Erfolgsbilanz für den „Ski Pustertal Express“

In Sexten und auf dem Kronplatz lässt der Zug die Kassen klingeln.

Was in Osttirol die Gemüter erregte, ließ in Südtirol die Kassen klingeln. Die Neuordnung des Schienen-Nahverkehrs im Pustertal mit stündlichen Verbindungen zwischen Lienz und Franzensfeste kostete Osttirol den direkten Zug nach Innsbruck und brachte im Gegenzug einen massiven Fahrgastzuwachs zwischen den Pustertaler Skigebieten „Kronplatz“ und „Sextener Dolomiten.“

Damit wurde aus Südtiroler Sicht das strategische Ziel einer touristischen Belebung erreicht. Vor allem die Millioneninvestition in den Ausbau des Bahnhofs Vierschach hat sich offenbar gerechnet. „Wir sind von den Zutrittszahlen der ersten Monate – insbesondere in Vierschach – wirklich begeistert“, erklärt Mark Winkler, Geschäftsführer der Sextner Dolomiten AG in einer Aussendung, „der Ski Pustertal Express wird von den Gästen und Einheimischen angenommen.“ Auch für den zuständigen Landesrat Florian Mussner ging die Rechnung auf: „Der Ski Pustertal Express verzeichnete 2014 23 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr. Allein im Jänner 2015 wurden 160.000 Entwertungen gezählt. Der neu geschaffene Skizug ist zweifelsohne ein Erfolgsmodell.“

Profitiert auch Osttirol vom Südtiroler "Ski Express"? In Sexten und am Kronplatz ließ der Zug bereits die Kassen klingeln. Foto: Sextner Dolomiten
Profitiert auch Osttirol vom Südtiroler „Ski Express“? In Sexten und am Kronplatz ließ der Zug bereits die Kassen klingeln. Foto: Sextner Dolomiten

Dieses Erfolgsmodell hat eine bewegte Vorgeschichte. Es wurde von Mussners Vorgänger Thomas Widmann und dem damaligen VP-Landesrat Anton Steixner eingefädelt und wird von den Landesregierungen dies und jenseits des Brenners gerne als Beitrag zu einer Europaregion mit hoher Nahverkehrsqualität gefeiert. Gegner der neuen Takt- und Tarifstruktur bemängelten den Wegfall des Direktzuges – der durch einen Bus ersetzt wurde – und sehen die Gewinner eindeutig auf Südtiroler Seite.

Unbestritten ist, dass der jetzt von den Südtiroler Bergbahn-Betreibern gefeierte „Skizug“ ohne die Mithilfe der ÖBB und die Nutzung des österreichischen Schienennetzes nicht möglich wäre. Weil der Bahnhof Vierschach selbst nach dem großzügigen Ausbau für ein Wendemanöver der Südtiroler Skifahrerzüge nicht geeignet ist, müssen die “Flirt”-Garnituren nach Sillian oder weiterfahren und dort umdrehen.Vor diesem Hintergrund ist auch eine Ankündigung von Landesrat Mussner zu sehen, der das Fahrzeit-Intervall weiter verkürzen und den „Ski Pustertal Express“ im Halbstundentakt zwischen beiden Skigebieten fahren lassen will: „Wir sind bestrebt, einen Halbstundentakt einzuführen. Vorher sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Das Ganze muss in Abstimmung mit den Österreichischen Bundesbahnen geschehen, die für den Bahnhof Vierschach-Helm zuständig sind.“

Im Klartext: Die Südtiroler Skizüge würden halbstündlich auch nach Osttirol fahren, je nach Perspektive ein Vor- oder Nachteil, auf dem eingleisigen Schienennetz der ÖBB, aber in jedem Fall eine logistische Herausforderung, zum Beispiel für den Güterverkehr, wie Pressesprecher Rene Zumtobel gegenüber der Tiroler Tageszeitung betonte.

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5 Postings bisher
beobachter52 vor 2 Jahren

Wenn es irgendein Tiroler, Südtiroler Touristiker und Politiker inklusive der Liftbetreiber mit der Schischaukel Sillian/Sexten ernst meint, müsste es spätestens im Winter 2015/16 einen Kartenverbund der beiden Schigebiete Thurntaler und Helm geben! Wenn nicht - dann will man die Schischaukel in Innsbruck, Sexten, in Sillian, im Zillertal .... nicht!

genaugenommen vor 2 Jahren

• Super!! Mit den Lienzer Skibus (den die Lienzer BB bezahlen) zum Bahnhof Lienz • Mit dem Zug nach Vierschach oder Percha und dort billiger Schifahren als in Lienz. • Dafür kein Dirktzug nach Innsbruck • Und das alles mit Hilfe von Platter und seinem Flipper • Ich hoffe die Osttiroler Wähler wissen das auch noch bei der nächsten Wahl!!!

e ist mc2 vor 2 Jahren

...ich glaube, nach ...Sillian oder .... fehlt "Lienz" im Text?

Find ich nicht schlecht die Idee von "bzler", dass man auch den Thurntaler mit der ÖBB ansteuern kann. Leider liegt halt die ÖBB auf der anderen Seite des Talbodens, aber mit einem Skibus wäre dies auch zu bewerkstelligen. Da sieht man mal wieder, wie moderne Ideen in einer modern geführten Politik auch erfolgreich umgesetzt werden kann. Man muss halt was gscheites anbieten, dann nimmt die Bevölkerung dies auch begeistert an!

Was ich nicht ganz verstehe, warum können nicht einige Züge auch schon in Sillian wieder umgedreht werden. Es muss ja wohl nicht alle halben Stunden ein ital. Zug bis nach Lienz fahren, ich nehme mal an, die ÖBB fährt auch noch mit eigenen Garnituren bis nach Innichen, z.B. wieder im Sommer mit den Radlfahrern?

bzler vor 2 Jahren

Ich verstehe das Problem nicht. Fehlt es an einem hübschen Bahnhof in Heinfels, um den Skigebieten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen?

chiller336 vor 2 Jahren

es ist doch erstaunlich, wie sich alles gut lösen lässt. nur die osttiroler eifern wieder auf den erfolg der südtiroler lösung. halbstundentakt wäre für jeden pendler aus dem oberland doch fast die perfekte lösung. bin neugierig, was es diesmal wieder zu bekritteln gibt - vielleicht zur abwechslung mal gar nix??