Weisenblasen zwischen Wetterkreuz und Zupal

Ein musikalisches und spirituelles Highlight hoch über Virgen.

Die alpenländische Volksmusik hat viele musikalische Ausprägungen. Eine davon ist das „Weisenblasen“, eine noch recht junge Art des Musizierens, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. In Virgen hat diese Veranstaltung bereits Tradition, als einzige dieser Art in Osttirol. Bereits zum 25. Mal trafen sich die Weisenbläser am Sonntag, 26. Juli, oberhalb des Zupalsees.

Geplant war, die teilnehmenden Gruppen am Samstag im Rahmen eines Platzkonzertes auf dem Dorfplatz zu präsentieren. Leider fiel das Konzert dem strömenden Regen zum Opfer. Trotzdem stellten sich die Weisenbläsergruppen aus Bayern, der Steiermark, Ost-, Nord- und Südtirol dem Publikum vor. Auch ein Alphornbläser aus Belgien war gekommen.

Am Sonntag war der Himmel dann strahlend und wolkenlos, für den Höhepunkt des Jubiläumsfestes, eine Messfeier auf 2.400 Metern Seehöhe mit dem Blindenpfarrer Stefan Müller, der eigens aus der Diözese Limburg anreiste, gemeinsam mit seinem ebenfalls blinden Bruder. Die Weisenbläser und die Stimmen des Virger Männerchores gaben dieser Bergmesse die besondere Note und den feierlichen Rahmen. Blinde und sehbehinderte Menschen nahmen neben vielen Einheimischen und Sommergästen an diesem einmaligen Erlebnis teil, einer Veranstaltung „der ganz anderen Art“, im Einklang mit der Natur und der Schöpfung, oder wie es ein Teilnehmer formulierte, „gleichsam ein Atmen der Seele in unserer hektischen Zeit“.

Pfarrer Stefan Müller hielt die „Bergpredigt“, zur Agape gab es Brote mit JHS Monogramm vom Osttiroler Biobäcker und schon vor und nach der Messfeier war die Bergwelt zwischen Wetterkreuz und Zupal ein musikalischer Freiraum. Fleißig wurde dann noch bei den Hütten musiziert und die Harfen- und Zuginklänge von Sandra und Uwe Bachlechner sorgten für einen gemütlichen Ausklang. Die Musikkapelle und die Virger Weisenbläser danken allen Mitwirkenden, sowie den schon jahrelangen Sponsoren für die finanzielle Unterstützung.

Bericht: Fritz Joast, Fotos: Fritz Joast und Alfred Kofler

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