Über 90% der Volksbanken für Fusion

Am Abend des Gründonnerstag haben die Genossenschaftsmitglieder der Volksbank Horn einer Fusion zugestimmt. Damit sind die „mehr als 90 Prozent“, die die Finanzmarktaufsicht gefordert hatte, nach langen Bemühungen erreicht. Die 41 Banken sollen nun zu acht Länderbanken zusammengefasst werden. Nötig wurde dieser Schritt zur Rettung der angeschlagenen Österreichischen Volksbanken AG.

Osttirol gilt als Rebell, denn die Volksbank Osttirol-Westkärnten möchte auch weiterhin selbständig bleiben.

Zwar ist noch nicht ganz klar, wie die Konsequenzen aussehen werden, immerhin wurde ihr und den anderen neun „Abtrünnigen“ von Seiten der Finanzmarktaufsicht (FMA) angedroht, dass mit dem Verlust der Einlagensicherung des Volksbankensektors und höheren Eigenkapitalerfordernissen zu rechnen sei. Doch gerade diesbezüglich habe man von Seiten Osttirols bereits vorgesorgt, heißt es. Ein Konzept soll der FMA längst vorliegen. Die Fusion allerdings wird nun in jedem Fall stattfinden, mit oder ohne die Banken, die dagegen sind.

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6 Postings bisher
Mzee vor 2 Jahren

Optimismus versus Skepsis Ein kritisches Hinterfragen der Situation ist sicherlich angebracht. Dass der Weg in die Selbstständigkeit ein mühevoller sein wird, war von Anfang an allen Verantwortlichen klar. Und sie haben, so hoffe ich, auch sehr gute Argumente, diesen Weg weiter zu verfolgen. Als langjähriger VB-Kunde bin ich aber durchaus optimistisch, denn die Vertreter der Verbundlösung haben die erforderlichen 90% erreicht und hätten daher keinen Grund jene „abtrünnigen“ Regionalbanken, die sich mehrheitlich oder gar einstimmig gegen die Verbundlösung aussprachen, von der Selbstständigkeit abzuhalten. Mir scheint, dass jener Personenkreis aus FMA, Finanzministerium und dem Rest der OEVAG nur mehr aus Prestigegründen (100% sehen natürlich besser aus) mit Hilfe einiger Medien Unsicherheit oder gar Panik verbreiten wollen. Oder sollen demokratisch getroffene Entscheidungen tatsächlich ad absurdum geführt werden? Ob kleine Regionalbanken in Zukunft bestehen können wird sich weisen. Es gibt in Österreich einige positive Beispiele dafür. Sie konnten auch schwere Krisen meistern. Warum sollte dies nicht auch unserer VB gelingen? Und was den Volksbankenverbund betrifft...... wer garantiert denn, dass er selbst die nächsten Jahre überlebt?

skeptiker vor 2 Jahren

Solche Artikel machen mich als VB Kunde schon nachdenklich

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/4704750/Fusion_OVAGRebellen-droht-die-Abwicklung?from=suche.intern.portal

Die VB Lienz sieht das zwar anders, aber wie es wirklich weitergeht oder was wirklich passieren wird, dazu gibt es nichts konkretes...

http://www.tt.com/wirtschaft/wirtschaftspolitik/9877098-91/volksbank-osttirol-kein-ultimatum.csp

skeptiker vor 2 Jahren

Naja, meiner Meinung nach ist es etwas zu Früh für Euphorie zur möglichen/gewünschten Selbstständigkeit. Auch wenn die VB Lienz dies erreichen sollte wird es sich möglicherweise erst in wenigen Jahren zeigen ob diese Entscheidung gut war. Wenn die Bank für alles selbst zuständig ist bzw. notwendige zentrale Leistungen zukaufen muss (wie von Hr. Mattersberger angekündigt) wird man sehen ob oder wie konkurrenzfähig die Bank bleibt.

@nanny Die Einlagensicherung soll den Sparer/Anleger vor einem Ausfall seiner Bank im begrenzten Maße schützen (durch Haftungen im Verbund + Staatsgarantie -> jeweils 50%). Wenn die Osttiroler VB gleichzeitig für seine Einlagen mit einer Zitat:"bodenständigen Garantie" garantiert ist das ganz genau nix wert. Nebenbei muss sich die VB Osttirol sowieso eine neue Einlagensicherung suchen (in Ö gibt es 5 verschiedene Sicherungen). Sonst verliert sie die Banklizenz (Nachzulesen im BWG §93 oder auch unter www.einlagensicherung.at)

Mzee vor 2 Jahren

Volksbankenverbund NEU statt OEVAG? Nein, danke! Den ablehnenden Kommentaren kann ich nur zustimmen. Abgesehen von der Ausgliederung "fauler Assets" in eine Bad-Bank sehe ich für unsere regionale Volksbank keinerlei Vorteile. Im Gegenteil: als Mitglied des Verbundes wird die bisherige Beschränkte Haftung in eine Unbeschränkte Haftung umgewandelt. Und vermutlich werden einige Experten aus der gescheiterten OEVAG-Mannschaft durch die Übersiedlung in das neue Hauptquartier - Wien-Baden - belohnt um dann über die regionalen, individuellen Bedürfnisse zu befinden. Das ist wenig vertrauenswürdig und stimmt nicht zuversichtlich. Daher den eingeschlagenen Weg zur Selbstständigkeit - nach dem Motto "klein aber fein" - unbedingt fortsetzten!

nanny vor 2 Jahren

Ja, wäre ein wichtiges Signal. Und was die staatlich garantierte Einlagensicherung wert ist, wenn ein großer allgemeiner Crash kommt - da verlass ich mich lieber auf eine "bodenständige Garantie" für einen absehbaren Kundenkreis. Denn wenn Einlagensicherungen, staatlich garantiert, für plötzlich viele viele crashenden Bankenmonster schlagend werden ... also da beschleichen mich Zweifel ...

holzwurm vor 2 Jahren

Wenn unseren Volksbankern das gelingt, dann kann man ohne Übertreibung von einem modernen Märchen sprechen, das sich in der Bankenwüste abspielt die sich von Lehmann bis Hypo Alpe Adria erstreckt. Ich gratuliere dem Vorstand und dem Aufsichtsratsvorsitzenden schon jetzt für die kluge und besonnene Vorgangsweise.