Grandiose Vorstellung der Lienzer Eislöwen

Punktezuwachs trotz 3:2 Niederlage gegen Tabellenführer ESC Steindorf in der Verlängerung.

Nicht ganz einig waren sich bei dieser Partie Spieler und Schiedsrichter. Fotos: Brunner Images
Nicht ganz einig waren sich bei dieser Partie Spieler und Schiedsrichter. Fotos: Brunner Images

Die Rollen schienen vor dem Spiel am 29. Dezember eindeutig verteilt zu sein: Auf der einen Seite der überlegene Tabellenführer aus Oberkärnten, der gespickt mit etlichen Ex-VSV-Spielern den zehnten Sieg in Folge einfahren wollte, auf der anderen Seite standen die Eislöwen aus Lienz, die nach der knappen Niederlage gegen Velden versuchen wollten, die Steindorfer etwas zu ärgern.

Nur wenige Sekunden waren gespielt, da sorgte der an diesem Abend nicht sattelfeste Head-Schiedsrichter bereits zum ersten Mal für Aufregung. Er übersah ein Vergehen eines Steindorfer Spielers und schickte stattdessen Günther D’Ambros für zwei Minuten in die Kühlbox. Doch bereits in diesem Unterzahlspiel zeigten die Hausherren, dass sie sich an diesem Abend nicht so leicht geschlagen geben wollten, und überstanden das problemlos.

Der erste gefährliche Angriff der Lienzer führte nach vier Minuten zum vielumjubelten Führungstreffer. Thomas Pfeffer, der seine wahrscheinlich beste Partie im Eislöwen-Dress bot, schloss eine Einzelaktion mit dem Treffer zum 1:0 ab. Was folgte, waren wütende Angriffe des Tabellenführers, der jedoch immer wieder am überragenden Dominik Tiefnig im Kasten der Eislöwen scheiterte. Wesentlich effizienter gingen die Gastgeber mit ihren vorerst spärlichen Chancen um. Manuel Winkler traf nach zehn Minuten zum 2:0.

Aber nur zwei Minuten später waren die Steindorfer wieder „back in business“. Der ehemalige Bundesliga-Profi Andreas Wiedergut zog kurz nach der blauen Linie ab und hämmerte den Puck zum 2:1 Anschlusstreffer ins Netz. Mit großem Kampfgeist überstanden die Eislöwen die folgende Druckperiode der Gäste und gingen mit einer knappen Führung in die erste Drittelpause.

Die Lienzer kämpften mit allen Mitteln – und erfolgreich. Nur in der Verlängerung hatten sie Pech.
Die Lienzer kämpften mit allen Mitteln – und erfolgreich. Nur in der Verlängerung hatten sie Pech.

Auch im Mittelabschnitt versuchte der Tabellenführer, der diesmal auf seinen Topstar Marco Pewal verzichten musste, sofort nachzulegen. Im Powerplay hatte Andreas Wiedergut mit einem Lattenschuss Pech. Dominik Tiefnig hatte alle Hände voll zu tun, um den Ausgleich zu verhindern und hatte diesmal auch das Glück auf seiner Seite. So gingen gleich zwei weitere Schüsse der Gäste ans Aluminium. Kurz darauf wurde der Lienzer Keeper von einem Gästespieler regelwidrig atackiert, doch der Unparteiische ahndete das Vergehen nicht. Nach 39 Minuten wurde der Dauerdruck der Steindorfer allerdings belohnt. Nach einem Schuss von Roland Steinberger von der blauen Linie war Daniel Gasser zur Stelle und staubte zum 2:2 Ausgleich ab. Praktisch im Gegenzug fanden die Eislöwen die Riesenchance auf die neuerliche Führung vor. Nach idealem Pass von Nikolai Franz scheiterte jedoch Florian Keindl am Keeper der Gäste. Somit konnten sich die eher spärlich erschienenen Zuseher in der Lienzer Eisarena auf ein spannendes Schlussdrittel freuen.

Gerade einmal fünf Minuten war im letzten Abschnitt gespielt, als ein Kniecheck eines Gäste-Akteurs für Empörung bei den Hausherren sorgte. Nikolai Franz rächte seinen Mitspieler und bot den Fans einen Fight gegen den Übeltäter, welcher mit einem Remis endete. Für den gebürtigen Kalser, der wie in allen bisherigen Spielen mit enormem Einsatz bei der Sache war, war die Partie daraufhin beendet und er musste mit einer Matchstrafe unter die Dusche. Steindorf-Akteur Florian Perdacher folgte ihm mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabinen. Dann wurde wieder Eishockey gespielt und Christian Wernisch traf sieben Minuten vor der Schlusssirene lediglich die Stange des Steindorfer Kastens. In der Schlussphase fingen sich die stürmisch angreifenden Gäste immer wieder an der gut organisierten Abwehr der Hausherren fest. Und wenn sie diese einmal durchbrochen hatten, war Dominik Tiefnig im Lienzer Tor auf dem Posten.
So blieb es nach 60 Minuten beim Spielstand von 2:2 und die Eislöwen konnten sich bereits über einen Zähler freuen.

In der Overtime verlief das Spiel vorerst sehr ausgeglichen, ehe der Tabellenführer in der 64. Minute zuschlug und sich einen Zusatzpunkt holte. Christof Martinz traf zum 3:2 Endstand und sorgte damit für den zehnten Saisonsieg des ESC RegYou Steindorf.

Fazit: Mit enormen Einsatz und einer großartigen kämpferischen Leistung brachten die Eislöwen die Steindorfer an den Rand der ersten Niederlage. Mit ähnlichen Leistungen könnten die Dolomitenstädter in dieser Saison vielleicht noch die eine oder andere Überraschung liefern.

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