Autoblech statt Kinderlachen?

Der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol fürchtet, dass es soweit kommt.

Wie eine Tageszeitung im September berichtete, könnte der viel besuchte Kinderspielplatz am Wasserrain neben der HTL einem Parkplatz für 28 PKWs weichen, „für Studenten und Lehrpersonal“; nun soll hierfür am Donnerstag um 14:00 Uhr an Ort und Stelle eine Verhandlung stattfinden.

Wie es aussieht, dürfen nun wiederum die Schwächsten unserer Gesellschaft zurückstehen. Sind es nicht verkehrte Prioritäten, wenn sich Autostrukturen noch weiter in ein Naherholungsgebiet hineinfressen? Der linke Iselweg und der Wasserrain sind nämlich gerade für Kinder und alte Leute einer der letzten städtischen, ohne Fahrzeug erreichbaren Erholungsbereiche, die bislang noch einigermaßen ungefährdet vom motorisierten Verkehr sind und entsprechenden Zuspruch finden: Mütter und Väter mit Kindern, Großmütter und Großväter mit Enkeln sind dort anzutreffen und suchen die Spielplätze auf, auch Kindergruppen aus Kindergärten und Schulen kommen immer wieder dorthin.

Der Spielplatz am Wasserrain ist auch für etwas größere Kinder gut geeignet, die – mit Dreirad, Roller oder Kinderfahrrad aus eigener Kraft unterwegs – gefahrlos dorthin begleitet werden können. Spielplätze wie dieser und autofreie Zonen sind nicht nur wertvolle Bewegungsbereiche für Kinder, sondern auch bedeutsame soziale Begegnungsräume für Jung und Alt. Ein gutes Stück Lebensqualität hunderter Menschen unserer Stadt soll nun für die Bequemlichkeit einzelner verschwinden?

Der Kinderspielplatz werde – hieß es zumindest damals – verlegt werden. Warum nicht den Parkplatz verlegen? In wenigen Minuten ist vom großteils unbenutzen Terlago-Parkplatz aus die HTL erreichbar – für junge Menschen im besten Alter wohl kein Problem.

Wenn ein Weichen des Kinderspielplatzes am Wasserrain wirklich mit dem Hochschulprojekt begründet werden sollte: Bräuchte man hierfür nicht eher mehr Hirn als mehr Blech? Aber vielleicht macht sich in unserer Stadtführung doch noch Vernunft und soziale Einsicht breit.

Dr. Wolfgang Retter (Vereinsobmann), 17. November 2015

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9 Postings bisher
wolf_c vor 2 Jahren

… der Herr Verkehrsplaner sprach im Rahmen der Vorstellung des Verkehrsbeobachtungsprogramms vor den Senatoren in der Liebburg von einer Verkehrszunahme, dies stellte er in den Raum, allein eine Erklärung dazu blieb er schuldig welcherArt und welcherQualität diese sei und warum …

… es erklärt sich jedoch in diesem Zusammenhang von allein, denn solange die Stell Plätze für Auto verordnet werden und dies nicht zu knapp und ohne Einspruchsmöglichkeit!, solange werden wir alle in dieser Richtung gläubig sein und bleiben …

… sollten Sie also nicht

park statt parkplatz blumenblüte statt staublunge vogelfeder statt reifenfelge brunnenwasser statt dieselduft blauenhimmel statt Sanierunggebiet …

… wünschen, dann wählen Sie einfach weiter die Parkplatz-Lobby, und geniessen ihren naturentleerten Lebensraum, der halt mehr für Maschinen wie für Menschen Leben gemacht ist ...

osttiroler-in vor 2 Jahren

@wiederdahoame: Warum nicht den Parkplatz beim Kirchenwirt und dann über den Steig Richtung HTL zu Fuß?

Ganz einfach deshalb nicht: Die Schüler und Lehrpersonen würden den Parkplatz von 8 Uhr früh bis 18 Uhr abends "blockieren". Alle jene, die das Grab ihrer Lieben pflegen wollen, sollen dann wohl die Erde und den Blumenschmuck zu Fuß von zu Hause zum Friedhof tragen. Alle, die bei einer Beerdigung jemandem die letzte Ehre erweisen wollen, müssten erst verzweifelt eine Parkplatz suchen. Und ein Wirt (ohne Parkplatz) wird wohl auch keine große Freude über diesen Vorschlag haben. Auch ich bin absolut dafür, dass dieser Spielplatz bleibt, aber die "Kirchenwirtoption" ist keine Lösung. Ich finde es auch interessant, dass alle Berufstätigen in Lienz außerhalb der Stadt kostenpflichtig parken sollen/müssen. Ich denke, es wäre auch den Schülern zumutbar einige Schritte zu gehen.

Der Dichter vor 2 Jahren

@e ist mc2: Hobag? Was ist das? Ach so, der hässliche Schandfleck mitten in Lienz. ;-) Glauben Sie wirklich, die Politiker und Stadtjuristen getrauen sich, diese Plätze mal sinnvoll zu nutzen, bis es eine endgültige Entscheidung gibt, was dort überhaupt noch kommen wird??? Ihre Idee wäre zumindest mal naheliegend, denn dort wäre ein Parkplatz wirklich sogar eine Verbesserung des Landschaftsbildes. Eine Schande, dass man so etwas den Verantwortlichen durch gehen läßt!!!!

Der Dichter vor 2 Jahren

Herr Retter, Herr Pirkner, gibt es zu dieser Verhandlung eigentlich ein Ergebnis? Ich wette mal, der Parkplatz wird gebaut und der Spielplatz verlegt! Warum baut man den Parkplatz eigentlich nicht unter dem Spielplatz, da stört es niemanden...ach ja, die Kohle ist das Problem, naja , die Natur kann sich nicht wehren, somit wird wohl wieder der Weg des geringsten Widerstandes begangen werden...

e ist mc2 vor 2 Jahren

Ach Osttirol, diese Grammatik......aber zumindest scheinst du ein "Naturbursch" zu sein, der sich Gedanken über das sinnlose Verschwenden von Grünflächen macht.....

Bei dieser "verbauwütigen" Bürgermeisterin aber eh kein Wunder, sie ist Architektin UND Politikerin, was will man da schon verlangen? Herr Pargger, das wäre so ein Punkt, wo Sie sich mal dagegen einsetzen könnten, denn was sollen noch mehr KFZ beim Wasserrain? Wissen Sie eigentlich, wie unangenehm die dort sind, wenn man mit dem Rollstuhl ausweichen muss, da ja der Autofahrer der Stärkere ist? WARUM kann man die KFZ nicht unter die Schule geben und die NATUR leben lassen? Ständig die gleich beschränkten Vorschläge, wie man billigst noch mehr Fläche zu betonieren kann. Sind denn alle Politiker gleich naiv, dass man das endlos so weiter machen kann????? SETZEN SIE MAL EIN ZEICHEN UND ENTSCHEIDEN SIE SICH FÜR DIE NATUR UND NICHT IMMER DAGEGEN! Sie könnten z.B. mal das Hobag Gelände zuschütten und dort einen Parkplatz errichten, dort wäre es wirklich egal!!!!!!!!!!!!!!!!!

Osttirol vor 2 Jahren

Liebe Besucher von Dolomitenstadt! Ich finde das der Kinderspielplatz erhalten bleiben muss. Ich hoffe das der Regiobus von der Bevölkerung dann angenommen wird und das endlich das überall hinfahren mit den Auto aufhöhrt. Das Bauen überall ist auch nicht in Ordnung.Ciao Osttirol

kontakt vor 2 Jahren

Ich geh zum Termin morgen hin. Kommt ihr beide auch?

PrinzessinL vor 2 Jahren

Ja bitte unbedingt weiterkämpfen.

Sonst ist der Spielplatz weg. Aus ist es dann mit der Idylle. Kinder weg. Beton her. Wem nützt das? Kinder können ja noch nicht wählen, aber ihre Eltern. Also aufgepasst, ob man wirklich jeden grünen Flecken in Lienz zubetonieren muss?????? Irgendwann ist Lienz mehr GRAU als GRÜN.

Danach kommen die noch auf den Gedanken den Teil des Wasserrains auch noch zu BETONIEREN. Dann koennten ja die Autofahrer direkt zum Schloss fahren und umgekehrt.

wiederdahoame vor 2 Jahren

Lieber Herr Dr. Retter!

Sie sprechen mir aus der Seele. Ich weiß nicht, wieviele Kilometer ich schon beim Iselkai Richtung Wasserrain abgespult habe - zuerst mit den Kinderwägen, dann mit den Laufrädern, Rollern und jetzt meine fast tägliche Laufstrecke. Ein Kleinod, das man schützen muss. Warum nicht den Hochstein-Parkplatz nützen und die paar Meter zu Fuß gehen? Warum nicht den Parkplatz beim Kirchenwirt und dann über den Steig Richtung HTL zu Fuß? Oder im Glöcklturm, hier sollten doch auch noch Parkplätze frei sein, die man anmieten kann. Warum muss man immer mit dem Auto bis vor die Tür fahren? Warum werden die Radfahrer nicht mehr gefördert?

Bitte kämpfen Sie für diesen wunderschönen Teil von Lienz!

Danke!