Ab sofort: Adrenalinspritze in jedem Rettungswagen

Rettung in Tirol nun mit Mittel gegen Allergieschock für Notfälle gerüstet.

Bienen bergen für manche Menschen Lebensgefahr. Eine rasch verabreichte Adrenalinspritze kann das Leben retten. Foto: Ramona Waldner
Bienen bergen für manche Menschen Lebensgefahr. Eine rasch verabreichte Adrenalinspritze kann das Leben retten. Foto: Ramona Waldner

Wer auf das Insektengift beispielsweise einer Biene allergisch reagiert, kann im Falle eines Stichs einen allergischen Schock bekommen. Typische Beschwerden sind Brechreiz, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Schlimmstenfalls treten binnen Minuten sogar Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen auf. Fazit: Es besteht akute Lebensgefahr. Der allergische Schock kann sich auch nach dem Verzehr von Lebensmitteln als Überempfindlichkeit gegenüber Nüssen, Erdbeeren, Milch oder anderem einstellen. Möglich ist die Reaktion auch nach der Verabreichung von Medikamenten wie Penicillin und Rheumamitteln.

Um in Zukunft besser darauf vorbereitet zu sein, haben ab sofort alle Rettungswägen in ganz Tirol eine Spritze gegen den Allergieschock dabei. Thomas Fluckinger, Chefarzt des Roten Kreuzes Tirol zur mitgeführten Adrenalinspritze: „Bei schweren allergischen Reaktionen ist Adrenalin das einzige lebensrettende Medikament. Um eine rasche, wirksame und sichere Anwendung zu gewährleisten, kommt ein sogenannter Autoinjektor zur Anwendung. Diese Fertigspritze wird außen am Oberschenkel angesetzt. Durch einfachste Handhabung wird das Adrenalin in der richtigen Menge injiziert, was rasch zum Abklingen der allergischen Reaktion führt.“

„Dieses Hormon verengt die Blutgefäße, stabilisiert somit den Kreislauf, erweitert zugleich die Atemwege und erleichtert dadurch die Atmung“, erläutert Adolf Schinnerl als der vom Land bestellte Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Tirol. Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg gab bekannt, dass die Maßnahme vom Land Tirol mit 15.000 Euro unterstützt wird.

LR Tilg mit Rot-Kreuz-Chefarzt Thomas Fluckinger (li.) und Adolf Schinnerl (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Tirol, re.). Foto: Land Tirol/Schwarz
LR Tilg mit Rot-Kreuz-Chefarzt Thomas Fluckinger (li.) und Adolf Schinnerl (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Tirol, re.). Foto: Land Tirol/Schwarz

Tipps für Insektenallergiker:

  • Führen Sie stets das Notfallset mit der ärztlich verschriebenen Adrenalinspritze sowie einen Allergiepass mit.
  • Informieren Sie Ihre Angehörigen, Freunde und Arbeitskollegen von Ihrer Allergie.
  • Bewegen Sie keine alten Äste oder Baumstücke, wo Insekten ihr Nest haben könnten.
  • Gehen Sie im Freien nie barfuß.
  • Verzichten Sie auf Parfums und Haarsprays, die Insekten anlocken könnten.
  • Halten Sie Abfalleimer stets geschlossen.
  • Vorsicht beim Essen von süßen Speisen im Freien. Auch Bier, Obstsaft und Limonaden sind Futterquellen für Insekten.
  • Nach einem Stich sollten Sie nicht alleine zum Arzt gehen, da Sie auf dem Weg bewusstlos werden könnten.
  • Auch eine fachärztlich begleitete Immuntherapie ist möglich.
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