In der Stadtbücherei schufen Kinder ein Hörspiel

Workshopleiter Günter Rubik erzählt, wie ein Hörspiel mit Kindern entsteht.

Momentan finden in unserem Bezirk die 7. Osttiroler Hörbuchtage statt. Initiator Dieter Mayr-Hassler wird dabei seit Beginn in bewährter Weise vom Team der Hörbuchhandlung Audiamo unterstützt und bereits zum zweiten Mal hat in diesem Rahmen auch ein Hörbuchworkshop für Kinder in der Stadtbücherei Lienz stattgefunden. Als Büchereileiterin traf ich mich mit Günter Rubik von Audiamo, um ihn zu fragen, was genau den Zauber eines Hörbuches ausmacht und wie Kinder mitwirken können.

Günter Rubik nahm mit den Kindern ein Hörspiel auf. Zuerst sprach er mit ihnen die Texte, Geräusche und die verschiedenen Rollen durch. Fotos: Stadtbücherei Lienz
Günter Rubik nahm mit den Kindern ein Hörspiel auf. Zuerst sprach er mit ihnen die Texte, Geräusche und die verschiedenen Rollen durch. Fotos: Stadtbücherei Lienz

Günter, ihr seid eine Buchhandlung, die nur Hörbücher verkauft? Wie viele Hörbücher habt ihr im Angebot?

Stimmt, ja. Es sind insgesamt 40.000 Titel lieferbar, davon ca. 12.000 lagernd.

Warum nur Hörbücher?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Das war eigentlich schon immer meine Liebe, weil ich zu dieser Kassetten-Kinder-Generation gehöre, die mit Hörspielen zu Bett gegangen sind. Deshalb war es für mich immer etwas ganz Natürliches, dass ich Geschichten auch höre – nicht nur lese. Meine Lebensgefährtin hat Probleme mit dem Augenlicht und musste irgendwann vom gedruckten Buch zum Hörbuch umsteigen, so haben wir das Hobby zum Beruf gemacht.

Die Hörbuchworkshops für Kinder sind demnach ein Zusatzangebot?

Ja, definitiv. Es gehört zu den Dingen, mit denen wir versuchen, dem Thema Hörbuch zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.

Wie macht man ein Hörbuch? Vor allem, wie bringt man die Kinder dazu, mitzumachen?

Naja, prinzipiell mit einem Mikrofon und einem Computer, mit dem die aufgenommenen Teile des Hörbuchs zurechtgeschnitten werden. Kinder bekommt man dazu, wenn man nicht nur eine Stimme aufnimmt, sondern Hörspiele macht, die mehrere Stimmen und Geräusche zu einer spannenden Geschichte verpacken.

Verstehen die Kleinen, was bei solch einer Aufnahme vor sich geht?

Ich glaube schon. Wir wählen Geschichten aus, die zumindestens auch für jüngere Kinder geeignet sind und weil die Hörspielwerkstatt ja auch nur eine Stunde dauert, sind sie sehr kompakt und damit auch für jüngere Kinder geeignet. Bei älteren Kindern verwenden wir Textkarten, von denen sie ablesen können, bei kleineren Kindern sprechen wir die Texte vor.

Ist schon einmal ein Hörspiel herausgekommen, von dem du am Ende dachtest: Mein Gott, ist das schlecht?

Ja, natürlich. Gerade in diesem Bereich ist teilweise wahnsinnig viel Herzblut dabei, aber das ersetzt leider nicht immer das Talent der Sprecher.

Die Aufnahme in Lienz war eine Premiere, denn es wurde eine ganz neue Geschichte verwendet.
Die Aufnahme in Lienz war eine Premiere, denn es wurde eine ganz neue Geschichte verwendet.

Bietet ihr solche Workshops auch für Erwachsene an, oder sind Kinder einfacher zu motivieren?

Wir haben das auch schon mit Erwachsenen gemacht, allerdings mussten diese die Geschichte dann auch selbst schreiben. Wir haben ihnen viel weniger vorgegeben. Für die Kinderhörspielwerkstätten verwenden wir ja ein Rohgerüst, in das wir die Kinderstimmen nachher einsetzen.

Wie war denn der Workshop heute?

Für mich eine Premiere, weil die Geschichte neu ist. WIr tauschen die Geschichten jährlich aus. Deswegen war es spannend, wie die Kinder auf die einzelnen Elemente reagierten.

Wann gibt es die Geschichte zum Download?

In wenigen Tagen bei audiamo.at und auf der Homepage der Stadtbücherei Lienz.

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