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Point Break – Actionszenen aus dem Mölltal

In Bonds Schatten wurde noch ein Stuntspektakel vor Ort gedreht.

„Tätowierte Typen rasen über Bergrücken, fliegen über Abhänge und surfen auf Riesenwellen. Mehr gibt es zu Point Break eigentlich nicht zu sagen“, meint der Filmkritiker der „Presse“ zum soeben auch im CineX angelaufenen Actionthriller. Er irrt. Mag sein, dass der Held nicht so berühmt und die Handlung – naja – ein wenig dünn ist, aber die Actionszenen von Point Break können allemal mit jenen von James Bond mithalten und der Vergleich hinkt auch deshalb nicht, weil einige der atemberaubenden Stunts ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft zu Osttirol gedreht wurden. Leo Baumgartner, seit Jahrzehnten als „Location-Scout“ für die Filmbranche unterwegs, zog sowohl bei Spectre als auch bei Point Break die Fäden im Hintergrund. „Eigentlich hätte ein Teil der alpinen Sequenzen in Oberlienz gedreht werden können“, erzählt er, „aber die Bauern haben abgewunken, also wurden die Drehorte ins Mölltal verlegt. Lienz kommt trotzdem im Nachspann vor.“ Baumgartner fuhr mit Regisseur Ericson Core drei Tage durch die Region. „Ein cooler Typ. Er war Kameramann bei The Fast and the Furious und lebt im Sommer immer ein paar Wochen bei Indianern im Zelt.“
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Bewaffnet und sehr in Eile – Edgar Ramirez auf der alten Straße zum Mölltaler Gletscher. Foto: Reiner Bajo © Warner Bros
Sechs Wochen war eine Hundertschaft von Filmleuten im Sommer 2014 im Mölltal. Im Gegensatz zu James Bond wirbelten sie beim Dreh wenig Staub auf, was man vom Film selbst nicht sagen kann. Was sich auf der alten Straße zum Mölltaler Gletscher abspielt, lässt sich schwer in Worte fassen. Nach dem Überfall auf eine Goldmine – diese Sequenz wurde auf dem Falzarego-Pass gedreht – gibt es spektakuläre Motorrad-Stunts bei einer mörderischen Verfolgungsjagd samt spektakulärer Sprengung eines ganzen Lkw-Konvois! Sehen Sie selbst: Offizielle Handlung laut Filmstarts.de: „Überall auf der Welt unternimmt eine Gruppe von Kriminellen ausgeklügelte Überfälle auf große Unternehmen, die die internationalen Finanzmärkte bedrohen und sogar als Terrorakte eingestuft werden. FBI-Agent Johnny Utah (Luke Bracey) ist durch die Waghalsigkeit und Dreistigkeit der Raubzüge davon überzeugt, dass ein Team von Extremsportlern hinter den Überfällen steckt. Johnnys Vorgesetzte sind zwar skeptisch, geben dem jungen Ermittler aber eine Chance und schleusen ihn undercover in die Szene ein.“ Wem die Story bekannt vorkommt, der täuscht sich nicht. Einst hatte der junge Keanu Reeves eine ähnliche Mission, er wurde als FBI Agent in eine Clique von Extremsurfern rund um Patrick Swayze eingeschleust. Das war in Kathryn Bigelows Kult-Thriller Gefährliche Brandung, als deren offizielles Remake sich Point Break auch positioniert. Der Kritiker der Presse dazu: „Dieser teuer produzierte Actionfilm zeigt zum x-ten Mal, dass Neufassungen von verdienstvollen Klassikern selten mehr sind, als eine Geldbeschaffungsmaßnahme für Hollywood-Studios in der Kreativkrise.“ Doch Leo Baumgartner nimmt´s locker: „Den jungen Leuten gefällt´s und in China hat der Streifen bereits alle Rekorde gebrochen.“
Locations-Scout Leo Baumgartner weiß, wo man es richtig krachen lassen kann. Foto: Ramona Waldner
Locations-Scout Leo Baumgartner weiß, wo man es richtig krachen lassen kann. Foto: Ramona Waldner
Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

Ein Posting

bauka
vor 9 Jahren

Bravo, bravo!!!

 
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