FC Mölltal stoppt den Lienzer Siegeslauf

Rapid Lienz steht als Meister in der Unterliga West bereits fest. Am Samstag, 16. Mai, traten die Dolomitenstädter zu Hause gegen den FC Mölltal an, der sich im Abstiegskampf befindet. Trainer Markus Hanser musste auf die gesperrten Clemens Gesser und Kapitän Manuel Eder verzichten.

Gegen die sehr tief stehenden Gäste hatten die Rapidler von Anfang an ihre liebe Not und kaum Gelegenheit, ihr gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Dennoch ergab sich für die Grünweißen nach zwölf Minuten eine Chance auf den Führungstreffer.

Daniel Steiner bediente mit einem Steilpass Mario Kleinlercher, dieser lief zentral auf das Mölltaler Gehäuse zu, konnte aber im letzten Moment mit fairen Mitteln von einem Gästespieler vom Ball getrennt werden.

Nur drei Minuten später gab es die erste kalte Dusche für die Hausherren an diesem Tag. Nico Pichler konnte im Strafraum von Dominik Müller nur mehr durch ein Foul gestoppt werden und der Unparteiische zeigte zu Recht auf den Elfmeterpunkt. Mölltal Spielertrainer Andreas Wenger verwertete zur 1:0 Führung für die Gäste. Danach dauerte es einige Zeit bis die Grünweißen diesen Schock verdaut hatten, ehe es nach 35 Minuten gleich zu einer dreifachen Chance für die Gastgeber kam. Doch zweimal Christopher Korber und einmal Mario Kleinlercher scheiterten mit ihren Schüssen am dichten Mölltaler Abwehrwall.

Danach tat sich bis zum Pausenpfiff nicht mehr viel, denn die Mölltaler konnten die Partie recht ausgeglichen gestalten und standen vor allem in der Defensive sehr kompakt. Gleich nach Wiederanpfiff gab es für die Rapidler die nächste Schrecksekunde. Bei einem Zweikampf mit Stefan Pacher erlitt Daniel Kleinlercher ein tiefes Cut und musste blutüberströmt ausgetauscht werden.

Während die Mölltaler schworen, beide Spieler seien mit den Köpfen zusammengestoßen, wollten einige der rund 200 Besucher im Dolomitenstadion Lienz in dieser Situation einen Schlag mit dem Ellbogen des Mölltaler Spielers gesehen haben. Auch der Schiedsrichter schien in dieser Situation etwas überfordert, denn er zeigte Stefan Pacher die gelbe Karte, hätte aber, wenn er das Vergehen als Tätlichkeit geahndet hätte, eigentlich die rote Karte zücken müssen. Für Daniel Kleinlercher kam der blutjunge Aziz Olayemi Ayodeji aufs Spielfeld.

Kurz darauf stand wieder der Fußball im Mittelpunkt des Geschehens und Mario Kleinlercher fand in der 54. Minute die nächste Möglichkeit für die Lienzer vor. Nach einem tollen Solo blieb er allerdings beim letzten Haken an einem Mölltaler Spieler hängen. Auf der Gegenseite konnte sich Rapid-Schlussmann Christian Korunka auszeichnen, er drehte einen Distanzschuss von Andreas Wenger über die Latte.

Die Hausherren versuchten alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die drohende Niederlage abzuwehren, taten sich aber gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste extrem schwer. Erst nach 74 Minuten konnte der Abwehrriegel der Mölltaler geknackt werden. Zunächst wurde ein Freistoß von Mario Kleinlercher gerade noch von einem Abwehrspieler der Gäste zum Eckball abgewehrt. Nach diesem herrschte vor dem Tor der Gäste riesige Verwirrung, Christopher Korber knallte das Spielgerät an die Latte, den nur kurz abgewehrten Ball brachte Andreas Überbacher wieder zurück in den Strafraum und Mario Kleinlercher beförderte das runde Leder per Kopf zum 1:1 in die Maschen.

Die Freude über den schwer erkämpften Ausgleichstreffer währte bei den Rapidlern aber gerade einmal vier Minuten. Nach einem Angriff über die linke Seite kam der Ball zu Stefan Pacher und dieser ließ mit einem Flachschuss ins lange Eck Christian Korunka im Tor der Hausherren keine Chance. Dies war auch die Entscheidung in diesem Spiel, denn der Meister fand danach keine Mittel mehr, um die Mölltaler Abwehr zu knacken.

Die Oberkärntner hatten ihrerseits knapp vor dem Ende noch eine gute Möglichkeit auf den dritten Treffer. Andreas Wenger setzte das Spielgerät aber in aussichtsreicher Position am Lienzer Gehäuse vorbei. Der letzte Aufreger in dieser Partie war die gelb/rote Karte für Stefan Pacher in der 89. Minute. So gab es für die Grünweißen nach zwölf Siegen in Serie die erste Niederlage, die man aber angesichts des bereits fixierten Meistertitels sicherlich verschmerzen kann.

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