Einkommen für Frauen sollen gerechter werden

Lienz gehört zu Österreichs Bezirken mit den geringsten Frauenlöhnen.

v.l.: Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Frauenvorsitzende Selma Yildirim und Gemeinderätin Anita Kerstein.
v.l.: Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Frauenvorsitzende Selma Yildirim und Gemeinderätin Anita Kerstein.

„Jede Frau soll von ihrem Einkommen bzw. ihrer Pension leben können“, stellte die Tiroler SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim bei ihrem Lienzbesuch mit den Parteikolleginnen Elisabeth Blanik und Anita Kerstein fest. Tatsächlich ist dies ein dringend zu diskutierendes Thema, denn unter den zehn österreichischen Bezirken mit den niedrigsten Frauenlöhnen sind fünf in Tirol. Der Bezirk Lienz gehört – wenig überraschend – dazu.

Bei der ganzjährigen Beschäftigung von Frauen (68,3%) sowie der ganzjährigen Vollzeitbeschäftigung (33,4%) ist Tirol ebenso Schlusslicht. Mehr als die Hälfte der Tirolerinnen arbeiten Teilzeit, hingegen nur 7% der Tiroler Männer. Dass nicht einmal 3% der Männer in Karenz gehen, würde in Skandinavien bestenfalls belächelt werden. Damit enden die Probleme aber nicht, wie die SPÖ-Frauen betonen. Bei ganzjähriger Vollbeschäftigung verdienen die Tiroler Frauen durchschnittlich Euro 32.776, während es bei den Männern Euro 44.156 sind. Nur in Vorarlberg ist die Situation noch schlechter. Zudem fehlen ganztägig und ganzjährig geöffnete Kindergärten.

„Berufe, in denen viele Frauen arbeiten, werden oft deutlich schlechter bezahlt. Eine Pflegerin verdient zum Beispiel viel weniger als ein Mechaniker“, daher müsse Arbeit an sich neu bewertet werden, ist Selma Yildirim überzeugt. Einkommensberichte in Betrieben seien dafür ein geeignetes Mittel – aber eben nur eines. In der Steuerpolitik sieht die SPÖ ein weiteres Rezept, denn gerade Klein- und MittelverdienerInnen müssten entlastet werden, damit den Frauen am Ende mehr Geld bliebe.

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12 Postings bisher
nanny vor 3 Jahren

Prost Weibsteufl - hast vollkommen recht! Nix zu ergänzen :-).

seppl17 vor 3 Jahren

Mich würde interessieren, ob bei der Berechnung immer Bezug auf die Normalarbeitszeit gemacht wird (bzw. €/Stunde). Da sehr viele Frauen gewollt oder auch gezwungen sind Teilzeit zu arbeiten. Ich denke Monatslöhne freiwillig getätigter Teilzeit gleich berücksichtigen wie Vollzeitmonatslöhne. Ich glaub dass für gleiche Arbeit auch gleicher Lohn bezahlt wird. Es wird ja sowieso nur Kollektivvertragslohn bezahlt und der gilt für Frauen und Männer, es kann der Unterschied nur aus weniger Arbeitszeit resultieren.

Weibsteufl vor 3 Jahren

Mir - als Frau - geht dieses alljährlich wiederkehrende Thema auf die Nerven. Statt ein Mal Nägel mit Köpfen zu machen, werden Mann gegen Frau ausgespielt,´mit Floskeln große (?) Auftritte insziniert, ohne Nachhaltigkeit und von Ehrlichkeit kilometerweis entfernt.

Ein Beispiel: Alleinerzieherin mit Kind arbeitet nur 10 Stunden, weil bei Vollzeit die Miete selbst bezahlt werden muss. Frau, gut verheiratet, arbeitet nur minimal, damit dem Mann der "Alleinverdiener" nicht gestrichen wird. Frau geht nach 20 Jahren Haushalt wieder arbeiten und beginnt in der niedrigsten Lohnstufe, da keine Vordienstzeiten und für die Handelsketten absolut billig - um die netto 5,00 Euro. Es gibt die Frau von Unternehmer, die gar nicht oder niedrigst angemeldet, um sich Sozialversicherung zu sparen und zugleich Stipendium für die Kinder lzu lukrieren. Frau, unglücklich geschieden, "findet" keine adäquate Arbeit damit der Ex noch lange Unterhalt zahlen muss (Rache muss sein). Unendlich viele Beispiele, die zeigen, dass Teilzeit offensichtlich auch Sinn macht - für wen auch immer.

Unterm Strich: es gibt keine spezielle Gelddruckmaschine, die nur Förderungen - auch nicht für Frauen - druckt. Wenn jemand Förderungen bekommt, muss man sie davor jemandem wegnehmen.

Deshalb für mich klar, dass der Alleinverdiener gestrichen werden muss, Kinderbeihilfe nur bis 20 Jahre, Stipendien gerechter verteilen und vielleicht auch das Schwarzgeld einrechnen und Bauern nicht automatisch das höchste Stipendium nachwerfen, dafür etwas mehr Kinderbeihilfe, viele Förderungen an Fitschigogerl-Verein, Blumensammler, Bienenliebhaber, Vogelzähler, Schuachplattla, den zehnten Fußballverein,.... s t r e i c h e n und im Gegenzug schnell und nicht in 100 Jahren weniger Lohnsteuer einheben, einen Mindeststundensatz von NETTO € 10 zahlen, damit sich Arbeit auszahlt und man sich selbst erhalten kann ohne Bittsteller oder Betrüger zu sein.

Und das ist nicht nur ein Frauenproblem, Resumé dieses Events für die SPÖ-Frauen, sondern auch ein Problem für die Männer.

Und erspart mir nächstes Jahr diesen Schmarrn, wo sich keiner bemüht, sondern man sich nur auf Werbetour für die nächste Wahl befindet und dann wieder 5 oder 6 Jahre das Geld für Nichts hinauswirft und geplauscht wird.

Und jetzt hol ich mir ein Glasl und trink auf die wirklich Intelligenten, die etwas bewirken ohne viel heiße Luft und so.

skeptiker vor 3 Jahren

@hallo

Wenn man schon auf die Politiker losgeht sollte man doch mit halbwegs richtigen Zahlen agieren. Oder habe ich versäumt dass Fr. Blanik Landeshauptmann oder Landesrat geworden ist ? Der Gehalt eines Landtagsabgeordneten liegt bei ca. 6.000,- Brutto / Monat (im Jahr 2012 war es genau 5.481,41 ), der eines Landesrates/Landeshauptmanns im Bereich der von dir genannten 15.000 bis 16.000 Brutto pro Monat.

Ergibt sicher so auch ein hübsches Sümmchen mit dem man sehr gut leben kann, aber halt weit weg von deinen Summen.

Nur hat das Gehalt der Bürgermeisterinn nichts mit dem Thema zu tun.

hubert vor 3 Jahren

.... Eine Pflegerin verdient zum Beispiel viel weniger als ein Mechaniker .... Weil die Mechaniker die bessere Gewerkschaft, Standesvertretung haben. So einfach ist, ich könne noch einige Beispiele aufzählen. Aber immerhin verdient der Pfleger gleich viel wie seine Kollegin. Ungerecht wird es dann, wenn eine Frau das gleiche macht und doch weniger verdient, als ihr männlicher Kollege. Was ich gar nicht verstehen kann, wenn man auf einmal weniger arbeitet (weniger arbeiten darf) und dafür eine 20 - 30%ige Lohnerhöhung haben möchte (auch wenn man ein "Gott in Weiß" ist).

woodhouse vor 3 Jahren

Wenn es um dieses Thema geht, teile ich immer gerne diesen Artikel. http://www.profil.at/home/einkommen-loehne-die-wahrheit-ungleichheit-323607 Falls sich wer mal mit den Fakten zur Einkommenschere befassen möchte, und ausnahmsweise nicht mit den Halbwahrheiten der Politikerinnen.

jomi vor 3 Jahren

Jeder kann Politiker oder Bürgermeister werden dann hat er den gleichen Verdienst!!! Der Neid is a Schwein! Der Verdienst vom Shell Boss Ben van Beurden betrug im letzten Jahr 66 000 Euro....... pro Tag!! Das macht dann ca. 24 Millionen Euro im Jahr! Da ist es dann Wurst ob Frau oder Mann, das ist dann einfach zu viel. Aber sein Gehalt zahlt schlussendlich wieder der kleine Verbraucher......wir alle

hallo vor 3 Jahren

Die leicht gebückte und schamhafte Haltung der Frau Bgm sagt schon sehr viel aus. Sie muss bei dieser Sitzung wohl gezwungener Weise dabei sein, da sie mit ihren Gehältern als Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete wohl nicht mitreden kann. Was verdient man da so brutto im Jahr? 6.600 € von der Gemeinde und 14.688€ vom Land? Mal 14 im Jahr macht ca. 300.000€ brutto!

bergfex vor 3 Jahren

Wenn ich von VERDIENST spreche, meine ich das , was ich netto heraus bekomme. In Osttirol also ca. 1300 € netto x 14 = 18 200 €, das ist in Osttirol Obergrenze. Im Kaufhaus Lienz natürlich verdienen sie mehr, sehe aber kein Kaufhaus...immer noch nicht, ihr 3 weisen Frauen.

nanny vor 3 Jahren

Es handelt sich offensichtlich um Bruttobezüge, da geht schon noch einiges weg, bei Männern und Frauen. Frauen arbeiten durchaus auch gerne Teilzeit, wie solls auch sonst gehen mit Haushalt, Kindern, oft noch zu betreuende andere Familienmitglieder. Realitätsferne bringt niemandem etwas.

chiller336 vor 3 Jahren

männer verdienen ganzjährig vollbeschäftigt im durchschnitt 44.156 euro?? dann mach i wohl was falsch wies aussieht .... und frauen verdienen unter denselben bedingungen "nur" 32.776 euro .... ich glaub ich mach sicher was falsch!!

Hot doc vor 3 Jahren

Und alles soll billige werden. 3 Traumtänzerinnen unterwegs. Mit dem Kaufhaus Lienz werden wieder 100 Jobs sein, wovon keiner leben kann. Deshalb ist Blanik dafür?!