Wenn schon Bus, dann sollte er uns auch mitnehmen!

Zu wenige Busse am starken Reisewochenende. Leserbrief von Marie-Theres Lusser.

Der Nationalfeiertag, ein verlängertes Wochenende, an dem viele OsttirolerInnen gerne von Innsbruck in die Heimat fahren und an dem sie natürlich auch wieder zurück müssen. Um den Ansturm auf den letzten Bus zu umgehen, wollte ich um 14:44 Uhr in Tassenbach einsteigen, mit mir unter anderem eine junge Dame, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, mit ihrer Begleitperson sowie eine ältere Frau.

Der Bus kam 15 Minuten zu spät, um uns dann mitzuteilen, dass nur noch „ 2 bis 3 Plätze frei sind“ und wir „den nächsten Bus oder den Zug nehmen sollen“. Ohne weitere Informationen wurden wir also in Tassenbach stehen gelassen. Wir entschlossen uns, mit dem Zug über Südtirol zu fahren. Weit kamen wir nicht, da der Zug aufgrund eines Streiks auf italienischer Seite in Innichen endete und eine Weiterfahrt erst 50 Minuten später, nach Beendigung des Streiks, möglich war. Nach dieser Zwangspause konnten wir unsere Reise antreten und erreichten nach zwei Umstiegen und erneutem Warten am Brenner um 20:10 Uhr, nach über fünf Stunden, endlich Innsbruck.

Ich finde, es ist eine große Frechheit, an solch reisestarken Wochenenden (dieser Umstand sollte eigentlich bekannt sein – waren doch die Züge schon immer maßlos überfüllt) nicht genügend Busse zur Verfügung zu stellen und die Reisenden ohne weiter Informationen einfach stehen zu lassen. Älteren Menschen ohne Handy ist unter solchen Umständen eine Weiterreise gar nicht mehr möglich. Die junge Dame musste auch in Franzensfeste abgeholt werden, da die Umstiegsintervalle in Südtirol mit dem Rollstuhl nicht machbar gewesen wären.

Natürlich hätten wir den späteren Zug nehmen können, doch einerseits kann nicht jeder abgeholt und wieder zur Bushaltestelle gebracht werden und andererseits waren auch die Busse am Abend voll und einige Reisende konnten auch nicht mitgenommen werden.

Da wir Osttiroler nun schon auf den Bus angewiesen sind, um schnell in die Landeshauptstadt zu kommen, könnte man doch eigentlich erwarten, dass der Bus einen zumindest mitnimmt!

Mit freundlichen Grüßen,
Marie-Theres Lusser

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