Peter A. Bär in der Kunstwerkstatt Lienz

Dem gebürtigen Innsbrucker ist die erste Einzelausstellung der neuen Galerie gewidmet.

Die im Sommer eröffnete Galerie in der Kunstwerkstatt Lienz zeigt ab 11. September mit dem Werk des Bildhauers Peter A. Bär eine Ausstellung, die Skulptur und Zeichnung in den Vordergrund rückt.

In Peter A. Bärs Bearbeitung wird der rohe Stein zur geschmeidigen und doch auch spröden Skulptur. Fotos: Kunstwerkstatt Lienz
In Peter A. Bärs Bearbeitung wird der rohe Stein zur geschmeidigen und doch auch spröden Skulptur. Fotos: Kunstwerkstatt Lienz

Während Peter A. Bär die Kunstgewerbeschule in Innsbruck besuchte, absolvierte er ein Ferialpraktikum im Krastal, bei Otto Eder, einem der bedeutendsten österreichischen Steinbildhauer der Nachkriegszeit. Diese Zusammenarbeit prägte ihn. Seit seinem Diplom bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien ist der Bildhauer freischaffend tätig, zunächst in seiner Heimatstadt Innsbruck, wo er 1998 den Brunnen am Landhausplatz gestaltete, später St. Leonhard am Hornerwald, wo er und seine Frau sich ohne öffentliche Förderungen in ihrem Projekt „Künstlergärten“ für den Austausch mit lateinamerikanischen Kunstschaffenden engagieren. Dem Osttiroler Publikum stellte Bär sich 1992 im Rahmen eines internationalen Bildhauersymposiums vor. Die damals ausgestellte Steinskulptur ist immer noch am rechten Iselufer zwischen St. Johann und Huben zu bewundern.

Peter A. Bärs wichtigste Voraussetzung für die Formfindung ist der Werkstoff, vorzugsweise Krastaler und Wachauer Marmor sowie Serpentin aus Osttirol. Diese Materialien, zeichnen sich nicht nur in ihrer äußeren Erscheinung aus, sondern auch im sehr unterschiedlichen Widerstand, den sie dem Bildhauer entgegen setzen. Bärs Handwerk unterscheidet sich von dem des Steinmetzen vor allem dadurch, dass es das Werkstück keinem anderen Zweck zuführt, als jenen, sich selber darzustellen. Mit herkömmlichen Begriffen wie „gegenständlich“ und „abstrakt“ sind die Skulpturen des Künstlers nicht ausschöpfend beschreibbar. Sie werden erst unter seiner Hand geschmeidig oder spröde, sie stehen, liegen, sitzen wie lebendige Figuren oder entfalten sich als haptische Wandbilder in den Raum. Sorgfältige Überlegungen zur Statik begleiten den Arbeitsprozess ebenso wie Ausdauer und Beharrlichkeit.

Die Oberflächen bearbeitet Peter A. Bär sehr unterschiedlich, um Feinheiten des Materials neu entdeckbar zu machen.
Die Oberflächen bearbeitet der Bildhauer sehr unterschiedlich, um Feinheiten des Materials neu entdeckbar zu machen. Im Skulpturenhof der Galerie haben sie die Möglichkeit, besonders zur Geltung zu kommen.

Einige Kostproben aus Peter A. Bärs zeichnerischem Schaffen ergänzen die Schau in der Galerie als Kontrapunkt: Sie sind keine Vorarbeiten zu den steinernen Skulpturen, sondern Niederschriften bildhauerischen Denkens in einem spontaneren Medium.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober jeweils von Montag bis Freitag, 10:00–12:00 Uhr und 13:30–17:00 Uhr zu sehen. Donnerstags wird ab sofort von 18:00–20:00 Uhr auch eine Abendöffnung angeboten.

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