Viehversteigerungen auch in Osttirol abgesagt

Maßnahme gegen „Buchstabenkrankheit“. Österreich noch IBR/IPV-frei.

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Vorläufig sind auch in der Lienzer RGO-Arena Einsteller- und Nutzviehversteigerung abgesagt. Foto: Martin Lugger

In ganz Österreich finden kommende Woche keine Viehversteigerungen statt. Auch Osttirol ist von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen. „Im Bezirk Lienz ist die Einsteller- und Nutzviehversteigerung am kommenden Dienstag, 24. Februar abgesagt. Die 43 Auftreiber werden von der Bezirkslandwirtschaftskammer persönlich verständigt“, erklärt Martin Diemling, Bezirksstellenleiter der Landwirtschaftskammer. Auch die für Dienstag in Imst und am Mittwoch in Rotholz angesetzten Versteigerungen und die Kälbersammlungen am Montag werden abgesagt.

Ziel dieses vorübergehenden Handelsstopps ist die Sicherung der amtlich anerkannten IBR/IPV-Freiheit Österreichs, die wiederum mit weitreichenden Handelsvorteilen verbunden ist. „Wir ersuchen alle, die Tiere zu den Versteigerungen oder Kälbersammlungen anliefern wollten, dies nicht zu tun. Es werden keine Tiere angenommen“, erklärt Landesveterinärdirektor Josef Kössler.

Bei Exportuntersuchungen von Zuchtrindern nach Algerien wurden vor einigen Wochen mehrere nicht negative Laborergebnisse der auch als „Buchstabenkrankheit“ bekannten und für Menschen völlig gefahrlosen Rinderkrankheit festgestellt. Die Behörden sind immer noch dabei, alle österreichischen Viehbestände, die möglicherweise mit infizierten Rindern in Kontakt gekommen sind, auf IBR/IPV zu testen. Bis zur endgültigen Abklärung finden in Österreich keine Zucht-, Nutzvieh- und Kälberversteigerungen sowie Kälbersammlungen statt. Direkte Verbringungen zur Schlachtung sind weiterhin möglich.

„Mit dieser von Gesundheitsministerium angeordneten Maßnahme wollen wir den Status Österreichs als amtlich IBR/IPV-freies Land und die damit verbundenen Zusatzgarantien aufrechterhalten“, erläutert Kössler. Außerdem sei man verpflichtet eine mögliche Ausbreitung der Krankheit schon im Keim zu ersticken. IBR/IPV-freie Länder müssen beim Handel innerhalb der EU keine Einzeltieruntersuchungen vornehmen, können andererseits aber im Rahmen der so genannten „Zusatzgarantie“ sogar für Einfuhren aus EU-Staaten strenge Auflagen erlassen.

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Wissen

IBR/IPV ist eine durch Herpesviren hervorgerufene Krankheit, die unter Rinderbauern auch als „Buchstabenkrankheit“ bekannt ist, und die oberen Atemwege der Rinder befällt und zu wirtschaftlichen Verlusten führt. Mit IBR/IPV infizierte Rinder können Fieber haben, zeigen insbesondere Ausfluss aus Nase und Augen und neigen zu Aborten. Nach einer Infektion sind die Tiere lebenslang Virusträger. Bei Stress kann die Krankheit jederzeit wieder ausbrechen. Neben Österreich haben nur Bayern und Thüringen in Deutschland, Skandinavien, die Provinz Bozen sowie die Schweiz den Status der von der EU amtlich anerkannten IBR/IPV-Freiheit.

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