Dem „Symboltier“ der Alpen geht es wieder besser

Steinwildtagung im Nationalpark hatte sowohl Erfolge als auch Herausforderungen im Fokus.

Die diesjährige Steinwildtagung in Kals. Fotos: NPHT/Jurgeit
Die diesjährige Steinwildtagung in Kals. Fotos: NPHT/Jurgeit

Vom 29. bis 31. Oktober stand in Kals das „Symboltier“ der Alpen im Blickfeld von mehr als 100 internationalen Experten: Der Steinbock, vor nicht allzu langer Zeit fast ausgerottet, ist wieder weit verbreitet, allerdings bietet sein Überleben einige große Herausforderungen. Die diesbezügliche Tagung der „Gruppo Stambecco Europa“ wurde vom Nationalpark Hohe Tauern und dem Tiroler Jägerverband (TJV) veranstaltet.

Das Steinwild gilt als eines der Highlights für die Besucher des Nationalparks. Derzeit geht man von einem Bestand von etwa 1.100 Tieren in den Hohen Tauern aus. Dabei hat das Steinwild eine wechselvolle Geschichte, wurde es doch bis auf eine Restpopulation im Bereich des heutigen italienischen Nationalparks Gran Paradiso in Italien ausgerottet. „Diese Restpopulation war der Ausgangspunkt vieler Wiederansiedlungen“, berichtete Bruno Bassano von der Gruppo Stambecco Europa, die 1988 gegründet wurde. Im Fokus dieser Expertengruppe stehen die Populationsdynamik und die genetische Variabilität der Steinwildpopulationen im Alpenraum. Durch die Wiederansiedlung mit Tieren aus dieser einzigen, letzten Restpopulation stellt die fehlende genetische Vielfalt eine Herausforderung für die Zukunft dar. Flurin Filli, Wildtierbiologe des Schweizerischen Nationalparks, betont einerseits den Erfolg der Wiederansiedlungsprojekte im Alpenraum – aber auch die notwendigen Forschungsschwerpunkte zur Anfälligkeit für Krankheiten (etwa die Übertragung der Gamsreude) und Nutzungskonflikten, die zur Beeinträchtigung des Lebensraumes und damit wiederum der Bestände führen.

In Tirol beträgt der Steinwildbestand an die 4.900 Tiere, in ganz Österreich dürften es um die 8.000 sein. Der Steinwildreferent des TJV, Ernst Rudigier, merkte an, dass speziell durch das Freizeitverhalten der Menschen im Winter der Lebensraum für das Steinwild immer enger wird.

Die Steinböcke standen im Zentrum einer dreitägigen Tagung in der Nationalparkgemeinde Kals. Foto: NPHT
Die Steinböcke standen im Zentrum einer dreitägigen Tagung in der Nationalparkgemeinde Kals. Foto: NPHT
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