Kosakenausstellung im Lienzer Heizhaus eröffnet

Im Juni bietet Harald Stadler auch zwei Spezialführungen an.

Nach der Einweihung der Gedenkkapelle am Kosakenfriedhof im Lienzer Ortsteil Peggetz war die Eröffnung der Ausstellung „Einst Flüchtling, heute Tourist“ im Lienzer Südbahn-Heizhaus der zweite Höhepunkt im 70. Gedenkjahr an die Kosakentragödie von 1945.

Archäologieprofessor Harald Stadler, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt, erklärte den Eröffnungsgästen den Aufbau der Schau, die atmosphärisch von der perfekten Integration in das renovierte Zugsmuseum lebt und wirklich sehenswert ist.

Archäologe Harald Stadler beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Aufarbeitung der Kosakentragödie. Foto: Brunner Images
Archäologe Harald Stadler beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Aufarbeitung der Kosakentragödie. Im Juni bietet er Führungen zu den Schauplätzen im Lienzer Talboden an. Foto: Brunner Images

Übersichtliche Grafiken und Kurztexte erklären, was „Kosaken“ sind, welche Rolle diese Reitersoldaten im 2. Weltkrieg spielten. In den einzelnen Waggons einer historischen Zugsgarnitur und damit an einem authentischen Ort werden dann die unterschiedlichen Perspektiven auf die Tragödie dargestellt. In einem Waggon wird die Rolle der britischen Besatzer reflektiert und das Wirken eines britischen Rotkreuzhelfers nachgezeichnet, der damals in Lienz zahlreichen Kosaken das Leben rettete, später immer wieder nach Osttirol kam und ursprünglich sogar in Lienz begraben wurde, bis seine Tochter die Urne in die Heimat mitnahm.

Ein weiterer Waggon, der aus den vierziger Jahren stammt, ist dem Osttiroler Kontext gewidmet, der Wahrnehmung der Tragödie vor Ort und der Versöhnung. Gezeigt werden Fotos von Alltagsgegenständen der Kosaken, die in Osttiroler Haushalten gefunden wurden, ein kosakischer „Schiffteller“, Töpfe und sogar ein Gewehr. Auch das Leben von Kosakenkindern in Osttirol wird hier dokumentiert.

Im Freien wartet auf die Ausstellungsbesucher ein Bar-Büchereiwagen, ebenfalls gebaut in den vierziger Jahren, wo man sich ausruhen und Lektüre über die Kosaken lesen kann.

Slideshow: Brunner Images

Fotograf Helmut Niederwieser sah sich die Ausstellung im Detail an und ging durch die Waggons, um einen Eindruck der Objekte und der historischen Beschreibungen zu geben:

Zwei geführte Touren am 13. Juni und am 27. Juni 

In Zusammenarbeit zwischen dem Cityguide-Lienz.at, Archäologe Harald Stadler und Kosakenvertretern wurde ein digitaler, für Smartphones optimierter „Themenweg Kosaken“ rund um den Lienzer Talboden entwickelt. Harald Stadler bietet Spezialführungen zu diesen Schauplätzen an. Am 13. Juni und am 27. Juni von 14-17 Uhr begleitet der Experte eine historische und sicher spannende Runde in einem Kleinbus auf den Spuren der Kriegstragödie.

Allgemeine Infos, Anmeldung zu den Stadler-Spezialführungen und auch zu Führungen durch die Kosakenausstellungen:

Evelin Gander
Cityguide-Redakteurin und Stadtführerin
Mail: evelin@lienz-cityguide.at
Tel: 0660 523 523 0

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