Ein-Personen-Unternehmen in Osttirol boomen

Im Jahr 2015 wurden in Osttirol 183 Neugründungen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gezählt, um 19% mehr als im Vorjahr, das meldet die Wirtschaftskammer. „So viele Gründungen gab es in unserem Bezirk bisher noch nie“, freut sich WK-Bezirksobmann Michael Aichner. Mit 3.181 Kammermitgliedern zum Jahresende 2015 sei die Mitgliederzahl der Wirtschaftskammer in Osttirol so hoch wie nie zuvor. Aichner betont, dass es sich bei den meisten Neugründungen um Ein-Personen-Unternehmen handelt; auch die Zahl der „nebenberuflichen“ Selbstständigkeit steige.

„Wenn sich jemand den Arbeitsplatz selbst schafft, ist das schon sehr positiv zu sehen. Außerdem ist es ja dann häufig so, dass im Laufe der Jahre auch Mitarbeiterinnen eingestellt werden“.

Bezogen auf die sieben Wirtschaftskammer-Sparten fanden in  Gewerbe und Handwerk die meisten Gründungen statt. Hier zeigt sich auch, worauf der Zuwachs de facto zurückzuführen ist: auf vorwiegend weibliche Pflegekräfte in der privaten Altenbetreuung. Das erklärt auch, warum sich mehr Frauen selbständig machen als Männer. Nach wie vor sei in der Neugründungs-Hitliste auch der Bereich Information und Consulting ganz vorne, während der Handel stagniere und im Tourismus zuletzt ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, schreibt die Wirtschaftskammer.

Die Motivation der Neugründer sei vielfältig, stellt Aichner fest: „Umfragen haben ergeben, dass für 64% die freie Zeiteinteilung und Lebensgestaltung im Vordergrund gestanden sind. Sein eigener Chef zu sein, ist nach wie vor ein starkes Gründungsmotiv“.

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3 Postings bisher
horstmann vor 2 Jahren

Die Zahlen sind ja gut und nett. Was hier leider vergessen wird ist, dass viele dieser "Unternehmer" sich innerhalb weniger Jahre ihr eigenes finanzielles Grab schaufeln (Stichwort SVA Nachzahlungen, etc.) und dann von der so tollen Wirtschaftskammer im Regen stehen gelassen werden. Eine ordentliche und verbindliche Aufklärung bzw. vielleicht sogar eine Art Unternehmerprüfung wäre hier sicher zielführender als jeden Hobbygrafiker eine Werbeagentur gründen zu lassen. Aber naja... so lange die Kammerumlage gezahlt wird passt das ja alles.

wolf_c vor 2 Jahren

... umgekehrt gesehen beweisen diese('Neugründungen')das Ende der herkömmlichen gewohnten Arbeitsmärkte und verlangen nach einer grundlegenden Neuordnung der Wirtschaftswelt ... leider wird dies in Österreich(sowie weltweit und europaweit)nicht einmal ignoriert ...

senf vor 2 Jahren

hm, weiss man denn eigentlich, wieviele bürgermeister, oder dorfkaiser hier eingerechnet sind?