Van Zyl gewinnt Highspeed-Etappe nach Osttirol

Die fünfte Etappe von Villach nach Matrei wurde von einem Massensturz entschieden.

Der Südafrikaner Johann van Zyl ist der Etappensieg in Matrei. Fotos: EXPA/Johann Groder
Der Südafrikaner Johann van Zyl ist der Etappensieger in Matrei. Fotos: EXPA/Johann Groder

Der Hagelsturm des Vortags zeigte auch am 9. Juli noch Folgen für die Teams, ganz besonders für das österreichische Team WSA-Greenlife, das einen Schaden von 150.000 Euro an den Begleitfahrzeugen und Rädern zu beklagen hat. Auch das Tirol Cycling Team, wo vier Rennmaschinen und zwei Autos Totalschaden erlitten, haderte mit dem Unwetter, ebenso das Team Vorarlberg (30.000 Euro Schadenssumme) und auch die Tourorganisation hatte Schäden zu beklagen. „Das wichtigste war, dass keine Person zu Schaden gekommen ist“, sagte Tourdirektor Wolfgang Weiss vor dem Start Richtung Osttirol am 9. Juli.

Die Flachetappe von Kärnten nach Osttirol wurde im Höllentempo absolviert. Mit über 50km/h ging es nach dem Faaker See vorbei am Ossiacher und Millstätter See Richtung Drautal. Nach 85 der 175 Kilometer langen Etappe konnte sich eine sechsköpfige Gruppe absetzen. Unmittelbar vor Lienz ereignete sich im Hauptfeld ein Massensturz, in den 40 Fahrer verwickelt waren. Da alle Ärzte und Sanitäter im Einsatz waren, musste das Rennen neutralisiert werden. Die Spitzengruppe wurde in Ainet angehalten und mit einem Vorsprung von 2:10 Minuten wieder losgelassen.

Von dem Spitzentrio (Grischa Janorschke, Vorarlberg, Lukas Pöstlberger, Tirol und Johann Van Zyl, MTN – Qhubeka) erreichte nur Johann Van Zyl das Ziel. Lukas Pöstlberger und Grischa Janorschke wurden bei der 1-km-Marke gestellt. „Das war echt bitter. Ich stand knapp vor einem großen Erfolg. Nach der Neutralisation war meine Power weg, die Füße total ausgekühlt und auch der Rhythmus in der Spitzengruppe war weg“, sagte Tirol-Profi Pöstlberger. Der südafrikanische Etappensieger Johann Van Zyl hingegen jubelte über seinen ersten großen Profisieg in Europa: „Auf dem letzten Kilometer dachte ich mir: jetzt oder nie!“ Etappensieger Rick Zabel wurde hinter David Tanner Dritter und war in den Massensturz verwickelt: „Ein Tinkoff-Saxo-Fahrer hat mir eine Welle gegeben und bei Tempo 60 lag plötzlich die komplette Reihe.“

In der Gesamtwertung liegt der Tscheche Jan Hirt weiter mit zwei Sekunden vor Ben Hermans und drei Sekunden vor Vorarlberg-Profi Victor De La Parte. Gregor Mühlberger (Felbermayr Simplon Wels) schob sich als bester Österreicher an den neunten Platz vor. Auch der 21-jährige Niederösterreicher kam zu Sturz, wenngleich zu Beginn der Etappe: „Das war saublöd, ich bin noch vor dem offiziellen Start über eine Bodenwelle gestürzt. Zum Glück ist neben Abschürfungen an der Hand nichts passiert.“

Die morgige sechste Etappe, die Königsetappe der Tour, wird um 10:30 Uhr am Lienzer Hauptplatz gestartet. Über den Iselsberg geht es auf die Großglockner Hochalpenstraße, wo kurz vor Mittag der Glocknerkönig am Hochtor gekürt wird. Über das Fuscher Törl führt die Strecke weiter hinunter nach Ferleiten, Zell am See, Leogang und über St. Johann in Tirol und den Stanglwirt beginnt der Anstieg zum Kitzbüheler Horn. Auf den 18 Kehren warten Steigungen von bis zu 23 Prozent. Gegen 14:45 Uhr wird der Etappensieger feststehen. Die Gesamtlänge beträgt 166,8 Kilometer mit insgesamt 3.721 Höhenmetern.

Fotos: EXPA/Johann Groder

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