Transalp-Biker in den Dolomiten unterwegs

Von Sillian  über Alleghe führte die Tour nach San Martino.

Wo immer die Tour durchkommt, gibt es anfeuernden Applaus. Fotos: biketransalp.at
Wo immer die Tour durchkommt, gibt es anfeuernden Applaus. Fotos (5): bike-transalp.de

Heute resümieren wir gleich zwei Etappen der unvergleichlichen Bike Transalp, die am Sonntag im bayerischen Ruhpolding startete und mittlerweile in San Martino di Castrozza angekommen ist, einem Wander-, Ski- und Kletterparadies im Trentino. Endziel ist Riva del Garda, wo die Tour am Samstag eintreffen wird.

Beim Start in Sillian waren die Temperaturen noch erträglich.
Beim Start in Sillian waren die Temperaturen noch erträglich.

Nach der Königsetappe durch Osttirol stampelte der 1000-köpfige Tross am vierten Tag von Sillian nach Alleghe, an den Flanken der berühmtesten Dolomitengipfel Südtirols an Drei Zinnen, Monte Cristallo, Tofana, Sorapis und Antelao, an den Türmen der Cinque Torri, Pelmo, Civetta und Marmolada. Aus der Sicht der Osttiroler gab's bei dieser vierten Etappe einen Triumph und eine kleine Tragödie zu vermelden. Zum einen feierten Alban Lakata und sein tschechischer Partner Kristian Hynek in Alleghe den ersten Etappensieg dieser Tour, zum anderen wurde Hannes Wilhelmer vom Fitstore24-Team zum tragischen Held.

Vorne links mit dem gelben Helm Hannes Wilhelmer, dahinter Thomas Aichner.
Vorne links mit dem gelben Helm Pechvogel Hannes Wilhelmer, dahinter links sein Teampartner Thomas Aichner.

Was war geschehen? „Der Start in Sillian verlief noch sehr gut, doch mitten im Anstieg vor Innichen ist mir das Gewinde meines Pedals gebrochen. Keine Chance mehr, das Pedal irgendwie auf die Kurbel zu bekommen. Ich habe Thomas dann alleine weiter geschickt und bin einbeinig sechs Kilometer bis Innichen gefahren. Dort habe ich mich auf die Suche nach Hilfe gemacht und bin bei Papin Sport fündig geworden. Die Jungs dort konnten mein Rad wieder fahrtüchtig machen. Dann ging es für mich einsam bis ins Ziel nach Alleghe.“

Erster Etappensieg für Alban Lakata in Alleghe.
Erster Etappensieg für Alban Lakata in Alleghe.

Dort warteten schon Simon Schupfer und Martin Walder, die im vierten Run mit Platz 16 wieder fulminant unterwegs waren. Simon fährt ein internes Osttiroler Duell gegen Jakob Britz, der mit Patric Plankensteiner im Team Dolomite-Bike unterwegs ist. Britz und Schupfer matchen sich um den Titel des besten Fahrers unter 23. Schupfer lag zunächst in Führung, hatte aber Pannenpech und fiel hinter Britz zurück. Seit der fünften Etappe trägt er wieder das Leader-Trikot. Etwas älter sind Gerold Keil und Franz Fröschl, sie dürfen sich deshalb „Masters“ nennen und sind in dieser Klasse bravourös unterwegs. Auf der 4. und auch auf der 5. Etappe wurden sie ausgezeichnete Zwölfte, insgesamt liegen die beiden MTB-Urgesteine auf Platz 11 der Masters.

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Jakob Britz (weißer Helm) steht in Alleghe noch als schnellster U23-Fahrer neben den Stars in der ersten Startreihe. Auf der 5. Etappe schnappte sich jedoch Simon Schupfer sein Trikot.

Ähnlich stabil sind Benjamin Karl und Veronika Windisch im Mixed-Bewerb unterwegs. Sie schafften bisher mehrfach den Sprung auf's Etappenstockerl und liegen auch in der Gesamtwertung auf Platz 3. Ganz eng wird es beim Kampf um den Gesamtsieg werden. Markus Kaufmann und Jochen Käß vom deutschen Team Centurion Vaude 1 fahren konstant gut, werden aber von den Teamkollegen des zweiten Vaude-Teams, den Österreichern Daniel Geismayr und Hermann Pernsteiner attackiert. Auch Karl Platt und Urs Huber vom Bulls-Team rittern noch mit, ebenso natürlich Osttirols Weltmeister Alban Lakata mit Partner Kristian Hynek. Die beiden liegen nach der 5. Etappe mit neun Minuten Rückstand auf Platz 3.

Verdiente Pause für das Betreuerteam der Osttiroler. Von links: Charly Schupfer, Tony Mair und Pepi Aichner. Foto: Wilhelmer
Verdiente Pause für das Betreuerteam der Osttiroler. Von links: Charly Schupfer, Tony Mair und Pepi Aichner. Foto: Hannes Wilhelmer

Hannes Wilhelmer, unser radelnder „Tourreporter“ blieb auf der 5. Etappe zwar vom Pannenpech verschont, dafür fuhr sein Partner Thomas Aichner den letzten Kilometer mit einem platten Reifen. Die beiden wurden 65. dieser Etappe und schafften den Zielsprint kurz vor dem Einsetzen eines Hagelgewitters: „Zehn Minuten nach unserer Zielankunft öffnete der Himmel seine Schleusen und ein starker Hagelguss ging über den Zielbereich nieder. Den Bikern, die noch auf der Strecke waren, schien das allerdings egal zu sein. Ein Beweis dafür, das beim härtesten Etappenrennen auch wirklich harte Teilnehmer am Start sind“, schreibt uns Wilhelmer aus San Martino und schickte auch gleich ein Beweisfoto mit.

Nicht einmal Starregen und Hagel kann einen echten Transalp-Biker aufhalten.
Nicht einmal Starkregen und Hagel kann einen echten Transalp-Biker aufhalten. Foto: Hannes Wilhelmer

Insgesamt resümieren die Osttiroler Dauerradler nach fünf Tagen: „Wir können es alle kaum mehr erwarten, endlich Riva zu erreichen.“ Zuvor geht's aber noch in Richtung Levico Therme. Dort gibt's morgen immerhin Aussicht auf Erfrischung im Lago di Levico. Außerdem geht es auf der sechsten Etappe eindeutig in eine Richtung: abwärts!

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