„Wir alle sind natürlich sehr enttäuscht“

Interview mit UEC-Lienz-Obmann Ernst Köfele nach einer verpatzten Saison.

Auf eine sehr enttäuschende Saison in der Kärntner Liga Division 1 muss der UEC Sparkasse Lienz zurückblicken. Mit nur einem einzigen Sieg, erzielt am grünen Tisch, beendete man den Grunddurchgang auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das Saisonziel, Erreichen der Play Offs, wurde klar verfehlt.
Die Dolomitenstadt-Sportredaktion hat sich mit dem Obmann der Eislöwen, Ernst Köfele, unterhalten und einige Statistiken und Daten zusammengefasst.

Foto: Brunner Images
Ernst Köfele, Obmann des UEC-Sparkasse Lienz. Foto: Brunner Images

Wie sieht die Saisonbilanz des UEC Lienz aus Sicht der Verantwortlichen aus?

„Wir alle sind natürlich sehr enttäuscht, dass unsere Kampfmannschaft die Play Offs im Endeffekt doch klar verfehlte. Unser Farmteam hat sich hingegen als Aufsteiger in der Kärntner Unterliga West sehr ordentlich geschlagen, obwohl wir einen sehr dünnen Kader hatten, da einige Spieler, die uns im Vorfeld bereits zugesagt hatten, dann doch nicht zu uns gekommen sind.

Erfreulich ist für mich dass einige Nachwuchsspieler wie Jakob Schwarzer oder Michael Unterlercher zu Einsätzen in der Kampfmannschaft kamen. Und natürlich möchte ich mich bei meinen Vorstandskollegen und bei den freiwilligen Helfern bedanken, die uns tatkräftig unterstützt haben.“

Wo siehst Du die Ursachen im Scheitern der Kampfmannschaft?

„Die Mannschaft hat die Saison eigentlich recht gut begonnen und zweimal nur sehr knapp verloren. Vielleicht haben sich einige Spieler von diesen Resultaten etwas blenden lassen, denn wir konnten danach nur mehr selten an diese Leistungen anschliessen. Hinzu kam dann auch noch etwas Pech in einigen Spielen. Und in gewissen Situationen fehlte uns neben der Kaltschnäuzigkeit auch ein richtiger Knipser vor dem Tor. Volker Keidel, der als solcher verpflichtet wurde, konnte aufgrund beruflicher Probleme nur selten trainieren und kam daher nicht richtig in Fahrt.

Enttäuscht hat mich die Mannschaft vor allem in den Heimspielen gegen Velden und Spittal, in denen sicherlich mehr drinnen gewesen wäre. Zudem fehlte uns nach den Ausfällen von Philipp Resei (beruflich verhindert) und Michael Schneider (Arbeitsunfall) die Tiefe im Kader.

Wie sehen die Zukunftsplanungen bei den Eislöwen aus?

„Wir werden nun einmal gemeinsam die Saison Revue passieren lassen und uns dann auf die neue Saison vorbereiten. Es wird auch viel davon abhängen, welche Pläne unser Trainer Jiri Broz für die Zukunft hat. Ihm kann man keinen Vorwurf machen, denn er hat mit der Mannschaft super trainiert und sie immer auch bestens für die Spiele vorbereitet. Er hat alles getan was in seiner Macht steht. Das Farmteam soll auf jeden Fall auch weitergeführt werden, allerdings muss der Kader unbedingt vergrössert werden.“

Nicht unbedingt zufrieden bist Du ja mit der Gruppeneinteilung der Division 1 in drei Gruppen. Welche Lösung wäre für Dich die Beste?

„Meiner Meinung nach gehört die gesamte Division 1 in zwei Gruppen aufgeteilt, wofür ich mich auch bei der nächsten Klassensitzung einsetzen werde. Wir hätten sicherlich mehr Chancen in zwei Spielen gegen Spittal, Velden usw. als in vier Spielen gegen Toblach und Huben, die ja beide im Halbfinale stehen.“

Stichwort Huben und Toblach. Welche der beiden Mannschaften schafft es ins Finale?

„Für die Eisbären wird es sehr schwer, denn die Oilers Salzburg sind eine sehr starke Mannschaft. Wenn sie in Bestbesetzung antreten, dürften sie sich gegen Huben durchsetzen. Im zweiten Halbfinale sind für mich die Icebears Toblach leichter Favorit, obwohl man nie genau weiß, mit welcher Mannschaft die Tarco Wölfe aufkreuzen.“

Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dem UEC Sparkasse Lienz für die Zukunft alles Gute.

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN DER EISLÖWEN

  • 15 Spiele – 1 Sieg (am grünen Tisch) – 14 Niederlagen, davon zwei in Overtime bzw. Shoot Out
  • Torverhältnis: 46:95
  • Punktebeste: Kevin Veider 21 Punkte (9 Tore/12 Assists), Manuel Winkler und Gregor Libiseller jeweils 10 Punkte (5 Tore/5 Assists)
  • Böse Buben: Daniel Marx (39 Strafminuten), Manuel Winkler (36 Minuten)
  • Bilanz der Spieldrittel: von 42 gespielten Dritteln gewannen die Eislöwen lediglich 5!
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5 Postings bisher
Sturm Graz vor 3 Jahren

Das die Lienzer enttäuscht sind was das abscheniden der Kampfmannschaft betrifft, ist nachvollziehbar. Das die Lienzer dennoch wieder an alte Zeiten anknüpfen können/werden steht für mich außer Frage - sie werden weiterarbeiten und "bestimmt" einiges ändern (Kader etc.). Zu beginn der Saison sind heuer doch einige wichtige Stützen nicht einsatzbereit gewesen. (Winkler, Rom, Schneider, Resei).

Der Nachwuchs läuft sehr gut, aber profitieren wird die Kampfmannschaft erst in einigen Jahren. Trotzdem ist es für mich klar, das eine kann ohne dem anderen nicht. Soll heißen, die Kampfmannschaft ist Aushängeschild Nr.1 und somit nicht weniger wichtig (Werbung, Sponsoren, Einnahmen) wie die Arbeit im Nachwuchsbereich. Also heißt es dran bleiben bei den kleinsten und Gas bei der Ersten. In diesem Sinne, bis zur Saison 2105/16 mit 2 Starken Osttiroler Clubs.

Zwetschgnkrampus vor 3 Jahren

50 neue Eisflächen! – Red Bull plant Infrastruktur-Offensive in Österreich! http://hockey-news.info/50-neue-eisflaechen-red-bull-plant-infrastruktur-offensive-in-oesterreich-1043328 Wenn's wirklich dazu kommt, muss Lienz ALLES daran setzen, um Teil dieses Projekts zu sein.

stroli65 vor 3 Jahren

Wir haben bereits über die tolle Nachwuchsarbeit berichtet (https://www.dolomitenstadt.at/2014/12/21/turnier-fuer-die-juengsten-eishackler-in-lienz/) und ich finde auch dass der Nachwuchs für jeden Verein sehr wichtig ist. Aber eine Kampfmannschaft ist nun einmal das Aushängeschild eines Vereines und ich hoffe sehr, dass der UEC in naher Zukunft wieder eine gewichtige Rolle spielen kann!

spezi vor 3 Jahren

Tolle Nachwuchsarbeit

Da muss ich dem "Stadtmensch" recht geben, die Nachwuchsarbeit des UEC ist hervorragend. So viel junge Spieler wie heuer, habe ich in Lienz noch nie gesehen. Ein Grund ist sicher auch, dass seit einiger Zeit Lienz und Leisach den Nachwuchs zusammengelegt hat. Vielleicht überlegt sie Lienz und Leisach auch, dass man dies nicht nur bei den jungen, sondern auch bei den Seniorenspielrn machen könnte. es wäre für mich sicher vorstellbar, eine starke 1. Mannschaft in Lienz und eine starke 2.Mannschaft in Leisach zu sehen. Nachwuchsarbeit ist sehr wichtig, aber auch die Kampfmanschaften sind ebenso wichtig, da sie ja auch für die jungen Nachwuchshackler ein Vorbild sein müssen. Aber wenn man die Verantwortlichen des Vereins kennt, kann man sich sicher sein, dass für die nächste Saison wieder alles getan wird, damit Lienz wieder mitmischen kann, bei den Kampfmannschaften und bei den Jungen, denn Potenzialist da. Kopf hoch UEC Lienz, ich halte euch wieder die Daumen

Stadtmensch vor 3 Jahren

Ich bin nicht enttäuscht,

Für mich zählt viel mehr die Nachwuchsarbeit, und die hat sich heuer sehr verbessert. Die Kinder werden von zwei sehr ehrgeizigen Trainern Jiri und Miro perfekt betreut, und das zählt. Kampfmannschaft ist wichtig, aber nicht so wichtig wie der Nachwuchs. Also liebe Eltern, wenn ihr wollt, dass Eure Kinder Eislaufen lernen sollen - ab zum Eishockey. In wenigen Wochen lernen die Kinder perfekt Eislaufen !!