Die Eishockey-Saison beginnt wieder

Wir fragten die Verantwortlichen der Clubs nach ihren Erwartungen und Zielen.

Obwohl die wenigsten bei den derzeitigen Temperaturen an Eishockey denken, scharren die Cracks bereits in den Startlöchern und können es kaum mehr erwarten, aufs Eis zu gehen – Hockey Season is back!
Das bedeutet, dass es auch für die beiden Vertreter Osttirols in der höchsten Spielklasse Kärntens, der Kärntner Liga Division 1, bald losgeht. Die Icebears Toblach aus Südtirol haben den Meisterschaftsauftakt bereits hinter sich gebracht und setzten mit einem überzeugenden 8:1 Auswärtssieg über den amtierenden Meister, die Oilers Salzburg, bereits ein erstes Ausrufezeichen.

In der Kärntner Liga Division 1 gibt es in dieser Saison keine Gruppenunterteilung in West, Mitte und Ost. Gespielt wird in einer Hin-und Rückrunde mit 16 Spielen pro Mannschaft. Danach erfolgen die Play Offs, an denen die acht bestplatzierten Teams teilnehmen. Neu ist, dass die drei bestplatzierten Mannschaften ihren Gegner für das Viertelfinale auswählen können. Das Viertel- und Halbfinale wird in einer best of three-Serie, das Finale in einer best of five-Serie ausgespielt.

Folgende Mannschaften nehmen an der diesjährigen Meisterschaft teil: EC Oilers Salzburg, EC LiWOdruck Spittal, 1. EHC Althofen, VST Völkermarkt, UEC Velden, ESC RegYou Steindorf, UEC Sparkasse Lienz, UECR Huben und die Icebears Toblach.

Wir haben uns mit den Verantwortlichen der beiden Osttiroler sowie des Südtiroler Vertreters über die kommende Saison unterhalten und Sebastian Warscher (Obmann UECR Huben), Ernst Köfele (Obmann UEC Sparkasse Lienz) und Klaus Volgger (Verantwortlicher der Kampfmannschaft und Mannschaftsführer der Icebears Toblach) einige Fragen gestellt.

Wie verlief die Vorbereitung?

Sebastian Warscher dazu: „Nach einem Kurztrainingslager in Spittal und einem Wochenende in Steinfeld können wir seit 4. November auf eigenem Eis trainieren.“

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Sebastian Warscher, Obmann des UECR Huben, kann eine Reihe von personellen Veränderungen verlautbaren. Foto: Expa/Groder

Ernst Köfele gab sich etwas ausführlicher: „So wie im Vorjahr waren wir auch heuer auf Trainingslager in Ruhpolding. Dazu konnten wir in Kitzbühel und Toblach einige Eiseinheiten absolvieren. Dank der großartigen Arbeit unserer freiwilligen Helfer, Funktionäre und  Spieler hoffen wir, dass wir in den nächsten Tagen erstmals auf heimisches Eis gehen können.“

Fast geheimnisvoll die Antwort von Klaus Volgger: „Die Vorbereitungen verliefen sehr gut und intensiv mit drei- bis viermaligem Eistraining in Toblach ab Anfang Oktober. In den Sommermonaten trainiert jeder auf seine eigene Art und Weise.“

Was hat sich personell bei Euch getan?

Sebastian Warscher hatte so manche Personalveränderung zu bewältigen: „Nachdem unser letztjähriger Trainer Libor Pavlis aus beruflichen Gründen nach Deutschland ging, mussten wir uns eher kurzfristig um einen Ersatz umschauen. Wir haben aber eine sehr gute Lösung gefunden. Martin Pewal fungiert als Spielertrainer und Tormann Thomas Valtiner steht ihm dabei zur Seite und wird sich auch um unseren Nachwuchs kümmern. Am Spielersektor konnten wir den sehr talentierten Marco Gasser aus Virgen verpflichten und Philipp Holzer wird von der U16 zur Kampfmannschaft hochgezogen. Eine vorübergehende Pause wird Lukas Steiner einlegen und Martin Mühlburger wird nur mehr für unser Farmteam zur Verfügung stehen.“

Foto: Brunner Images
Lienz-Obmann Ernst Köfele hat einen harten Eishockey- Winter hinter sich und hofft für die kommende Saison auf ein junges Team. Foto: Brunner Images

Ernst Köfele gibt sich optimistisch in Bezug auf das junge Team: „Am Spielersektor hat sich bei uns wenig getan. Neu zu den Eislöwen gekommen ist der zuletzt in Kitzbühel tätig gewesene Florian Kaindel. Verlassen hat uns Volker Keidel. Ansonsten werden einige junge Spieler ihre Chance in der Kampfmannschaft bekommen und ich hoffe, dass sie diese auch nützen können.“

Weniger glücklich zeigt sich diesbezüglich Klaus Volgger: „Wir haben mit Kurt Suen einen neuen Trainer verpflichtet. Zudem haben wir uns mit Lukas Crepaz, einem sehr guten ExSerie-A-Spieler aus Bruneck, verstärkt. Leider hat er sich aber beim ersten Freundschaftsspiel gegen den UEC Sparkasse Lienz zwei Rippen gebrochen und wird somit einige Wochen ausfallen.“

Wer ist in der kommenden Saison dein Titelfavorit und warum?

Sebastian Warscher verrät seine Favoriten: „Vor Saisonbeginn ist es immer schwer, eine Prognose abzugeben. Ich glaube aber, dass die Vorjahresfinalisten Oilers Salzburg und Icebears Toblach und Steindorf, das stark aufgerüstet hat, die ersten Favoriten auf den Titel sein werden.“

Ernst Köfele stimmt ihm zu: „Oilers Salzburg, Steindorf und Icebears Toblach. Steindorf, weil sie sich gehörg verstärkt haben, u.a. mit den beiden Ex-VSV Cracks Marco Pewal und Andreas Wiedergut, und die beiden anderen Mannschaften, weil sie bereits im Vorjahr ihre Klasse bewiesen haben.“

Klaus Volgger, mit seinem Team selbst Favorit, gibt sich kämpferisch: „Man hört sehr viel über Steindorf, vor allem da sich diese Mannschaft mit sehr guten Spielern verstärkt hat. Aber auch andere Mannschaften wie Salzburg werden wieder vorne mitspielen. Natürlich wollen auch wir uns den Titel wieder zurückholen.“

Welches Team könnte deiner Meinung nach überraschen?

„Althofen oder Völkermarkt, die sich mit einigen Spielern verstärkt haben“, findet Sebastian Warscher. „Völkermarkt, das ebenfalls aufgerüstet hat“, sagt Ernst Köfele dazu. Und Klaus Volgger antwortet vorsichtig: „Ist schwierig zu sagen, da wir bis jetzt nur gegen Lienz und Salzburg gespielt haben. Die Meisterschaft ist lang und jedes Team hat die Fähigkeit zu überraschen.

Wie lauten die Saisonziele für deine Mannschaft?

„Hinter den ‚großen Drei‘ dürfte es sehr eng werden, fürchtet Sebastian Warscher, „und in dieser Verfolgergruppe sollten wir, sofern wir von schwereren Verletzungen verschont bleiben, auch dabei sein.“
„Unser primäres Ziel ist das Erreichen der Play Offs“, gibt sich Ernst Köfele bedeckt, „da wir das Wettrüsten einiger Vereine nicht mitmachen. Am Anfang werden wir sicher noch mit etwas Trainingsrückstand zu kämpfen haben.“ Klaus Volgger wiederum bleibt bei klaren Ansagen: „Die Icebears Toblach wollen wieder vorne mitspielen, am liebsten natürlich um den Titel.“

Wie siehst Du die beiden Osttiroler bzw- den Südtiroler Vertreter?

Sebastian Warscher ist sich sicher: „Lienz wird es sicher nicht leicht haben. Toblach zähle ich nicht nur aufgrund des Auftaktsieges in Salzburg zu den Titelfavoriten.“
„Huben ist für mich derzeit noch schwer einzuschätzen“, sagt Ernst Köfele und fährt fort: „Man wird sehen, wie die Variante mit einem Spielertrainer funktioniert. Toblach zähle ich zu den stärksten Teams der Liga.“
Diplomatisch hingegen die Antwort von Klaus Volgger: Huben ist immer ein schwieriger Gegner für die Toblacher, da die Mannschaft extremen Kampfgeist zeigt und körperlich sehr gut ist. Lienz darf man auch nie unterschätzen.“

Der UECR Huben beginnt am 14. November mit dem Auswärtsspiel in Spittal die Meisterschaft und bestreitet sein erstes Heimspiel am 18. November gegen Toblach. Die Lienzer Eislöwen müssen in den ersten drei Spielen auswärts antreten (Velden, Althofen und Steindorf) und empfangen bei ihrem ersten Auftritt auf heimischen Eis den Lokalrivalen aus Huben. Die Icebears Toblach bestreiten ebenfalls am 14. November gegen Steindorf ihr erstes Heimspiel.

Auf jeden Fall freuen sich die Osttiroler und Südtiroler Eishockey Fans schon jetzt auf spannende und rassige Spiele und wir von Dolomitenstadt wünschen allen drei Vereinen eine erfolgreiche, verletzungsfreie Saison und werden wie gewohnt von den Spielen berichten.

Coverfoto: Brunner Images

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