Tiwag-Aufsichtsrätin tritt aus Protest zurück

Regula Imhof ist empört über das Agieren in Bezug auf Risiko, Wirtschaftlichkeit und Umwelt.

Bio-Erwerbsbäuerin Regula Imhof will nicht mehr als Aufsichtsrätin die Verantwortung für das Agieren der Tiwag übernehmen. Foto: Regula Imhof
Bio-Erwerbsbäuerin Regula Imhof will nicht mehr die Verantwortung für das Agieren der Tiwag übernehmen. Foto: Regula Imhof

Regula Imhof, ehemalige Vize-Generalsekretärin der Alpenkonvention und aktive Bio-Erwerbsbäuerin in Natters, wurde im Juni 2013 von den Grünen für den Aufsichtsrat der Tiwag nominiert. Jetzt ist sie vorzeitig zurückgetreten und hat sich in einem offenen Brief an die Tiroler Landesregierung und den Aufsichtsrat der Tiwag gewandt.

„Anlass dazu gaben nach zwei Jahren Bilanz zu meiner Tätigkeit insbesondere die mit Nachdruck vorangetriebenen Großprojekte der Tiwag, ohne dass Risiko, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit aus meiner Sicht ausreichend geprüft sind; sowie die entsprechenden politischen Beschlüsse zur Wasserkraft in Tirol und auf Bundesebene und schließlich, dass ohne Rücksicht auf den Willen und formelle Beschlüsse der lokalen Bevölkerung agiert wird“, kritisiert Regula Imhof die Tiwag in scharfen Worten und fügt hinzu: „Unter diesen Voraussetzungen ist es mir unmöglich, weiter im Aufsichtsrat der Tiwag zu verbleiben, schließlich ist mit der Funktion eine Mitverantwortung für den geschäftlichen Erfolg der Tiwag sowie das Gesamtinteresse der Tiroler Bevölkerung verbunden.“

Laut Imhofs Angaben hat sie „wochenlang keinen Termin bei LH Platter (als Vertreter des Alleineigentümers der Tiwag) erhalten, um meine Beweggründe persönlich zu erläutern“, woraufhin sie am 9. Oktober im Aufsichtsrat ihren Rücktritt bekannt gab.

Der offene Brief im Wortlaut: Rücktrittsschreiben Regula Imhof

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4 Postings bisher
mischmaschin vor 1 Jahr

Schön wäre jetzt noch, wenn dieser Rücktritt nicht sinnlos verhallen würde, denn dann ist nur wieder Eine(r) weniger, der kritisch auf die Machenschaften der Mächtigen schaut - das wäre schade. Wo und wie können wir uns solidarisch erklären? Welche Möglichkeiten haben wir um diesen Protest zu unterstützen? Es kann ja nicht sein, dass wir mit den Schultern zucken, kurz aufschauen und dann gemütlich weitergrasen? Petition, Volksbegehren, direkte Demokratie - wo ist das alles? (klingt fast schon erschreckend blau bemerke ich grade...)

iseline vor 1 Jahr

In ihrem Rücktrittsschreiben hat Frau Imhof ein arges Sittenbild unserer Landesregierung und der Tiwag gezeichnet. Auch wenn Osttirol nicht direkt genannt wird, gilt hier die gleiche Vorgangsweise wie in Nordtirol. Politische Vereinbarungen werden den rechtlichen Verfahren vorweggenommen. So ließ DI H. Kuenz im Zuge der Nominierung der Isel (da hatte die EU halt den längeren Arm) verlauten: dass mit einem "wasserwirtschafltichen Rahmprogramm für Osttirol" ein öffentliches Interesse für die Kraftwerke der Zubringerbäche in Kals, Defreggen und am Tauernbach begründet werden soll. Damit werden diese "Kraftwerksbauten sogar erleichtert". LH Platter wusste laut TT bereits im Sommer, dass diese drei Kraftwerke gebaut werden. Das heißt eigentlich, dass sich in unserem Land die Behörden nach den politischen Entscheidungen zu richten haben und nicht umgekehrt.

Respekt für den Schritt von Frau Imhof, die bei diesen deals nicht dabei sein will und sie so direkt offen gelegt hat.

Zuckerpuppe vor 1 Jahr

Ich kann mich bergfex nur anschließen! Mut und Aufrichtigkeit! So bleibt man glaubwürdig. Herzliche Gratulation. Schade dass es so Wenige von dieser "Gattung" gibt.

bergfex vor 1 Jahr

Endlich jemand, der den Mut hat zu sagen , was Sache ist.

Gratuliere zu dieser Entscheidung.

Die Anderen "Räte" sind nur Ja-Sager und Sesselkleber um des Geldes Willen.