RGO hat kein Interesse an Molkerei-Übernahme

Zusammenarbeit mit Tirol Milch/Berglandmilch statt finanzielles Risiko.

Die Frage war lange im Raum gestanden: Soll die RGO die Molkerei in Lienz übernehmen? Franz Ganeider formulierte es bei der RGO-Generalversammlung am 10. April zunächst so: „Wir haben uns über den Winter hinweg mit diesem wichtigen Thema intensiv befasst“, und man sei auch zu einem Beschluss gekommen. Dieser laute, die Molkerei nicht zu übernehmen, da das finanzielle Risiko für die Genossenschaft zu hoch sei.

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RGO-Obmann Franz Ganeider schloss bei der diesjährigen Generalversammlung, dass die Genossenschaft die Lienzer Molkerei nicht übernimmt. Foto: Archivbild/Tschurtschenthaler

Argumente, die die Entscheidung stützen, wurden auch geliefert: So seien die Osttiroler Milchbauern in der Tirol Milch/Berglandmilch „betriebswirtschaftlich sicher positioniert.“ Nur eine kleine Minderheit wünsche sich einen Ausstieg. Relevant sei aber auch, dass der Milchmarkt durch das Ende der EU-Milchquote äußerst unsicher sei und man zu wenig genau wisse, in welche Richtung die Entwicklung gehen würde. Jede rasche Entscheidung könne derzeit fatal sein. Zudem sei der Milchmarkt heiß umkämpft und die Sortimentsvielfalt inzwischen sehr groß.

„Diese umkämpfte Marktvielfalt muss erst eine neue Nische vertragen, finden und auch zulassen“, stellte RGO-Obmann Ganeider fest, um fortzufahren: „Die RGO hat in diesem umkämpften Wettbewerb weder Vermarktungserfahrung, geschweige denn Know-how!“ Daher sei es wesentlich klüger, dass nicht eine Genossenschaft in die Quere der anderen komme, sondern dass man kooperiere: „Unser Bestreben ist eine vernünftige Zusammenarbeit – eine praktikable gute Kooperation, daran arbeiten wir.“

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10 Postings bisher
wolf_c vor 3 Jahren

... bei dem Gedankengut sind wir meilenweit von einer BIO-Region entfernt ... schaut schlecht aus für die Bienen ...

spitzeFeder vor 3 Jahren

RGO - Raiffeisen Genossenschaft *OSTTIROL* - irre ich mich? Eine Genossenschaft in Osttirol für Osttirol oder doch nur ein gewinnmaximierter Verein?

So abgedroschen es sein mag, aber: Irgendwann werdet ihr merken, dass man Geld nicht fressen kann.

Hot doc vor 3 Jahren

Liebe iseline

Das ist das Problem unserer Bauernschaft. In Südtirol oder auch ins Vorarlberg gibt's eine Käserei nach der anderen. Es liegt mehr am Willen und dem Unternehmerdenken. Bin mir sicher, dass eine Käserei bei uns auch funktionieren würde, aber lieber den baubereich ausbauen und die landwirtschaftlichen Bereiche links liegen lassen. Vor der Fusion gabs etwas über 30 Cent für'n Kilo milch. Mit Versprechungnen über höhere Erzräge wurden die Bauern gelockt, dann gabs 42 Cent. Nun sind sie wieder bei Etwas Mitte 30 c und in kurzer Zeit wieder bei 27- 29 Cent. Und Schuld sind dann wieder alle anderen.

Dasselbe gilt für den Maschinenring. Von der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe zum personalleasingunternehmen (Landwirtschaft ?). Zum Liebherr kommt ja anscheinend nur noch über den Maschinenring ?

iseline vor 3 Jahren

In Vintl im Pustertal wurde letztens wieder eine Erlebnis und Spezialitätenkäserei - gleich hinter dem Lodenwirt - eröffnet. Die Idee dahinter: Südtirol als Käsedestination zu positionieren, neue regionale Käsesorten zu entwickeln und für den Käufer interessant anzubieten. Man sieht einen tollen Verkaufsraum mit Bistro und hat eine große Auswahl an heimischen Produkten.

Warum sollte so etwas bei uns nicht möglich sein, wenn gerade die Stärkung der Regionalwirtschaft in Sonntagsreden so häufig beschworen wird? Für das Know how könnte man, wenn man wollte !!!, sicher bei den Südtiolern anfragen. Etwas Eigenständiges aufzubauen oder die Kooperation mit den Südtirolern zu suchen, wäre sicher innovativer als auf den Großkonzern Berglandmilch zu setzen, der die Preise diktieren wird.

tauernwind vor 3 Jahren

Ich bin sowieso dafür, daß die Osttiroler Bauern der Tirol- /Berglandmilch den Rücken kehren, ich sehe immer wieder den Milch-LKW über den Felber Richtung Wörgl tuckern. Ein anderer fährt Abends Richtung Osten, wohin weiß ich nicht evtl. gar nach Schärding ????

Also macht´s den Wipp- und Stubaitalern inkl. dem Steixner Toni nach und radelt´s die Milch nach Sterzing.

Lienz - Wörgl 126km Lienz - Sterzing 124km

holzwurm vor 3 Jahren

Ich stelle fest: laut RGO Obmann sind die Osttiroler Milchbauern in der Tirol Milch/Berglandmilch „betriebswirtschaftlich sicher positioniert“. Relevant ist aber auch – so auch der RGO Obmann – dass der Milchmarkt durch das Ende der EU-Milchquote äußerst unsicher sei und man zu wenig genau wisse, in welche Richtung die Entwicklung gehen würde. Jede rasche Entscheidung könne derzeit fatal sein. Was jetzt? Sicher positioniert - oder jede Entscheidung kann fatal sein? Stehen die Osttiroler Milchbauern also doch einen Schritt vor dem Abgrund und die RGO in sicherer Entfernung? Ist das die genossenschaftliche Solidarität die der Gründervater Raiffeisen gemeint hat?

sonnenstadtler vor 3 Jahren

„Grüß Gott“ im Feilmeier Lagerhaus http://www.feilmeier.info/ sorry, aber vielleicht noch mehr Genossenschafts-Charakter wie die RGO ;-))

sonnenstadtler vor 3 Jahren

JA! - so einfach ist das, bei einem Vordenkprozess zu sitzen und Thesen zu blubbern und doch so schwierig wieder, wenn es an die Umsetzung geht. Ein leichter Huster vom Bergland-Chef in der Arena vor allen Bauern und deren Vertreter (vielleicht eh mit der RGO-Führung im Winter gut abgestimmt ;-) reicht, und man ist wieder auf "Linie". Wie kleinlaut wird da eine LK, welche doch federführend im Vordenkprozess gesessen hatte?

@Hot doc: dein Kommentar ist die perfekte Ergänzung zu Ganeiders Begründung :-))

Wichtiger ist anscheinend doch die Umsatzmaximierung, denn die Region hat sicherlich viel vom Konzernstatus der RGO und ihrer "Geiz ist Geil"-Wirtschaftsweise. Unvorstellbar, dass über diese Schiene was vorwärts zu bringen sein könnte.

Hot doc vor 3 Jahren

Man hat weder vermarktungserfahrung noch Know-how

Aber man kauft Baumarkt Blätterbauer , akit, Planegger Gas ,.. und wer hatte dort Erfahrung.

Man drehte wie man es braucht. Insgesamt sind die Bauern eh selbst schuld

nitram vor 3 Jahren

Qualität statt Masse wär halt evtl doch die bessere Möglichkeit um ohne Milchquote nicht im Milchsee zu ertrinken. Meiner Meinung nach ist die einzige Überlebensmöglichkeit für unsere kleinbäuerlich geprägte Viehwirtschaft Qualität und eben nicht unsere Osttiroler Milch mit der aus halb Österreich zu vermischen, sie möglichst selber zu veredeln und zu vermarkten zu lokalen Qualitätsprodukten unter einer Osttrioler / Nationalpark Dachmarke und die Wertschöpfung in Osttrol zu halten denn an der Milchproduktion wird man in Zukunft nichts mehr verdienen können ausser man stellt sich ein paar Tausend Kühe in den Roboterstall.