Die Marke „Brandland Osttirol“

Eine Osttiroler Markenwelt entwickeln. Leserbrief von Eckart Mandler.

Der „Vordenken-Prozess“ hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von interessanten Ideen und Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung für Osttirol hervorgebracht. Viel wurde über Vernetzung von Tourismus, Landwirtschaft, Handel und Handwerk und über ein stärkeres Selbstbewusstsein der OsttirolerInnen geredet. Wie und mit welchen Mitteln diese Ideen umgesetzt werden können, darüber wird noch heftig diskutiert und gestritten werden.

Osttirol hat so viele Nischenprodukte und hervorragende Menschen mit speziellen Fähigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, die aber nur wenigen Konsumenten (und auch den Einheimischen) bekannt sind. Sie sind in Tälern und Dörfern versteckt und werden außerhalb Osttirols kaum wahrgenommen. Dabei weckt gerade die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Echtheit, Regionalität und Authentizität neue Bedürfnisse in der Konsumwelt. Menschen suchen vermehrt ursprüngliche Produkte, die Teil einer Region und Kultur der Menschen sind, die dort leben.

Als Kärntner Vordenker und erfahrener Touristiker mit starkem Bezug zu Osttirol schlage ich den Osttiroler Vordenkern die Errichtung eines „Brandlands für Osttirol“ vor. In der Markenindustrie zeigen die „Markenwelten“, wer man ist. Sie schaffen eine Bühne für Produktpräsentationen und zeigen die Menschen, die hinter diesen Produkten stehen. Ein Brandland für Osttirol könnte die große Vielzahl der regionalen Naturprodukte aus der bäuerlichen Landwirtschaft, dem regionalen Handwerk und dem kreativen Kunsthandwerk unter einem Dach an einem zentralen Ort dem kaufinteressierten Publikum präsentieren und das persönliche Erlebnis mit dem Besucher und Kunden herstellen.

Zusätzlicher Nutzen wäre die Stärkung der Identität und des Zusammengehörigkeitsgefühls der OsttirolerInnen sowie die Steigerung der Sympathie und der Aufmerksamkeit der Region Osttirol. Ein Brandland wirkt als starkes Signal nach Außen und transportiert sichtbar die Marke Osttirol.

Ein „Osttirol-Haus“, in dem es alle Spezialitäten aus Osttirol – vom Lebensmittel bis zum innovativen Handwerksprodukt, vom spezialisierten Naturguide bis zum kreativen Künstler – hautnah zum Angreifen und Kaufen gibt und in dem die Osttiroler Naturlandschaften als Erlebnisraum für Erholung und Freizeit präsentiert werden, würde die Aufmerksamkeit stärker auf diese einzigartige Region der Alpen legen. Osttirol als „Marktplatz der Ursprünglichkeit“ könnte das Ziel eines innovativen Projektes werden, dass es in dieser Form im Alpenraum noch nicht gibt.

Das Brandland sollte mitten in Lienz errichtet werden, um alle Verkehrsverbindungen und Touristenströme bestmöglich nützen und damit eine hohe Frequenz erreichen zu können.

Neben einer zentralen Präsentation der Stärken Osttirols kann das Brandland Osttirol als Ausgangspunkt für Erlebnisreisen zu den Originalschauplätzen der Osttiroler Produzenten dienen und damit auch dort die Wertschöpfung erhöhen.

Eckart Mandler
MandlerTourismus-Management Irschen/Kärnten

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4 Postings bisher
nasowas vor 3 Jahren

Eine sehr gute Idee, nicht nur ein "Tirol-Shop" am Hauptplatz, sondern eine "Osttirol-Welt" an prominenter Stelle (ein großes leer stehendes Grundstück würde mir da gleich einfallen :))

Die Vorarlberger haben es mit ihrem "Werkraum Bregenzerwald" (werkraum.at) sehr stylisch vorgemacht.

Was Brandland angeht. Auch mir hat sich dieser Begriff erst beim Weiterlesen erschlossen und bei Wikipedia bin ich dann schlauer geworden: de.wikipedia.org/wiki/Mixed-Use-Center : "...Oft stehen diese Mixed-Use-Center unter einem bestimmten Motto, zum Beispiel eine bestimmte Marke zu etablieren oder populär zu machen. Man spricht hier von Brand Lands oder Corporate Lands, deren Angebote oft direkten Bezug zur Marke haben, die sie präsentieren. Erlebnis spielt bei dieser Vermarktung eine große Rolle, da für die Kunden durch diese Kombination zwischen Erlebnis und Konsum eine dauerhafte Verbindung zur Marke geschaffen wird."

Aber vielleicht rennen wir offene Türen ein und ein solches Osttirol "Brandland" ist sowieso schon in einem neuen Tourismus-Haus geplant?

sfd vor 3 Jahren

@ nitram das is lediglich der fachterminus für diese art von marketing prinzipien

mischmaschin vor 3 Jahren

Der Name ist Schall und Rauch - die Idee ist gut! Warum ist das nicht ein Leuchtturmprojekt im Vordenken-Prozess geworden?

nitram vor 3 Jahren

Sehr geehrter Herr Mandler. An und für sich halte ich das für einen guten Eckpunkt zur Schaffung einer Marke Osttirol die über den Tourismus hinausgeht und lokal erzeugte Produkte fördert. Entschuldigen sie bitte dennoch meinen kleinen Seitenhieb: Auch als anglophile Person hab ich „Brandland" erst beim lesen des Textes als das englische "brand land" entschlüsseln können, das Wort ist im englischen falsch geschrieben und im deutschen nicht sinnvoll. Über den falschen Anglizismus bzw. die Wortzusammensetzung „Brandland" sollte man daher doch nochmal ganz, ganz gründlich nachdenken. Ich sehe Osttirol nicht als Land der verbrannten Erde und auch nicht als Land des Brandes, es wäre aber wohl ein guter Name für den Feuerwehrbedarfsfachgroßhandel.