Kerschdorfer Euregio Cup: kein Sieg für Rapid Lienz

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen eines grenzüberschreitenden Fußballturniers der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Erstmals innerhalb dieser Regionen trafen die Cupsieger bzw. die im Landescup am weitesten gekommenen Vereine der vergangenen Saison aufeinander: ASC St. Georgen (Südtirol), A.C. Trento S.C.S.D. (Trentino), SVG Reichenau (Nordtirol) und SV Rapid Lienz (Osttirol).

Der Kerschdorfer Euregio Cup soll jedes Jahr in einer anderen Region ausgetragen werden. Die Premiere dieses Turnieres fand am 19. und 20. September in Hall in Tirol statt.

Bei der Eröffnung am Samstag hatte sich zahlreiche Prominenz aus Sport und Politik eingestellt. So hatten die drei Landeshauptleute Ugo Rossi (Trentino), Günther Platter (Bundesland Tirol) und Arno Kompatscher (Südtirol) einen gemeinsamen Ehrenanstoß vorgenommen.

Beim SV Rapid Lienz musste Trainer Bernhard Zoier auf zahlreiche Stammkräfte verzichten und stellte sich der Konkurrenz mit einer blutjungen Truppe. Im Halbfinale am 19. September trafen die Grün-Weißen auf den ASC St. Georgen. Eines gleich vorweg: Die Rapidler waren in diesem Spiel praktisch chancenlos. Zwar hatte man in der neunten Minute durch Thomas Zraunig, dessen Schuss ans Außennetz ging, die erste Chance in diesem Spiel, doch dann drehten die Südtiroler so richtig auf. Nach einer einstudierten Eckballvariante brachte Thomas Albanese seine Elf bereits nach zehn Minuten mit 1:0 in Führung. Auch in der Folgezeit blieben die St. Georgener spielbestimmend und bauten eine Minute vor dem Halbzeitpfiff ihre Führung aus. Lukas Gatterer sorgte mit einem Flachschuss für das 2:0.

Auch der zweite Spielabschnitt stand ganz eindeutig im Zeichen der Südtiroler und mit einem Schuss von der Strafraumgrenze gelang Thomas Piffrader nach 63 Minuten das vorentscheidende 3:0. Die jungen Rapidler wirkten zeitweise total überfordert und nach einem Konterangriff gelang den St. Georgenern in der 75. Minute durch Stefan Nagler sogar noch das 4:0. Für das einzige Highlight aus Sicht der Dolomitenstädter in diesem Spiel sorgte kurz vor dem Abpfiff Thomas Zraunig, dem der Ehrentreffer zum Endstand von 4:1 für den ASC St. Georgen gelang.

Am nächsten Tag bestritten die Rapidler das Spiel um Platz drei und trafen dabei auf den Tiroler Regioanlligisten, die SVG Reichenau. Und diesmal präsentierten sich die Mannen von Bernhard Zoier wesentlich kompakter und spielfreudiger als im Halbfinale. Vor allem die pfeilschnellen Florian Neumeister und Thomas Zraunig sorgten für mächtig Unruhe in der Reichenauer Defensive. Nach Zuspiel von Daniel Kleinlercher setzte sich Florian Neumeister in der zwölften Minute gegen mehrere Gegenspieler durch, sein Schuss vom 16er ging aber knapp über das Tor. In der 25. Minute zog Thomas Zraunig nach einem Doppelpass mit Florian Neumeister auf das gegnerische Tor zu, sein Abschluss fiel aber zu schwach aus, um den Reichenauer Keeper Probleme zu bereiten. Danach verflachte das Spiel etwas und es schien, als ob beide Mannschaften mit einem Unentschieden in die Pause wollten. Doch praktisch mit der letzten Aktion im ersten Abschnitt gelang den Reichenauern der Führungstreffer. Michael Waldy traf nach einem Eckball zum 1:0 für die Nordtiroler.

Nach dem Seitenwechsel verlief das Spiel sehr ausgeglichen. Die jungen Lienzer hielten gegen den Regionalligisten voll mit und kamen in der Schlussphase noch zu einer tollen Ausgleichschance. Von Luka Tolic ideal bedient, ließ Antonel Cabraja noch einen Verteidiger stehen und zog Richtung Strafraum. Seinen gut angetragenen Schuss konnte der Reichenauer Keeper in extremis kurz abwehren, doch war kein Rapidler nachgerückt, um den Abpraller zu verwerten. So blieb es am Ende bei der knappen 0:1 Niederlage, dennoch war Trainer Bernhard Zoier mit dem „Auftreten der Mannschaft in diesem Spiel sehr zufrieden“.

Im Finale besiegte der SCD St. Georgen den A.C. Trento S.C.S.D. mit 1:0 und ist somit der erste Gewinner des Kerschdorfer EUREGIO Cups.

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