Assling: „Mobile Pflege“ hat seit 65 Jahren Tradition

Rebecca Theurl und Manuela Mair gestalteten für den Sozialsprengel eine Jubiläums-Chronik.

Präsentation der Chronik "Von der Gemeindekrankenschwester bis zum Sozialsprengel, 1950 bis 2015" (v.l.): PDL Melanie Maier, GF Martha Theurl, Bgm. Andreas-Goller, Bgm. Bernhard Schneider und die beiden Maturantinnen Rebecca Theurl sowie Manuela Mair. (Fotos: Sozialsprengel)
Präsentation der Chronik „Von der Gemeindekrankenschwester bis zum Sozialsprengel, 1950 bis 2015“ (v.l.): PDL Melanie Maier, GF Martha Theurl, Bgm. Andreas Goller, Bgm. Bernhard Schneider und die beiden Maturantinnen Rebecca Theurl sowie Manuela Mair. (Fotos: Sozialsprengel)

In Assling blickte man am Freitag, 13. März 2015, auf 65 Jahre Hauskrankenpflege zurück. Dass mobile Pflege und Betreuung im Ort schon eine lange Tradition haben, machte Obmann Bgm. Bernhard Schneider in seinem Rückblick bewusst. Mit der Anstellung einer Gemeindekrankenschwester im Jahr 1950 zeigten die damaligen Gemeindepolitiker bereits Weitblick. Ehrenobmann Josef Theurl erinnerte an die Zeit der Gemeindeschwester Josefa Walder, der „Schwester Sefe“, die von einem Patienten zum anderen oft auch über 25 Kilometer zu Fuß zurücklegen musste. Sonntags nach dem Gottesdienst war das Wohnzimmer ihrer kleinen Gemeindewohnung voll mit Menschen, die ein körperliches oder seelisches Problem hatten. Erst nach sieben Jahren kaufte man für die Krankenschwester ein Auto an. Ihre größte Sorge dabei war, was sie tun sollte, wenn ihr ein Auto von Thal bis Assling entgegen kommt, erzählt Josef Theurl.

Vieles hat sich im Laufe der 65 Jahre verändert, berichtete die Geschäftsführung (GF) Martha Theurl, die seit 1993 im Sozialsprengel tätig ist, seit 2004 als Geschäftsführung. Reichte am Anfang der Sprengelgründung im Jahr 1987 für die damalige Krankenschwester noch ein Tagebuch aus, in dem die Namen der besuchten Patienten als Arbeitsnachweis aufgeschrieben wurden, so sind heute gesetzliche Vorschriften und Förderrichtlinien einzuhalten.

1991 wurde erstmals ein „Handtelefon“ für den damaligen Pfleger Alois Fuchs angeschafft, damit er auch untertags erreichbar war. Heute hat jede Mitarbeiterin ein eigenes Smartphone mit den geplanten Einsätzen hinterlegt, die auf Knopfdruck gestartet, dokumentiert und verrechnet werden können. Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeiterführung sind heute unverzichtbar, auch die Führung und Weiterentwicklung eines modernen und zeitgemäßen Betriebes.

Was sich im Laufe der 65 Jahre aber nicht verändert hat, so GF Martha Theurl, ist, dass man in der mobilen Betreuung ganz nah am Menschen ist, sich Zeit nehmen kann für die großen und kleinen Sorgen der betreuten Menschen. Auch für die pflegenden Angehörigen findet man immer Zeit und ein offenes Ohr. „Es ist schön und zeugt von großem Vertrauen, wenn wir Menschen auf ihrem oft letzten Lebensabschnitt zu Hause begleiten dürfen“ sagt Martha Theurl.

Sich rechtzeitig Hilfe zu holen und die Verantwortung der Pflege daheim auf mehrere Schultern zu verteilen, dazu appelliert Martha Theurl. Auf die Frage von Moderatorin Christine Brugger, warum die Pflege immer noch weiblich sei und ob das so bleiben müsse, meinte Theurl: „Hundert Prozent der derzeit 19 Mitarbeiter im Sozialsprengel sind weiblich. Ich denke, dass es ein Stück Dankbarkeit ist, dass wir Frauen unseren Angehörigen zurückgeben möchten.“

Auch die Mitarbeiterinnen des Sozialsprengels freuen sich über die Chronik.
Auch die Mitarbeiterinnen des Sozialsprengels freuen sich über die Chronik.

Passend zum Jubiläum gestalteten Rebecca Theurl und Manuela Mair, Schülerinnen der HLW Lienz, als Maturaprojekt die Chronik „Von der Gemeindekrankenschwester bis zum Sozialsprengel – 1950 bis 2015“ und ein Video über die Tagesbetreuung „Sprengelstube“. „Wir haben für die Filmaufnahmen mehr als einen Tag in der Tagesbetreuung verbracht und es war schön zu sehen, wie gut es den Menschen dort geht. Sie fühlen sich wohl, werden von den Mitarbeiterinnen liebevoll betreut und erleben einen wunderschönen, abwechslungsreichen Tag“, erzählten die beiden Maturantinnen.

Die Chronik liegt in den Gemeindeämtern von Assling, Anras und Abfaltersbach sowie in der Tagesbetreuung und im Sozialsprengel auf. Sie kann gegen eine freiwillige Spende zu Gunsten der „Sprengelstube“ erworben werden.

Viele schöne Erinnerungen finden sich im neuen Nachschlagewerk des Sozialsprengels Assling-Anras-Abfaltersbach.
Viele schöne Erinnerungen finden sich im neuen Nachschlagewerk des Sozialsprengels Assling-Anras-Abfaltersbach.
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