Rapidler ziehen gegen Maria Saal den Kürzeren

2:3 Endstand nach guter erster Halbzeit im Dolomitenstadion.

Der Verletzungsteufel scheint nun endgültig im Dolomitenstadion Lienz sein neues Zuhause gefunden zu haben. Obwohl die Grün-Weißen ohnehin schon auf fünf Stammspieler verzichten mussten, erwischte es nun noch zwei weitere Spieler. Andreas Überbacher fällt mit einem Kreuzbandriss, den er sich im Auftaktspiel gegen den ASKÖ Gmünd zuzog, für längere Zeit aus. Auch Gabriel Mayr ist erneut zum Zuschauen verdammt. Nach einer im Spiel gegen Bleiburg erlittenen Verletzung musste er sich einer Meniskusoperation unterziehen und wird der Truppe von Bernhard Zoier einige Wochen nicht zur Verfügung stehen. Zudem fehlte im Spiel gegen den SK Maria Saal am 8. August auch noch der gesperrte Dominik Müller.

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Nur der Regen sorgte für etwas Gedränge auf der Lienzer Trainerbank. Das Spielerreservoir von Trainer Bernhard Zoier ist durch Verletzungspech nur noch sehr klein. Fotos: Expa/Groder

Die Dolomitenstädter konnten diese Ausfälle aber speziell in der ersten Halbzeit tadellos wegstecken und rissen die Partie bei strömendem Regen von der ersten Minute an an sich. Nach nur acht Minuten hatte Patrick Eder nach einem Eckball eine tolle Möglichkeit, er traf jedoch nur die Latte des gegnerischen Tores. Die Gäste kamen in den ersten 45 Minuten nur einmal gefährlich vor das Tor von Christian Korunka. Christof Reichmann tankte sich auf der rechten Angriffsseite durch, sein Schuss konnte aber von Patrick Eder im letzten Moment abgeblockt werden.

Dann waren wieder die Rapidler am Drücker. Nachdem kurz zuvor Mario Kleinlercher einen Freistoß knapp neben den Maria Saaler Kasten gesetzt hatte, machte es Lukas Steiner in der 25. Minute besser. Nach einem Vorstoß von Thomas Zraunig konnte dieser nur mehr durch ein Foul in Strafraumnähe gestoppt werden. Lukas Steiner bewies seine großen technischen Fähigkeiten und hob den Ball gefühlvoll über die Mauer zur 1:0 Führung ins Netz. Maria Saal-Keeper Adrian Warmuth war zwar noch am Ball dran, konnte aber den Gegentreffer nicht verhindern. Hier der Führungstreffer in der Mini-Slideshow:

Und hätte Göttin Fortuna an diesem verregneten Samstag Nachmittag ein Einsehen mit den verletzungsgeplagten Rapidlern gehabt, hätte es bereits kurz vor dem Pausenpfiff eine kleine Vorentscheidung in diesem Spiel geben können. Nach einer tollen Ballstafette über mehrere Stationen kam Florian Neumeister rund 20 Meter vor dem Maria Saller Tor an den Ball, düpierte einen Gegenspieler und knallte das Spielgerät flach auf das gegnerische Gehäuse. Doch Tormann Adrian Warmuth zeigte seine Klasse und fischte den Ball mit rascher Reaktion aus der Ecke.

Mit einer knappen 1:0 Pausenführung stapften die Hausherren kurz darauf in die Kabine und Trainer Bernhard Zoier meinte bereits in der Halbzeit, dass „wir weiterhin höllisch aufpassen und unbedingt einen zweiten Treffer nachlegen müssen“.

Die Grün-Weißen hatten nur zehn Minuten nach Wiederanpfiff die große Chance, den Wunsch ihres Trainers in die Tat umzusetzen. Von Clemens Gesser bedient, kam Paul Görtschacher knapp vor der Strafraumlinie an den Ball, zog dann sofort ab, traf aber lediglich die Außenstange des Maria Saaler Tores. Dies war zugleich die letzte Offensivaktion der Hausherren für geraume Zeit. Denn ab diesem Zeitpunkt wurden die Gäste von Minute zu Minute stärker und dürften sich die Kabinenpredigt ihres Trainers Klaus Thuller zu Herzen genommen haben. Nachdem Nikolai Kremer kurz zuvor noch an Christian Korunka im Tor der Grün-Weißen gescheitert war, drehten die Maria Saaler mit einem Doppelschlag zwischen der 60. und 61. Minute das Spiel zu ihren Gunsten.

Zunächst gelang dem zur Halbzeit eingewechselten Zsolt Vari der Ausgleich zum 1:1 und postwendend nachdem sich die Hausherren einen unnötigen Ballverlust leisteten, schlugen die Gäste erneut zu. Nikolai Kremer traf zur 2:1 Führung. Zwei Fehler der sonst so sicher wirkenden Lienzer Defensive führten somit gleich zu zwei gegnerischenTreffern.

Den Dolomitenstädtern steckte der Schock noch in den Köpfen, da schlugen die Klagenfurter bereits zum dritten Mal zu. Daniel Barrazutti nahm einen hohen Ball elegant mit und schoss trocken zum vorentscheidenden 1:3 ein.

Keeper Vorname streckt sich vergeblich. Der zur Halbzeit eingewechselte Daniel Barrazutti verkürzt auf 1:3.
Keeper Christian Korunka streckt sich vergeblich. Daniel Barrazutti erhöht auf 1:3.

Trotz dieses Rückstandes kämpften die Rapidler beherzt weiter und Thomas Zraunig scheiterte sechs Minuten vor dem Abpfiff nach Zuspiel von Lukas Steiner am gegnerischen Keeper. In der 86. Minute kam noch einmal Spannung im Dolomitenstadion auf.

Mario Kleinlercher konnte im Strafraum nur mehr durch ein Foul gestoppt werden und der Unparteiische zeigte ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt. Überdies schickte er Gäste-Akteur Sebastian Kaiser wegen Torchancenverhinderung vorzeitig unter die Dusche. Der Gefoulte selbst trat zur Exekution an und verwandelte zum 2:3.

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Schiedsrichter Lukas Katholdnig zeigt Sebastian Kaiser die Rote Karte.

Praktisch im Gegenzug stellte der ehemalige Regionalliga-Torjäger Daniel Barrazutti, der in 242 Kampfmannschaftsspielen beachtliche 158 Tore erzielen konnte, erneut seine Gefährlichkeit unter Beweis. Aus kurzer Distanz konnte Christian Korunka den gefährlich angetragenen Schuss aber zum Eckball abwehren. Dies war der letzte Aufreger in diesem Spiel und schlussendlich mussten die Grün-Weißen eine bittere 2:3 Heimniederlage hinnehmen.

„Nach einer tollen ersten Halbzeit sind wir nach dem Seitenwechsel etwas zurückgefallen. Schade das wir unsere guten Chancen nicht verwerten konnten. Dennoch werden wir zusammenhalten und weiterkämpfen. Vielleicht gelingt uns bereits am kommenden Wochenende in Völkermarkt eine Überraschung“, so die Worte von Rapid Lienz-Trainer Bernhard Zoier nach dem Spiel.

Rapid-Trainer Bernhard Zoier: "Wir werden zusammenhalten und weiterkämpfen."
Rapid-Trainer Bernhard Zoier: „Wir werden zusammenhalten und weiterkämpfen.“
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