„Wachgeküsst auf Schloss Lengberg“

Ein inklusives Theaterprojekt mit großen Ambitionen.

Ein besonderes Theaterexperiment hat sich der „Theaterverein Nikolsdorf“ in Zusammenarbeit mit dem „AufBauWerk – Unternehmen für junge Menschen“ an einem besonderen Schauplatz vorgenommen. Mit einer Eigenproduktion unter der Leitung der TheaterpädagogInnen Armin Staffler (Ranggen) und Sonia Ellemunt (Bruneck) kommt ein in vieler Hinsicht erstaunliches Gemeinschaftsprojekt von Teilnehmern am Jobtraining, dem Team von Schloss Lengberg und BürgerInnen von Nikolsdorf auf die Bühne.

Das Stück hebt nicht nur Barrieren zwischen den Generationen auf – es spielen Menschen zwischen 10 und 82 Jahren mit – sondern lässt auch die Grenzen gängiger Vorstellungen des Andersseins verschwimmen.

Im Sinne der Inklusion (gesellschaftliche Teilhabe) wird ein Theater auf Basis von „Füreinander, Miteinander und für Andere“ geboten, bei dem ein Bilderreigen inszeniert wird, der sogar zum aktuellen „Vordenkerprozess“ in Osttirol Bezug nimmt. Man darf gespannt sein, auf ein Stationentheater der besonderen Art, an einem besonderen Schauplatz und mit den Besonderheiten der mitspielenden Menschen.

Marianne Mair, Obfrau des Theatervereins Nikolsdorf, freut sich über die Zusammenarbeit und betont, dass der Kontakt, der 2008 und 2009 zur Zeit der Renovierung des Schlosses Lengberg zu TeilnehmerInnen und hergestellt wurde, durch Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit gekennzeichnet sei. Für die Laiendarsteller der Dorfbühne sei die Inklusion weniger Herausforderung als vielmehr Bereicherung der Theatertätigkeit. Das Gefühl, durch die Erarbeitung des Stückes wirkliche Volkskultur zu erschaffen, befriedige den schauspielerischen Drang ungemein, erklären die Mitglieder des Vereins: „Die Begegnung, der Austausch, das gegenseitige Lernen und nicht zuletzt die Freude und das Vertrauen beim Miteinander schaffen Mut zu diesem Projekt.“

Die SpielerInnen übernehmen nicht eine Rolle aus einem vorgefertigten Stück, sondern Figuren, Formen, Texte und Szenen wachsen aus ihnen heraus. (Fotos: Aufbauwerk
Die SpielerInnen übernehmen nicht eine Rolle aus einem vorgefertigten Stück, sondern Figuren, Formen, Texte und Szenen wachsen aus ihnen heraus. Fotos: AufBauWerk

Und noch ein Zitat aus dem Pressetext zum Stück: „Jede/r MitspielerIn wird wahr und ernst genommen, kein Ausdruck ist falsch, alles darf sein und hat seinen Platz im Theater wie im Leben. Das erfordert Toleranz und Reflexion im Miteinander und bei jedem Einzelnen.“

Die Thematik des Stückes ist „Leben und Arbeit in Osttirol“ und soll nicht nur Nikolsdorf berühren, sondern die ganze Region, erklären die Theatermacher: „Eine Region, die zuletzt von der Suche nach ihrer eigenen Identität auch im Zuge des Vordenken-Prozesses gekennzeichnet ist und insgesamt an der selben Problematik leidet: Womit kann man sein Brot verdienen, sich einen zeitgemäßen Lebensstil leisten und dennoch im Einklang mit Natur und Gesellschaft einen lebenswerten Raum erhalten, der seine Geschichte vor allem in der Zukunft noch schreiben soll?“

Der Text des Stückes entsteht in einem Prozess aus den Lebensthemen der SpielerInnen und der Region, begleitet durch die beiden TheaterpädagogInnen Armin Staffler und Sonia Ellemunt. Die Materialsuche geschieht dabei auf breiter Basis und setzt bei vielen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Um-feld in Gang.

Staffler erklärt den dramaturgischen Ablauf so: „Ich sehe es als unsere Aufgabe, Fragen und Übungen und Aufträge an die teilnehmenden und teilgebenden SpielerInnen zu richten und dann zu schauen und zu horchen und zu spüren, was von ihnen kommt. Aus diesem Material versuchen wir dann eine Aufführung entstehen zu lassen. Die SpielerInnen übernehmen nicht eine Rolle aus einem vorgefertigten Stück, sondern Figuren, Formen, Texte und Szenen wachsen aus ihnen heraus. Dabei dürfen wir sie begleiten und als erste Zuschauer von Anfang an dabei sein.“

Damit ist dieses Theaterprojekt im besten Sinne des Wortes ein Wagnis: Die SpielerInnen wagen sich in unbekanntes Terrain und gestalten lebendig den Prozess der Entstehung eines Stückes, des Sich-Selbst-Kennenlernens und des Miteinanders in der 30-köpfigen Gruppe.

„Wachgeküsst auf Schloss Lengberg“ ist ein Stück zum Ernstnehmen, das durch den Geist des Humors und der Spiellust geführt wird und ein Schauspiel für alle Sinne sein darf. Die Theatergemeinschaft wünscht sich Unterhaltung, die berührt und mit dem Schlussapplaus nicht endet.


Karten gibt es ab sofort bei Marianne Mair, Obfrau Theaterverein Nikolsdorf, Telefonnummer: 0664/88638766

Kostenbeitrag €12,00, für Kinder ermäßigt €8,00
Pro Veranstaltung begrenzte Teilnehmerzahl – 100 Karten

Aufführungstermine:

07.05.2015, 19:00 Uhr – Premiere
13.05.2015, 19:00 Uhr
14.05.2015, 15:00 und 19:00 Uhr
22.05.2015, 19:00 Uhr
28.05.2015, 19:00 Uhr
29.05.2015, 19:00 Uhr

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