leo Baumgartner ein Lied singen - mit HS-unterstützten, internationalen Filmproduktionen genau dieselbe Misere in Tirol gibt, was in Salzburg und Kärnten keinerlei Problem darstellt! Über die höchst unterschiedliche Tourismusgesinnung der drei Länderverwaltungen brauchen wir erst gar nicht zu reden, da liegen Welten dazwischen!

Dass dabei in ein und demselben Nationalpark in den Hohen Tauern der Ruf nach einem einheitlichen Gesetz und einer österreichweiten Naturschutzrahmengesetzgebung des Bundes immer lauter wird, braucht niemanden mehr zu wundern: Einfach nur Zustände, bei uns in Tirol!

Seifenstein vor 3 Jahren

@ Ornithologe

Der grosse schwarze Bär in Matrei kann von Glück reden ,dass er im Nationalpark so gut unter Schutz gestellt ist. Bald wird er auch noch umfassenden Natura 2000 Arten- und Umgebungsschutz bei einem Tauchbad im kalten Iselwasser geniesen können . Im Matreier Talboden bekommt er sogar noch um einige tausend Euro eine Flussaufweitung ,um sich an den zahlreichen Äschen dort den Winterspeck anzufressen. Damit wird eine gedeihliche Entwicklung dieser Spezies in der Nationalparkregion in den nächsten Jahrzehnten sichergestellt.

Ornithologe vor 3 Jahren

In diese Diskussion darf auch ich mich als Fachmann etwas einmischen. Flugverbote wurden von der BH Lienz nicht nur im Nationalpark, sondern sogar außerhalb des Nationalparks mit der Begründung Natura 2000-Unverträglichkeit ausgesprochen: Wegen vermuteter Flugbewegungen der erst vor wenigen Jahren wiedereingebürgerten Bartgeier, die sich zu diesem Zeitpunkt - von mir fachlich vermutet - höchstwahrscheinlich in den Pyrenäen befanden, durfte die Bergrettung Matrei keine Hubschraubertransporte von Berge- und Notfallmaterial auf den Hochgasser in fast 3000 m Seehöhe durchführen! Damals führte der Verein TAURISKER eine seiner ersten Hohe Tauern-Trophies durch, eine Wiederauflage der traditionsreichen Hochgasser-Rennen in Form von sanftem Schibergsteigen: Obwohl jedes Weltcuprennen oder etwa auch der Dolomitenmann natürlich auf mehrstündige Hubschraubertransporte angewiesen sind, waren am Hochgasser - wohlgemerkt außerhalb des Nationalparkes - nicht einmal ein bis zwei Hubschrauberflüge für die Bergrettung möglich. Das Hauptargument: Umgebungsschutz beim Natura 2000-Gebiet des Nationalparkes!

Dabei wurde der Felbertauernkorridor bei der Nationalparkzonierung in den 90er Jahren von der Tiroler Landesregierung bewusst ausgelassen, um Flüge von und nach Osttirol ungehindert zuzulassen und die wichtigen Infrastruktureinrichtungen von Felbertauernstraße AG, TAL und Verbundgesellschaft sowie das traditionsreiche Schigebiet um den Hochgasser nicht einzuschränken.

Wie wird das erst werden, wenn die Großen Beutegreifer wie Wölfe oder Bären wieder eingebürgert sind? Die Herdenschutzhunde in Kals sollen ja nicht nur eine Wandererin gebissen, sondern sogar Lämmer gejausnet haben;-)

Na ja, in Osttirol wird einfach mit anderen Maßstäben gemessen als in Nordtirol: Mit uns können sies ja machen auf dem Weg hin zu einer künftig möglichst menschenleeren, renaturierten Wildnis: Das ist Ziel und Ende dieser Mission!

Osttiroler.. vor 3 Jahren

@wolf-c: Bist du vielleicht ein Vertreter dieser Species, also der Vögel, da du anscheinend weißt, wie die das sehen?

@ Erich: „Festgelegt“ worden ist noch gar nichts, da bei dieser tollen Felipe-Besprechung in Innsbruck angeblich nur der Landesleiter und der Geschäftsführer des ÖBRD Tirol sowie BH und Nationalpark eingeladen waren, nicht aber der Osttiroler Bezirksleiter der Bergrettung und ein Vertreter der betroffenen Ortsstellen! „Die Tiroler Bergretter“ haben dann befunden, daß das Ganze (in Nordtirol, eh klar, das kennt man ja aus vielen anderen Bereichen...) überhaupt kein Problem wäre und die Osttiroler Bergretter das ja auch auf der Jamtalhüte im Paznauntal/Nähe Galtür beüben könnten... Dann soll der Vorschlag gekommen sein, im Rahmen von Nationalpark-Managementplänen „ein bis zwei fixe Übungstermine pro Jahr zuzulassen“... Einfach toll, wie respektvoll man mit den Osttiroler Berg-und Flugrettern umgeht! Aber wie gesagt, das kennt man ja bei dieser grün-schwarzen Regierung auch aus anderen Bereichen...Im Salzburger und Kärntner Anteil „des gemeinsamen Nationalparkes Hohe Tauern“ wäre so etwas undenkbar, aber vielleicht sollten die Osttiroler ihre Spaltenbergeübungen mit Hubschrauberunterstützung zukünftig „auf der Kärntner Seite des Großglockners oder auf der Salzburger Seite des Großvenedigers“ durchführen?

Nicht nur ich bin gespannt, wie lange ein LH Platter diesen Unfug noch zulässt...

Erich vor 3 Jahren

Frage an "Osttiroler": Wo hast du das her: "..ein bis zwei fixe Termine pro Jahr ..."? Ist das wirklich so festgelegt worden oder nur eine Unterstellung?

wolf_c vor 3 Jahren

... da der Mensch noch allemal wichtiger ist als Rauhfuß-und Schneehühner oder andere Vögel! ...

... ob die Vögel das auch so sehen? ...

Osttiroler.. vor 3 Jahren

Ein Landtagsantrag, der daraufhin ausgerichtet ist, wie sich die Verwaltung/Exekutive in NP-Managementplänen zu verhalten hat, bringt überhaupt nichts und ist auch nicht Aufgabe der Legislative: Der Gesetzgeber ist dazu da, Gesetze möglichst klar zu beschließen, aufzuheben oder abzuändern!

Deshalb lässt sich das vorliegende Auslegungsproblem nicht durch die BH Lienz (Bewirtschaftungs-und Managementpläne für Flugbewegungen, wie z.B. bei Hüttenversorgungen, Transporten für wissenschaftliche Filme oder Abtransporten von Mineralien aus der Glocknerwand) lösen, sondern nur durch eine Gesetzesänderung: Was nämlich unter den Bezirkshauptleuten Doblander, Kunz und Wöll nie ein Problem war, ist unter Bezirkshauptfrau Reisner plötzlich eins geworden, wobei diese sich - dem Wortlaut nach zu Recht - auf das Tiroler Nationalparkgesetz beruft. Dieses Problem betrifft auch nur den Osttiroler Nationalpark und da wieder nur die ÖBRD-Ortstellen Prägraten, Virgen und Matrei im Vendigergebiet, St.Jakob am Hochgall und Kals am Großglockner. Dafür hat die Nordtiroler Bergrettungsführung eher kein Verständnis, aber in Osttirol ist jedem Piloten, Berg-und Flugretter klar, daß man eine Taubergung aus dem Stüdlgrat oder eine HS-gestützte Spaltenbergung rund um den Venediger real nicht auf der Jamtalhütte üben kann, ganz abgesehen von der völlig unzumutbaren Distanz. Auch ein bis zwei fixe Termine pro Jahr in Managementplänen sind für die ehrenamtlichen Bergretter eine Zumutung und grob fahrlässige Gefährdung ihrer persönlichen Sicherheit!

So einen Wahnsinn gibts nur in Osttirol: Im Salzburger und Kärntner Nationalparkteil oder in Nordtirol ist das überhaupt kein Problem! Eine Gesetzesänderung muss also her und zwar möglichst rasch, da der Mensch noch allemal wichtiger ist als Rauhfuß-und Schneehühner oder andere Vögel!

Ar m vor 3 Jahren

Was meint dieser Herr Mair überhaupt? Gespräche an einem runden Tisch in Innsbruck, zu dem seitens Frau Felipe nicht einmal Osttiroler Bergretter eingeladen waren, als Lösung dieses lebensgefährlichen Mißstandes zu verkaufen, den es vor grüner Regierungsbeteiligung im Tiroler Nationalparkanteil nicht und in Kärnten und Salzburg seit jeher nie gegeben hat?

Das zeigt wieder einmal drastisch, daß den Grünen die Einflugschneisen von Bartgeiern wichtiger sind, als eine ausreichend zu beübende Rettung von Menschenleben auf den Gletschern des Nationalparkes.

Das kann man nicht mit dem Angebot von nur ein bis zwei HS-Flügen pro Jahr gemeinsam mit dem Österr. Bundesheer in Managementplänen lösen, da hat Frau Blanik völlig recht: Das gehört gesetzlich eindeutig geregelt, wobei das zeitliche Argument eine Frechheit ist, denn so, wie Herr Mair meint, hätte man schon das bestehende Gesetz vollziehen können! Man darf gespannt sein, wie sich die anderen Osttiroler Vertreter beim Blanik-Antrag im Tiroler Landtag verhalten werden.