Fußballkrimi Matrei gegen Sachsenburg: 4:4

Zur Heimpremiere ihres Trainers Günter Tabernig präsentierten sich die Iseltaler am 1. August in schmucken neuen Dressen und mit Neuzugang Christoph Jestl und Rückkehrer Daniel Steiner in der Startformation.

Bereits in der Anfangsphase sahen die rund 250 Besucher im Matreier Tauernstadion, dass beide Mannschaften sehr offensiv ausgerichtet waren und sich einen offenen Schlagabtausch boten.
Vom Anpfiff weg tankte sich Rene Scheiber kraftvoll durch, der finale Pass kam aber vorerst noch nicht an. Wenig später hatten die Matreier das Glück auf ihrer Seite.

Ein Lupfer aus gut und gerne 35 Metern von Laslo Rozgonji fiel via Oberlatte des von Benedict Unterwurzacher gehüteten Tores ins Torout. Die Heimischen hatten zwar wesentlich mehr Ballbesitz, mussten sich aber vor den gefährlichen Kontern der Gäste immer wieder in Acht nehmen. In der 20. Minute bediente Alen Muharemovic den in der Mitte lauernden Sladjan Djurdjevic. Dessen Schuss konnte der Matreier Keeper zum Eckball abwehren.

Dann waren wieder die Matreier am Zug und hatten kurz darauf eine Doppelchance auf den Führungstreffer. Zunächst scheiterte der völlig freistehende Jakob Lukasser nach einem Eckball von Christoph Jestl per Kopf am Tormann der Sachsenburger, Christoph Penker. Den Befreiungsschlag der Gäste fing Rene Scheiber ab, seinen Distanzschuss konnte Christoph Penker nur kurz abwehren und der mit in den Angriff vorgerückte Abwehrchef Martin Holzer knallte den Nachschuss an die Außenlatte.

Die Zuschauer hatten in einem wirklich unterhaltsamen Spiel keine Sekunde Zeit zum Verschnaufen und fast im Gegenzug bewahrte Benny Unterwurzacher mit einer Fußabwehr gegen Emanuel Porcar seine Mannen vor einem Verlusttreffer. Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff des bis dahin eher unauffälligen Schiedsrichters Glantschnig musste sich der Matreier Keeper dann aber erstmals geschlagen geben. Einen weiten Ball in den Strafraum nahm Sladjan Djurdjevic mustergültig herunter und schoss aus der Drehung unhaltbar zum 0:1 für die Gäste ein. Nur drei Minuten später leuchtete bereits das 0:2 von der Anzeigetafel im Tauernstadion.

Nach einem Stanglpass auf den Torschützen konnte zwar Benny Unterwurzacher den Ball mit der Hand abwehren, auf Anzeige des Schiedsrichter-Assistenten geschah dies aber außerhalb des Strafraumes. Der Unparteiische zögerte keine Sekunde und schickte den Matreier Schlussmann mit der roten Karte vorzeitig in die Kabine. Da Ersatzkeeper Adrian Wibmer in der 1b Mannschaft bereits zwei Halbzeiten gespielt hatte, und laut Regulativ des KFV nur ein Einsatz über drei Halbzeiten erlaubt ist, musste für die letzten Minuten des ersten Spielabschnittes Daniel Steiner das Tormanntrikot überziehen. Den anschließenden Freistoß vom 16er verwandelte Sladjan Djurdjevic zum 0:2 Pausenstand.

Mit Adrian Wibmer im Tor und neuem Mut starteten die Iseltaler in den zweiten Spielabschnitt. Kurz nach Wiederanpfiff setzte Jakob Lukasser, alleine auf das Sachsenburger Tor zulaufend, den Ball aus halblinker Position neben den Kasten. Und nach 50 Minuten waren die Matreier nur mehr zu neunt. Nach einem Konter der Gäste konnte Martin Holzer den durchbrechenden Sladjan Djurdjevic nur mehr durch ein Foul stoppen. Schiedsrichter Glantschnig entschied auf Torchancenverhinderung und schickte den Matreier Kapitän mit einer harten roten Karte unter die Dusche. Drei Minuten später schien das Spiel endgültig gelaufen zu sein. Sladjan Djurdjevic gelang mit einem Schuss in die lange Ecke das 0:3. Seinen provokanten Torjubel bestrafte der Unparteiische mit der gelben Karte, eine die noch Folgen haben sollte.

Aber die Iseltaler steckten nicht auf und eine tolle Einzelaktion krönte Christoph Jestl mit dem Anschlusstreffer zum 1:3. Kurz darauf musste sich der Sachsenburger Keeper bei einem Freistoß von Daniel Kofler gewaltig strecken um den zweiten Treffer der Hausherren zu verhindern.
Die Gäste blieben im Konter weiterhin brandgefährlich und nach solch einem stellte Alen Muharemvic nach 60 Minuten auf 1:4. Aber wieder gelang den Matreiern fast postwendend der Anschlusstreffer. Rene Scheiber hob einen Freistoß gefühlvoll über die Mauer zum 2:4 ins Netz. In dieser Aktion musste der zu früh aus der Mauer gelaufene Dreifach-Torschütze der Gäste, Sladjan Djurdjevic, mit der zweiten gelben Karte das Spielfeld verlassen.

Dann begannen die letzten zwanzig Minuten in diesem Fussballkrimi und die hatten es richtig in sich. In der 72. Minute bewahrte Matrei Keeper Adrian Wibmer gegen Laslo Rozgonji seine Farben vor einem Verlusttreffer. Den Konterangriff über den eingewechselten Moritz Mair konnte der Sachsenburger Mittelfeldakteur nur mehr durch ein Foul stoppen und wurde vom – in der Zwischenzeit schon völlig überforderten – Unparteiischen des Feldes verwiesen. Damit war am Spielfeld wieder der Gleichstand an Spielern hergestellt.

Die Matreier zeigten nun ihr Kämpferherz und warfen, angetrieben von ihren tollen Fans, alles nach vorne. Nachdem vorerst Christoph Jestl noch am Keeper der Gäste gescheitert war, ging es danach in die finalen Minuten. Eine Schlussphase, die die Spieler und die anwesenden Zuschauer nicht so schnell vergessen werden. 86 Minuten waren gespielt als Daniel Steiner nach einem Eckball per Kopf auf 3:4 verkürzte und der von Rapid Lienz zurückgeholte Mittelfeldspieler wurde zum großen Helden aus Matreier Sicht. In der 90. Minute wurde er von Rene Scheiber ideal bedient, ein Sachsenburger wollte den Ball wegschlagen, traf dabei aber den Fuß des gebürtigen Oberlienzers und der Ball kullerte zum 4:4 Endstand über die Linie.

Danach kannte der Jubel im Matreier Tauernstadion keine Grenzen mehr und die Mannschaft feierte nach dem Schlusspfiff mit den Fans den einen Punkt, den man sich erkämpft hatte, zu Recht wie einen Sieg.
Ein denkwürdiges Spiel mit acht Toren, elf gelben, einer gelb/roten und drei roten Karten, das sicherlich in die Geschichte des Osttiroler Fußballs eingehen wird, ging damit zu Ende.

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