Brücken bauen – nicht „die anderen“, sondern „wir“

Ein wenig Äthiopien und ein wenig Ainet ergaben bunte Begegnungen.

Petra Plattner aus Schlaiten regte den Begegnungsabend an und erzählte von ihren Erfahrungen in Äthiopien.
Petra Plattner aus Schlaiten regte den Begegnungsabend an und erzählte von ihren Erfahrungen in Äthiopien.

Am Montag, 7. Dezember fand im Gemeindesaal Ainet ein Abend der Begegnung verschiedener Nationen und Kulturen statt. Der Pfarrgemeinderat versuchte mit Bildern, Musik, Texten und Kulinarik einen Bogen von Ainet nach Äthiopien zu spannen.

Ausgangspunkt war der Umstand, dass Petra Plattner aus Schlaiten, Studentin für Tanz- und Musikpädagogik, im Jahr 2013 nach Abschluss der Schule für Kindergartenpädagogik ein Freiwilliges Soziales Jahr in Äthiopien verbracht hatte. Dort arbeitete sie vorwiegend mit Kindern und Frauen. Die Voraussetzungen für den Unterricht waren oft sehr schwierig, aber die Freude an der Arbeit umso größer. Mit einfachen Spielen und Liedern versuchte Petra Plattner den Menschen Bildung näher zu bringen und manchmal mussten auch ungewöhnliche Wege und Annäherungen dafür gefunden werden.

Im Sommer 2015 widmete sich die Osttirolerin dann den Geschehnissen in der Heimat und gab Asylwerbern in Prägraten Deutschunterricht. Aus dem Bild von „anderen“, das es sowohl bei den Flüchtenden als auch bei den Osttirolern gab, wurde bald ein „wir“; etwa mit Ashaf Turri aus Pakistan und Mohammed aus Somalia, die seit einigen Monaten in Prägraten leben. Am 7. Dezember kamen sie zu dem Abend nach Ainet und erzählten von ihrer Flucht nach Österreich. Aus politischen Gründen mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, heute fühlen sie sich in Osttirol sicher. Sie möchten beide eine Ausbildung absolvieren und sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.

Weiters wurde gemeinsam musiziert, gegessen und viel über die verschiedenen Kulturen und Gewohnheiten ausgetauscht. Klar wurde an diesem Abend auch, dass es oft die kleinen Dinge im Alltag sind, die Großes bewirken. Es kann ein freundliches Wort sein oder ein Gruß auf der Straße – anstatt den Blickkontakt zu vermeiden. Man war sich an diesem Abend einig: „Für ein friedvolles Zusammenleben ist das tägliche Bemühen ein guter Mitmensch zu sein notwendig, denn dort fängt Frieden an“, so Hildegard Lanser, die als PGR-Obfrau der Pfarre Ainet eine der Organisatorinnen des Treffens war. Und sie fügte weiters hinzu: „Möge dieser Abend ein klein wenig Hoffnung bringen, gerade in der Vorweihnachtszeit. Die Geschichte von Weihnachten ist eine von Herbergsuche, Vertreibung und Asyl. In unserer Zeit stellt sich diese Frage konkret: Wie geht Weihnachten weiter? Die Weihnachtsbotschaft lautet: Fürchtet euch nicht!“

Auch äthiopische Musik war bei der Zusaemmenkunft zu hören.
Auch äthiopische Musik war bei der Zusammenkunft zu hören.
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1 Posting bisher
csae8679 vor 2 Jahren

Eine tolle, informative und unterhaltsame Veranstaltung. Ein grosses Lob an alle Beteiligten, allen voran Petra und Hildegard!