Die Shakespeare-Company kommt nach Lienz

Puppen, Schauspieler und Live-Musik werden im Stadtsaal zum „Wintermärchen“.

Menschen und Puppe spielen miteinander und füreinander in dieser Inszenierung des Wintermärchens. Fotos: Lauer
Menschen und Puppen spielen miteinander und füreinander in dieser Inszenierung des Wintermärchens. Fotos: Lauer

Die Shakespeare-Company aus Berlin macht Theater ganz im Sinne Shakespeares: Komödiantisch, musikalisch, kraftvoll und lebendig. Das „Wintermärchen!“ beginnt zwar wie eine griechische Tragödie, beinhaltet aber alle Elemente einer Komödie und der Verzauberung. Happy End inklusive.

Zur Handlung des Märchens gehören selbstverständlich ein eifersüchtiger König und seine schwangere Gattin, die er verstößt. Die neu geborene Tochter wird verbannt und die Mutter bricht wie tot zusammen. Jahre später begegnen sich Vater und Tochter, die Mutter wird lebendig, der Gatte bereut und alle finden zueinander. In seinem ungewöhnlich versöhnlichen Spätwerk variiert William Shakespeare gleich mehrere seiner großen Themen: Rivalität und Eifersucht, Intrige und Liebe sowie die späte Erkenntnis, die von der Verblendung über die Verirrung zur Versöhnung führt.

Ganz William Shakespeare: Verblendung, Verwirrung und Versöhnung.
Ganz William Shakespeare: Verblendung, Verirrung und Versöhnung.

Die märchenhaften Elemente setzt die Berliner Inszenierung mit kleinen Puppen um, die von den Schauspielern gespielt und gesprochen werden, während die dramatischen Szenen als emotionales Kammerspiel funktionieren. Eifersucht und Machtmissbrauch bleiben auf dieser Bühne zeitlose Phänomene, die nur durch menschliches Handeln transformiert und aufgelöst werden können.

Das wandelbare Bühnenbild lädt das Publikum auf eine Fantasiereise quer durch Länder, Geschichten und Konflikte ein, die Shakespeare auch kunstvoll miteinander verwoben hat: Die Königreiche Sizilien und Böhmen, die sich trotz jahrelanger Freundschaft ihrer Potentaten zerstreiten, stehen symbolisch für den Unfrieden in der Welt, von dem sie wollen, dass er von späteren Generationen geteilt wird. Mit vier Schauspielern, Puppenspiel und Live-Musik wird das Wintermärchen zu einer feinen, psychologisch genauen und dennoch in den theatralen Mitteln spektakulären Inszenierung.

Und am Ende siegt doch die Liebe ...
Und am Ende siegt doch die Liebe …

Wer neugierig geworden ist, findet hier einen Ausschnitt der Inszenierung. Die Aufführung findet am Mittwoch, 18. November um 20:00 Uhr im Stadtsaal Lienz statt. Das Stück ist eine Fixveranstaltung des Stadtkultur-Abos. Karten gibt es im Bürgerservicebüro in der Liebburg, Info und Reservierung unter 04852/600-519 und auf www.stadtkultur.at.

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