Die Kriegsnarben in Osttirols Landschaft

Im RLB Atelier zeigt die Leisacherin Annelies Senfter ihr neuestes Fotoprojekt.

Wege, Stellungsbauten aber auch die Reste von Explosionen werden durch die Fotos von Annelies Senfter wieder "sichtbar". Fotos: RLB Atelier
Wege, Stellungsbauten aber auch die Reste von Explosionen werden durch die Fotos von Annelies Senfter wieder „sichtbar“. Fotos: RLB Atelier

Einen etwas anderen Blick auf den Ersten Weltkrieg, und insbesondere die Front in den Dolomiten, wirft die gebürtige Osttiroler Künstlerin Annelies Senfter (* 1980), denn wer genau hinsieht, kann in der Landschaft noch so manche Kriegsspur finden. Diesen Spuren folgt die Künstlerin am Karnischen Kamm in Osttirol in ihrem Projekt „Narben“. Im Sommer 2013 und 2014 wanderte sie mit ihrem Fotoapparat auf dem Karnsichen Höhenweg und spürte den Wunden der Vergangenheit nach. Als Inspirationsquelle diente ihr der britische Roman „Tobys Zimmer“ von Pat Barker, der sich mit den Nachwirkungen dieser Kriegsereignisse beschäftigt.

Im Zuge ihrer Recherchen stieß die Künstlerin auf Berichte von Frontsoldaten, die sie in die Ausstellung einband. Ihr eigener Zugang waren scheinbar beiläufige Landschaftsaufnahmen, die den Betrachter dazu auffordern genauer hinzusehen. Nicht die Kriegshandlungen stehen im Zentrum ihrer Arbeit, sondern die Reste in der Natur, die sich wie eine Wunde eingebrannt haben. Die Künstlerin zu ihrem Projekt: „Meine Intention ist ein Versuch, das Trauma auszuloten, das der Erste Weltkrieg ausgelöst hat, am Beispiel meiner unmittelbaren Umgebung. Ausschlaggebend für die Entscheidung, an diesem Thema zu arbeiten, war die dichte und schwere Atmosphäre, die an der ehemaligen Frontlinie oberhalb des Obstanser Sees für mich spürbar war.“ Die Ausstellung im RLB Atelier Lienz wird von 29. Juni bis 4. September wochentags geöffnet sein. Die Vernissage findet am Freitag, 26. Juni 2015, um 19.00 Uhr statt.

Manche Bilder wirken wie zufällig, und treffen doch die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg.
Manche Bilder wirken wie zufällig, und treffen doch die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg.
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