Wer ist die Schönste am Laufsteg der Kühe?

Bei der Osttiroler Bezirksrinderschau hatten die Preisrichter die Qual der Wahl.

Der Parkplatz vor der RGO-Arena konnte am Samstag, dem 15. April, bei Weitem nicht dem großen Andrang standhalten. Vor der Halle standen Marktstände, quer über das Areal gab es Gastronomie und obwohl die Tische meist voll waren, war die Arena selbst über Stunden bis auf den letzten Platz besetzt. Die Stimmung war dementsprechend gut. Die Bezirksrinderschau diente weit mehr als dem Herzeigen der schönsten Kühe des Landes. Es ging um Austausch, Fachgespräche, aber auch darum, sich wieder einmal zu treffen und am Volksfest teilzunehmen. Trotzdem überwog die Konzentration auf die Tiere, und schön sowie kraftvoll waren die präsentierten Rinder wirklich. Die Preisrichter sprachen von Eleganz, Balance, Korrektheit des Körperbaus, betonten die gute Pflege und hatten vor allem lobende Worte für die Osttiroler Zuchttiere und ihre Halter.

Nelke, Gretl, Diana, Roxana, Flora, Blüte und Nelli sind nur einige der Namen der schließlich gekürten Siegerinnen. Die angereisten Preisrichter schienen hochzufrieden: Reinhard Pfleger (Zuchtberater der Rinderzucht Steiermark), Thomas Edenhauser (Geschäftsführer Stellvertreter des Rinderzuchtverbandes Salzburg), Christian Presslaber (ebenfalls vom Rinderzuchtverband Salzburg), der die Rolle des Assistenten übernahm und als Vorführerin der Jungzüchter und Bambini fungierte die Obfrau der österreichischen Jungzüchtervereinigung, Gerlinde Halbartschlager aus Niederösterreich. Wie das eine oder andere Rind manchmal aus der Reihe ausbrach und partout nicht in der Arena bleiben wollte, so brachen auch die Preisrichter manchmal aus ihrer objektiven Präzision aus und zeigten sympathisch ihre Begeisterung, etwa, wenn Reinhard Pfleger rief: „Stehen Sie auf, applaudieren Sie und zeigen Sie Respekt vor dieser Leistung,“ und der gesamte Saal folgte der Aufforderung gerne und mit viel Beifall.

19 Gruppen Vieh wurden vorgeführt, eingeteilt nach Alter, Abkalbungen, Leistung und Art. So waren auch Holstein Kühe dabei, und seit langem wieder Pinzgauer, ein Umstand, der besonders gefeiert wurde. Unter den Ausstellern waren überdurchschnittlich viele aus Matrei und Virgen. Ganz nebenbei erfuhr man so manches interessante Detail, etwa dass es inzwischen in Osttirol 41 Kühe mit einer Milchleistung von 100.000 Litern gibt.

Für Unterhaltung sorgten die Schüler und Schülerinnen der LLA Lienz. Ähnlich viel Applaus bekamen die Bambini, Kinder bis zwölf Jahre, die ihre Kälber präsentierten. Es war nicht immer ersichtlich, wer sich mehr vor der Manege fürchtete oder stolzer in den Ring stieg: Kind oder Kalb. Aber die Liebe und der Respekt zueinander waren schon klar sichtbar. Für Nachwuchs ist also auf allen Ebenen gesorgt, den braucht es auch, wie mehrmals betont wurde, denn die Landwirte stehen wohl vor so mancher Herausforderung.

Einige der vorgeführten „Kalbinnen“ werden bei der Zuchtvieh-Verteigerung am 12. Mai, wo mehr als 200 Rinder präsentiert werden, zu erstehen sein.

Gesamtsieger Osttiroler Bezirksrinderschau, 25. April 2015

Slideshow: Brunner Images

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