Sommertourismus brachte Osttirol ein leichtes Plus

Der Herbst hingegen verlief zumindest im Oktober noch nicht ganz nach Plan.

gschloess-cover

Die Nächtigungszahlen im Tourismus werden stets mit Spannung erwartet. Jetzt ist es soweit, der Tourismusverband Osttirol hat die aktuellen Zahlen veröffentlicht: Dem gemäß hat das Sommerhalbjahr 2015 (Anfang Mai bis einschließlich Oktober) ein Plus von 27.981 Nächtigungen (+ 2,71 %) im Vergleich zum Vorjahr gebracht. Mit insgesamt 1.062.255 Nächtigungen wurde sogar das beste Ergebnis der letzten fünf Jahre erzielt.

Vor allem bei den Gästen aus Italien war der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr enorm. 137.755 Nächtigungen bedeuten hier ein Plus 10,2 %. Die größte Gruppe stellen allerdings nach wie vor die Reisenden aus Deutschland, mit 480.370 Nächtigungen und 45,22 % der Sommergesamtnächtigungen in Osttirol. Österreichische Touristen halten 24,76 % Gesamtanteil. Auch hier konnte ein Plus von 1,8 % festgestellt werden.

Auffallend für Franz Theurl, Obmann TVB Osttirol, ist, dass sich die Aufenthaltsdauer im Vergleich zum Vorjahr neuerlich reduziert hat. Hatte man im Vorjahr noch eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4,08 Tage, waren es heuer nur mehr 3,73 Tage. Dies gilt allerdings nicht nur für Osttirol. Dafür gab es wesentlich mehr Ankünfte, nämlich 12,39 % mehr als im Vorjahr (in absoluten Zahlen 284.615). Der TVB weist hier auf Kärnten hin, wo die Ankünfte um „lediglich“ 5,5 % erhöht werden konnten.

Die nächtigungsstärkste Gemeinde ist im Berechnungszeitraum Matrei mit 118.548 Nächtigungen (+ 5,15 % zum Vorjahr), gefolgt von Lienz mit 111.200 Nächtigungen (- 3,01 %), St. Jakob mit 103.024 Nächtigungen (- 5,98 %) und Kals mit 100.651 Nächtigungen (+12,28 %).

Bei den einzelnen Unterkunftskategorien konnten die Schutzhütten mit 50.859 Nächtigungen (+ 23,58 %) sowie die Campingplätze mit 67.626 Nächtigungen (+12,44 %) am deutlichsten zulegen, was eine Folge des besonders warmen Sommers ist. Zu einer Steigerung kam es auch bei den 3-, 4- und 5-Sterne-Betrieben – mit einem Nächtigungsplus von 3,65 % (+ 8.429 Nächtigungen). Franz Theurl unterstreicht auch die Wichtigkeit der Privatzimmervermieter Osttirols: „Auch diese konnten mit einem Plus von 3,27 % (+ 1.410 Nächtigungen) leicht zulegen.“

Nimmt man hingegen nur den Oktober heraus, ergibt sich ein anderes Bild. Dann ergibt sich ein Minus von 3,72 %, wobei vor allem im Defereggental und im Hochpustertal deutliche Nächtigungsabnahmen verbucht werden mussten; im Gegensatz zu Lienz und Umgebung, wo es auch im Oktober zu einem Plus kam.

Die Statistik zum Download: Nächtigungszahlen für Sommer 2015

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

2 Postings bisher
mischmaschin vor 2 Jahren

Ergänzung: Nach Veröffentlichung der Österreich-Zahlen liegen wir leider sogar unter dem Österreich-Durchschnitt mit +3,3% Nächtigungszuwachs... - und das mit wieviel neuen Betten in Osttirol? Eine Anlaufphase hätte ich den 4- und 5-Stern-Betten schon zugestanden, dass sich aber trotz alledem Osttirol ständig unterdurchschnittlich entwickelt ist bitter!

mischmaschin vor 2 Jahren

Folgerichtig nach der letztjährigen Argumentation (wer sich noch erinnern kann), müssten die Zuwächse bei Hütten und Campingplätzen auf die wiedereröffnete Felbertauernstraße zurückzuführen sein. Aber man kann's ja immer so interpretieren, wie es gerade passt.

Ein anderer Vergleich (nicht mit denAnkünfte Kärntens): Nächtigungsplus in Seefeld +19,9%, Wilder Kaiser +6,9%, Serfaus-Fiss-Ladis +10,1%, Kitzbühel +7,2%, Hohe Salve +21,1%, St. Anton +16,9%, Tirol Durchschnitt +3,7% - was uns die Nordtiroler im Sommer nehmen, fehlt uns in der Wertschöpfung extrem, da der Sommer bei uns die stärkere Saison ist und lt. Destinationsstrategie der alpine Skizirkus sicher nicht unsere Kernkompetenzen trifft...

Der Oktober interessiert keinen Mensch, dieses Minus ist lächerlich. Nach wie vor sehe ich keine Auslastungszahlen, keine kritische Hinterfragung der Deutelungen eines Franz Theurl. Ich hätte gerne mal eine Interpretation einer fachlich kompetenten Geschäftsführerin (egal welcher, wir haben ja zwei). Die verdienen ein Schweinegeld und der arme Franz muß dauernd die Kohlen aus dem Feuer holen...