Öko-Pistenmanagement: Mehr Piste, weniger Schnee

„Schneezentrum Tirol“ soll Anfang 2016 seine Arbeit aufnehmen.

Bei einem international besetzten Treffen, das vor kurzem von der Standortagentur Tirol organisiert wurde, präsentierten mehrere Tiroler Unternehmen  innovative Produkte und Dienstleistungen, mit denen der Ressourcenverbrauch bei der Produktion von technischem Schnee (Kunstschnee) und dessen Verarbeitung auf den Schipisten (Pistenmanagement) deutlich reduziert wird.

60 Experten aus Österreich, Südtirol, Bayern und der Schweiz diskutierten in diesem Rahmen über das „ökologische Pistenmanagement“ der Zukunft. Unter anderem wurden elektronische Systeme, die per Satellitenortung auf wenige Zentimeter genau die Schneehöhe auf Schipisten messen und diese Daten in Echtzeit an Pistenfahrzeuge und Schneekanonen weitergeben, vorgestellt. Aufbauend auf diesen Daten wird nur an bestimmten Stellen, zu bestimmten Zeiten und nur so viel beschneit, wie nötig.

Der Kunstschnee in Osttirol kostet Millionen, die zum Teil von den Gemeinden mitfinanziert werden. Foto: Expa/Groder
Kunstschnee kostet auch in Osttirol Millionen. Je weniger man davon braucht, desto besser für die Budgets und die Umwelt. Foto: Expa/Groder

„Wasser, Energie, Grund und Boden sind wertvolle Ressourcen für die Nutzung des Alpenraums. Mit ihren Innovationen im Bereich des ökologischen Pistenmanagements verringern Tiroler Unternehmen den Verbrauch dieser Ressourcen deutlich. So sichern sie die hohe Lebensqualität in Tirol, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts  und hochqualifizierte Arbeitsplätze“, begründet Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, das Engagement. Vor dem Hintergrund von Sportgroßveranstaltungen wie der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld und der Winterolympiade 2022 in China seien solche Innovationen auch überregional interessant, so Gohm: „Die Produkte und Dienstleistungen der Tiroler Unternehmen im Bereich des ökologischen Pistenmanagements sind für alle Tourismus- und Wintersportregionen bedeutend. Hier tun sich vielversprechende Märkte auf.“

Um technologische Innovationen im internationalen Wettbewerb rasch umsetzen zu können, werden sich heimische Unternehmen eng mit den Hochschulen und der Forschung verknüpfen. Dies soll im „Schneezentrum Tirol“ passieren, an dessen Aufbau derzeit drei Tiroler Hochschulen sowie rund ein Dutzend heimischer Unternehmen gemeinsam mit der Standortagentur Tirol arbeiten. „Dieses Zentrum wäre das einzige seiner Art in Österreich. Neben heimischen Unternehmen haben auch Firmen und F&E-Einrichtungen im Ausland ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bereits bekundet“, erklärt Gohm den aktuellen Stand. Sollte die Finanzierungsfrage wie geplant in den kommenden Wochen geklärt werden, könnte das Schneezentrum Tirol spätestens Anfang 2016 seine Arbeit aufnehmen.

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