Dölsach: Äpfel gebraten, gepresst und gebrannt

Der Kuenzhof lud bereits zum siebten Mal zum bekannten Apfelfest.

Die Äpfel und die Festgäste wurden von der Dölsacher Tanzmusik durch den Tag begleitet.
Die Äpfel und die Festgäste wurden von der Dölsacher Tanzmusik durch den Tag begleitet.

Der „Star des Tages“ war am ersten Oktoberwochenende eindeutig der Apfel mit all seinen Zubereitungsarten. Begleitet wurde er von der „Dölsacher Tanzmusik, die Gäste dankten es mit hervorragender Stimmung und viel Hunger, denn es gab Gebratenes, Gegrilltes, Schlipfkrapfen, Apfelkiachln und andere Köstlichkeiten, bis hin zum Verdauungsstamperl.

Mit außergewöhnlich vielen Sonnentagen, teils großer Hitze und doch ausreichend Niederschlägen konnten die Äpfel heuer besonders gut reifen. Zwar fiel mehrmals Hagel, doch ein Hagelnetz konnte die Obstkulturen weitgehend schützen. Familie Kuenz zeigt sich mit der Ernte äußerst zufrieden: „Bei einem sehr guten Fruchtansatz haben sich die Apfelkulturen hervorragend entwickelt und bringen heuer sowohl was die Qualität als auch was die Menge betrifft ein sehr gutes Ergebnis.“

Hermann Kuenz führte durch den Familienbetrieb.
Hermann Kuenz führte durch den Familienbetrieb.

Die Ernte hat Anfang September begonnen. Einige Sorten werden noch bis Allerheiligen geerntet, und zwar alles in reiner Handarbeit, wie man am Kuenzhof erzählt: „Unsere Apfelbäume sind maximal vier Meter hoch. Der Großteil kann daher vom Boden aus gepflückt werden, wobei wir mit einem Erntezug im minimalen Schritttempo durch die Reihen fahren und die Äpfel direkt in die Großkisten gelegt werden.“ Eine solche Großkiste umfasst übrigens an die 330 Kilogramm Äpfel. „Im Wipfelbereich“, so heißt es weiter, „erfolgt die Ernte auf einer fahrbaren Arbeitsbühne. Auch hier wird der Apfel vom Ast direkt in die Kiste gepflückt. Die große Herausforderung ist, jede einzelne Frucht mit Stiel und ohne jede Verletzung oder ‚Magge‘ – wie wir sagen – in die Kiste zu bringen, und das natürlich möglichst schnell.“

Die Ernte erfolgt in zwei oder drei Pflückdurchgängen. In einem ersten Arbeitsgang werden nur jene reifen Früchte geerntet, die im Gipfel- bzw. äußeren Astbereichen hängen. Noch nicht ausgereifte Äpfel bleiben zur Nachreife zehn bis 14 Tage länger auf dem Baum hängen. Zur Bestimmung des richtigen Erntezeitpunktes werden Testverfahren, ein Stärketest und der Penetrometerwert (Festigkeitsbestimmung), herangezogen. Jene Äpfel, die als Tafeläpfel vermarktet werden, gelangen sofort nach der Ernte in ein Kühllager, wo sie bei einer Temperatur von 1,5 bis 2° Celsius und bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit für Monate frisch gehalten werden. Die Früchte für Apfelsaft und Edelbrände werden ein paar Tage später geerntet, um die volle Reife und Aromaausbildung zu erlangen. Danach lagern sie weitere zehn bis 14 Tage, ehe sie gewaschen und verarbeitet werden. Aber von all dem merkten die Besucher des Apfelfestes natürlich nichts, sondern sie konnten sich ganz dem Genießen der Köstlichkeiten widmen.

Mirjam und Judith genießen die frisch geernteten Äpfel.
Mirjam und Judith genießen die frisch geernteten Äpfel.
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