Wer war in diesem Herbst der Derbykönig?

Ein Fußballrückblick auf die 1. Klasse A und die „Osttirol-Tabelle“.

Nachdem es im Vorjahr noch zwei 8er Gruppen mit anschließendem Play-Off gab, kehrte man heuer zum altbewährten Modus zurück. Die 1. Klasse A wird wieder mit allen 16 Vereinen gespielt, mit einer einfachen Hin- und Rückrunde. Wir haben nach Abschluss der Herbstsaison Bilanz gezogen und einige Statistiken der Osttiroler Vertreter zusammengestellt. Besonders interessant ist dabei die „Osttirol-Tabelle“, die uns darüber Aufschluss gibt, wer der Derbykönig im Herbst war.

Jede Menge Herausforderungen warteten auf die Teams der "Osttiroler Tabelle", hier Oberlienz gegen Virgen. Fotos: Brunner Images
Jede Menge Herausforderungen warteten auf die Teams der „Osttirol-Tabelle“, hier Oberlienz gegen Virgen. Fotos: Brunner Images

FC Union Raiffeisen Sillian/Heinfels: 2. Platz / 32 Punkte / Torverhältnis 30:15
Die Sillianer spielten eine sehr starke Saison. Zuhause ist man bis dato noch ungeschlagen und liegt derzeit auf dem zweiten Platz in der Heimtabelle. Auch „in der Fremde“ schlugen sich die Pustertaler bis dato tadellos und sind das viertbeste Auswärtsteam. Nach 13 Runden kletterte man erstmals auf den ersten Tabellenplatz. Allerdings gab es gegen zwei schlagbare Gegner jeweils nur eine Punkteteilung und so liegt man vor dem Start ins Frühjahr nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer aus Greifenburg. Höhepunkt des Herbstes war sicher der 3:2 Derby-Sieg gegen Thal/Assling vor knapp 400 Zusehern.

URC Thal/Assling: 3. Platz / 30 Punkte / Torverhältnis 34:18
Neo-Trainer Markus Hanser machte aus den Thalern eine richtige Heimmacht. Wie der Erzrivale aus Sillian ist man in dieser Saison zu Hause noch unbesiegt und nimmt aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Heimtabelle den ersten Platz ein. Auswärts lief es für Michael Jungmann & Co. aber bisher noch gar nicht nach Wunsch. Mit nur acht Punkten aus ebenso vielen Spielen rangiert man derzeit nur an der elften Stelle. Auch die Thaler mussten gegen Ende der Saison wichtige Punkte liegen lassen. Nachdem man nach 14 Runden noch punktegleich mit Greifenburg an der Spitze lag, konnte man sich aus den letzten beiden Spielen nur mehr einen Zähler gutschreiben lassen.

Sportunion Oberlienz: 7. Platz / 25 Punkte / Torverhältnis 22:34
Die Oberlienzer erwischten einen ausgezeichneten Start und lagen bis zur zwölften Runde sogar an der Tabellenspitze. Gegen Ende des Jahres hatten die Schützlinge von Trainer Georg Rohracher jedoch einen Negativlauf und konnten aus den letzten fünf Runden nur mehr vier Zähler einfahren. Während man in der Auswärtstabelle auf dem siebten Platz liegt, nimmt in der Heimtabelle derzeit nur den zehnten Platz ein. Dennoch können die Oberlienzer mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein.

TSU Nikolsdorf: 10. Platz / 21 Punkte / Torverhältnis 32:33
Durchaus positiv können auch die Nikolsdorfer auf die bisherige Saison zurückblicken. Wenn es gelingt, zu Hause etwas effektiver aufzutreten (elfter Platz), könnte man in der Tabelle sicher noch weiter nach vorne rutschen. Aufgrund der Sperren von Stammkeeper Kevin Linder, der nur zehn Spiele absolvierte, verpflichteten die Nikolsdorfer für die beiden letzten Spiele die Torwartlegende Davide Barlocco. Der Ex-Rapid Lienz- und FC-WR-Keeper musste dabei nur einmal hinter sich greifen und sicherte seiner Elf immerhin vier Punkte. Es bleibt abzuwarten, ob Davide auch im Frühjahr noch das Torwartdress überstreifen wird.

FC Dölsach: 11. Platz / 20 Punkte / Torverhältnis 22:24
Von vielen Verletzungssorgen waren die Dölsacher während des gesamten Herbstes geplagt. Dennoch gelang es Trainerfuchs Robert Zabernig, seine Jungs immer optimal auf den Gegner einzustellen. Vor allem in den Derbies präsentierten sich Dominic Mattersberger & Co. bärenstark und so führt man derzeit auch die „Osttirol Tabelle“ an. Ähnlich wie bei der TSU Nikolsdorf müssen die Dölsacher allerdings an ihrer Heimschwäche arbeiten. Der zwölfte Platz in der Heimtabelle entspricht sicher nicht ihren Erwartungen.

SV Dobernik Tristach: 12. Platz / 18 Punkte / Torverhältnis 21:22
Die Tristacher starteten optimal in die neue Saison und lagen nach der sechsten Runde auf dem ausgezeichneten vierten Tabellenplatz. Danach riss der Faden bei den Schattseitnern aber komplett und so gab es in den folgenden sieben Runden gleich fünf Niederlagen und nur zwei Unentschieden. Erst in den letzten zwei Runden kam man wieder etwas besser in Fahrt und konnte sich mit den vier gewonnenen Punkten ein wenig aus der Abstiegszone befreien.

TSU Virgen: 13. Platz / 17 Punkte / Torverhältnis 18:37
Nach dem Abgang von Erfolgstrainer Harald Panzl im Sommer kamen die Virger überraschend gut aus den Startlöchern. Höhepunkt war sicher der 2:1 Heimsieg gegenThal/Assling. Danach erfolgte ein kompletter Einbruch und so gab es von der fünften bis zur neunten Runde gleich fünf Niederlagen mit einem Torverhältnis von 2:22. Die Vereinsführung reagierte auf diese Negativserie und holte Harald Panzl wieder nach Virgen zurück. Mit diesem ging es dann wieder bergauf und die Mannschaft konnte am Ende noch ganz wichtige Punkte sammeln.

Hinfaller gab es einige in der Herbstsaison, Gelbe und rote Karten auch. Hier im Spiel: Tristach gegen Thal/Assling. Foto: Brunner Images
Hinfaller gab es einige in der Herbstsaison, Gelbe und rote Karten auch. Hier im Spiel: Tristach gegen Thal/Assling. Foto: Brunner Images

Die Osttiroler Top-Torjäger
1. Platz / 11 Tore: Clemens Patterer (Nikolsdorf)
2. Platz / 9 Tore: Martin Trutschnig (Nikolsdorf) und Manuel Grüner (Sillian)
4. Platz / 8 Tore: Gernot Niedertscheider (Nikolsdorf)
5. Platz / 7 Tore: Michael Jungmann (Thal/Assling)
6. Platz / 6 Tore: Daniel Angerer (Tristach), Manuel Stocker Waldhuber (Thal/Assling) und Clemens Vinatzer (Sillian)

Die Kartenspieler
Zwei rote Karten erhielt der Tormann der TSU Nikolsdorf Kevin Linder. Jeweils einmal vom Platz gestellt wurden Gernot Niedertscheider (Nikolsdorf), Christian Berger, Clemens Stotter (beide Oberlienz) sowie David Walder (Sillian). Je eine rote Karte erhielten David Walder (Sillian), Gernot Niedertscheider (Nikolsdorf), Christian Berger und Clemens Stotter (beide Oberlienz). Bei den Ampelkarten liegen der FC Dölsach, der FC Sillian und die TSU Virgen mit jeweils vier gelb/roten Karten voran. Dahinter folgt Nikolsdorf mit drei, Thal/Assling mit zwei und Tristach mit einer. Eine lupenreine Weste hat so gesehen nur die Sportunion Oberlienz.

Gelbe Karten
1. Platz / 9 Karten: Lukas Gurschner (Dölsach)
2. Platz / 8 Karten: Clemens Weiskopf (Virgen)
3. Platz / 7 Karten: Florian Wibmer (Virgen)
4. Platz / 6 Karten: Anton Kofler und Michael Leiter (beide Sillian), Manuel Stocker Waldhuber (Thal/Assling) Daniel Angerer (Tristach) und Patrick Wibmer (Virgen).

Die Marathonmänner
Gleich vier Akteure absolvierten sämtliche 16 Spiele im Herbst über die gesamte Spielzeit, das sind 1.440 Einsatzminuten. Es sind dies Markus Bachmann ( FC Dölsach), Christof Gritzer (Tristach), Martin Trutschnig (Nikolsdorf) und Christian Gander (Oberlienz). Auf den Plätzen folgen der Tristacher Martin Micheler (1.420 Minuten), Michael Jungmann (1.420 Minuten) aus Thal/Assling, der Nikolsdorfer Peter Patterer (1.416 MIn.) und Florian Huber (1.415 MIn.) aus Thal/Assling.

Die „Osttirol-Tabelle“ (= Spiele der Osttiroler Klubs gegeneinander)
1. FC Dölsach: 7 Spiele / 13 Punkte / TV 12:9
2. Nikolsdorf: 7 Spiele / 10 Punkte / TV 11:9
3. Sillian: 7 Spiele / 10 Punkte / TV 9:7
4. Oberlienz: 6 Spiele / 10 Punkte / TV 8:6
5. Thal/Assling: 6 Spiele / 9 Punkte / TV 11:10
6. Virgen: 6 Spiele / 7 Punkte / TV 7:11
7. Tristach: 7 Spiele / 7 Punkte / TV 5:13

Von den Osttiroler Vereinen werden wohl der FC Union Raiffeisen Sillian/Heinfels und der URC Thal/Assling um den Titel mitspielen. Für die anderen Mannschaften geht es im Frühjahr vor allem um die Rangverbesserungen und vielleicht könnte er eine oder andere das Zünglein an der Waage im Titelkampf werden.

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